Anfang Dezember 1999gab einen Urantransport von Pierrelatte/Frankreich in die Urananreicherungsanlage Gronau/Westf. und einen Leerbehältertransport von Sellafield(Großbritannien) nach Mülheim an der Ruhr. Dazu...
Eine Auswertung des Nix-mehr-Infotelefon zu Transportbeobachtungen und Selbstorganisation des Widerstands - was war und was wir uns wünschen
Erstmal einen Dank an alle, die uns mit Infos auf dem Laufenden gehalten haben. Im Allgemeinen hat das echt ganz gut funktioniert. Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten (sorry - auch wir mußten erst mal wieder realisieren, daß sich das Castor-Koma dem Ende neigt) sind wir alles in allem recht zufrieden. Die Blockadeaktion in Gronau war ein prima Auftakt und auch die Tatsache, daß der Leerbehältertransport nach Mülheim um eine Woche verschoben wurde, kann wohl als Erfolg gewertet werden.
Aber natürlich kann immer alles noch
viel besser werden, deshalb nun genug des Lobes und vorwärts-zur-null-fehler-produktion.
Ein paar Sachen sind uns aufgefallen:
Transporte, die nicht wie der Castor bereits Tage im voraus einen
Riesen-Medien-Rummel verursachen, sind auch vielen Anti-Atom-AktivistInnen nicht
unbedingt bekannt. Daher muß sie zunächst die Information überhaupt
erreichen, daß es sich ab jetzt lohnt uns anzurufen. Wir haben deshalb beim
Transport nach Gronau einige Gruppen angefaxt, was sicher nicht besonders viele
erreicht hat. Über ein solches Initial-Fax hinaus sind wir nicht in der Lage,
den Infofluß in dieser Richtung aufrecht zu erhalten, d.h. nachdem ihr wißt,
daß ein Transport unterwegs ist, müßt Ihr Euch kümmern und uns anrufen. Wenn
Ihr ein solches Alarm-Fax bekommen wollt, teilt uns bitte Eure Fax-Nummer mit,
es gibt jede Menge Atom-Gruppen, denen wir gerne Bescheid gegeben hätten, von
denen wir aber keine haben. Aber auch Infoläden, Ihr habt doch sowas sicher.
Ein e-mail-Anschluß ist inzwischen vorhanden: aap-berlin@gmx.net (davon
abgesehen, daß wir noch weniger e-mail Adressen von Euch haben als
Fax-Nummern). 100% können wir Euch aber nix versprechen. Wenn Streß ist, hat
das Telefon Priorität und gefaxt wird nur, wenn Zeit ist. Ihr solltet also
weiter auf Hinweise in den Medien etc. achten und Euch auch nicht darauf
verlassen, daß wir andere Gruppen in Eurer Region schon benachrichtigt haben.
Telefonisch sagen wir Euch nur in Ausnahmefällen Bescheid.
Wenn ihr uns Treffpunkte durchgebt, wäre es prima, Straßennamen, U-Bahnhöfe
usw. sehr deutlich auszusprechen oder notfalls zu buchstabieren, wenn sie nicht
ganz eindeutig sind, damit wir keine Übertragungsfehler auf’s Band quatschen.
Besonders wenn ihr uns auf neue Transporte aufmerksam machen wollt: Sagt uns
bitte, soweit das möglich ist, den Namen eurer Gruppe mit einer Telefonnummer für
Rückfragen. Bei den Transporten jetzt hat das gut geklappt und sich als
hilfreich erwiesen. Außerdem reduzieren sich so die Chancen für die
Gegenseite, uns Falschmeldungen unterzujubeln.
Im Interesse unserer Feierabendgestaltung wäre es außerdem Klasse, uns
nicht nur so zeitnah wie möglich über alles, was passiert zu informieren
sondern uns auch mitzuteilen, wenn ein Transport leider doch sein Ziel erreicht
hat oder Gegenaktionen beendet sind.
Das wär’s erst mal von unserer Seite.
Eine lohnende Aufgabe wäre es, die Adressen von Firmen wie
der GNS, GNB u.ä. herauszufinden und
öffentlich zu machen. Wir konnten zwar in diversen Schriften die jeweiligen
Konzernbeteiligungen und einige Verwaltungsadressen auftun, nicht aber die Orte,
an denen die Werke zu finden sind. Wären die Behälter aus Sellafield nicht
unterwegs aus dem Blickfeld gerutscht, hätten wir nicht genauer mitteilen können,
wohin sie in Mühlheim fahren.
Soweit,
für Freiheit und Kuchen - Euer NIXmehr Infotelefon