Uran ??? Uran Kampagne Carl Amery über Uran

Gegen die Stillegung der AntiAtomBewegung - sofort!

strategiepapier für eine urankampagne - zur abwehr des gegenrevolutionären übels

Das folgende Papier gegen die Stillegung materialisierte sich vor, während und nach der ultimativen Urankonferenz, die am 12.2. stattfand. Mensch könnte es als Strategiepapier für eine Urankampagne bezeichnen.

Frühjahr 2000 - seit anderthalb Jahren verhandelt die rotgrüne Regierung mit der Atomindustrie über die Abschaltung der AKWs. Sie hat es geschafft, einen zentralen Konflikt im gesellschaftlichen Gefüge der BRD auf zivilgesellschaftliches Format zurechtzustutzen. Übrig blieb nur, was unter realpolitischen Maßgaben und juristischen „Sachzwängen“ mit der Atomlobby auszukungeln war. Befriedung gesellschaftlicher Konflikte wird zur Verhandlungsmasse" wie die Bereitstellung von dezentralen Zwischenlagern, der Transportbereitstellungslagerung (TBL) und Zusatzgestellen für Abklingbecken zeigt Dinge, die mit dem Atomausstieg soviel zu tun haben wie Sockenhäkeln. Sie dienen nur einem Zweck, der Stillegung der AntiAtomBewegung.

sofort!!!
Nicht am sofortigen Ausstieg festzuhalten, heißt, das Risiko schwerer Störfälle billigend in Kauf zu nehmen. Heißt, die tagtäglich Betroffenen von Uranabbau, "Normalbetrieb" der AKWs und WAAs zur Verhandlungsmasse zu machen. Diejenigen, die den Preis dafür zahlen müssen, existieren für die KonsensverhandlerInnen nicht. Wir bekämpfen diese menschenverachtende Haltung, die nichts damit zu tun hat, wie wir uns eine erstrebenswerte Gesellschaft vorstellen. Wir wollen es nicht hinnehmen, daß Menschen nur als Faktoren in Kosten-Nutzenrechnungen auftauchen, was heißt, daß sie verheizt werden, wenn es sich nur rechnet. Der Ausstieg kann nur Ausstieg genannt werden, wenn sofort erfolgt - jegliches Verhandeln und Verzögern bedeutet letztendlich nur die Modernisierung der Atomindustrie.

alle!!!
Die Urananreicherungsanlage Gronau ist durchaus eine Atomanlage. Auch deshalb ist es schlichtweg gelogen, wenn die grüne Partei mit Herz oder sonst wer behauptet, das gesamte (nationale) Atomprogramm würde - wann auch immer - hopsgehen. Selbst wenn alle AKWs von Netz wären, in Gronau würde weiter Uran angereichert. Zudem stimmt ein nationaler Atomausstieg - wenn es ihn gäbe - wohl auch am ehesten NationalistInnen fröhlich. Unser Ziel ist die politische Intervention gegen die global HERRschenden Verhältnisse im Rahmen unserer Mittel. Im Rahmen unserer Mittel bedeutet z.B., da, wo wir können, Urantransporte, Uranhandel und Uranverarbeitung zu verhindern.

atomanlagen!!!
Atomtechnik ist (k)eine Technologie unter vielen. Hochgeschwindigkeitszüge, Transatlantikflüge, Atomanlagen: vermeintlich gibt es viele mögliche Risiken vor die uns die "Risikogesellschaft" stellt - "no risk no fun" liefert das dazu passende Lebensgefühl. Wie andere Technologien auch sind Atomanlagen konsequenter Ausdruck patriarchalen Machbarkeitswahns im entfesselten Kapitalismus. Sie sind ein Symbol für den unbedingten Herrschaftswillen der "Götter im weißen Kittel" über die Welt. Mit der um sich greifenden Einebnung dieser besonderen Qualität der Atomtechnologie wird der ideologische Boden bereitet, auf dem sich bereits heute Gen- und Reproduktionstechnologien ausbreiten, als hätte es eine Kritik der Technikgläubigkeit nie gegeben.

stillegen!!!
Die Konzentration auf den Müllsektor droht zur Erstarrung der Bewegung zu führen - die Eingleisigkeit der AntiCastorBewegung hat den BetreiberInnen den Weg aufgezeigt, auch wenn es ein Bündel Grünes gebraucht hat, diesen Weg auch zu beschreiten.
Aus dieser Paralyse führt uns nur eine inhaltliche Erweiterung - in den Versorgungsbereich der AKW. Genau da wollen wir ansetzen, am Anfang der Brennstoffspirale, beim Abbau und Verarbeitung von Uran.
Die Vorstellung, die Betreiber von AKWs an ihrem eigenen Müll ersticken zu sehen, ist zwar janz nett, aber diese von vielen propagierte Verstopfungsstrategie erscheint uns nur sinnvoll, wenn auch praktisch versucht wird, die Entstehung des Mülls von Anfang an zu verhindern. Darüber hinaus bietet Uran die Möglichkeit, deutlich zu machen, dass die AntiAtomBewegung das Wort "weltweit" tatsächlich ernst nimmt. Das heißt, daß diese Bewegung zukünftig nicht mehr bei Appellen stehen bleibt, sondern mit den geeigneten Mitteln bereits den Abbau und Handel mit dem Rohstoff für AKWs und Bomben zu verhindern sucht.

geeignete mittel?!
hmm...
Uns spuken dabei ein paar Ideen im Kopf herum, die wir hiermit mal vorstellen wollen. Möglich (und nötig) wären z.B. Hafenblockaden mit schwarzroten Schlauchbooten, ein Regierungssturz, Agitation und Propaganda ohne Ende, Transparente von Autobahnbrücken, Plakate kleben hier und da, Mobilisierungstheater und andere entschlossene Aktionen. Das könnte von einer journalistischen und juristischen Zusammenarbeit mit zu dem Thema arbeitenden Gruppen bis hin zu einer internationalen Blockadeaktion gegen Urantransporte gehen. Ein solcher könnte auf seinem Weg van dem Ursprungsland bis seiner Anreicherung nach Gronau begleitet bzw. blockiert werden Eine solche Blockade würde die internationalen Verflechtungen im Bereich Uranhandel aufzeigen und die FreundInnen des nationalen Atomausstiegs vielleicht ein wenig nachdenklich stimmen.

Der ökologisch modernisierte Standort Deutschland kann nicht Ziel unserer Politik sein. Solidarität in Theorie und Praxis mit den sich global gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft wehrenden Menschen dagegen auf jeden Fall.

krieg dem krieg
Die Verzwirbelung von militärischer und sogenannter ziviler Nutzung der Atomtechnik hat u.a. auch der Kosovokrieg gezeigt. Seitens der NATO wurde mit Uran versetzte Munition eingesetzt. Kollateralschäden durch Blockaden etc. in Produktionsstätten von Uranmunition in der BRD und anderen Ländern bzw. in Firmen, die mit dieser Munition handeln, sollten also von der AntiAtomBewegung durchaus angestrebt werden. Zudem ist eine Zusammenarbeit mit antimilitaristischen Gruppen möglich. Allgemein wird ja die Zusammenarbeit mit anderen Teilbereichsbewegungen (zumindest auf dem Papier) oft eingefordert, zumindest dann, wenn mensch die AntiAtomBewegung als Teil einer emanzipatorischen Bewegung begreift. Wir tun dies.

uranabbau und -verarbeitung  
Uranabbaufirmen ein wenig Sand ins Getriebe zu streuen, wäre die nächste Möglichkeit. Die beiden deutschen Firmen, Urangesellschaft mbH und Uranerzbergbau GmbH (Bonn-Wesseling), bauen weiterhin weltweit Uran ab, so daß der nuklearer Kolonialismus auch in der BRD bekämpft werden kann. Zudem gibt es ja noch die angesprochene Urananreicherungsanlage in Gronau (eine der weltweit 14 UAAs, die z.B. alle weltweit laufenden AKWs versorgen). Ein größerer Widerstand gegen diese Anlagen ist dringend nötig und symbolisch bei weiten spannender als die Aussage: "Wir wollen hier bei uns keinen Atommüll haben!!!" Auch hier wäre der Bezug zum globalen Kapitalismus hergestellt.

urantransporte  
In der Regel werden wir trotz aller guten Vorsätze hauptsächlich dort agieren können, wo die ganze Geschichte in unsere Reichweite gerät, ob mit dem Schiff aus Kanada oder Australien oder mit der Bahn oder LKW z.B. aus Frankreich. Ein Hauptangriffspunkt sind daher weiterhin Atom
-, in diesem Fall Urantransporte. Wie mensch die stoppen kann, hat sich hoffentlich rumgesprochen. Ein Schwerpunkt könnten Transporte mit Uranhexafluorid (UF-6) aus Frankreich sein. Diese werden sehr regelmäßig in die UAA Gronau gefahren und wurden z.T. auch schon erfolgreich gestört. Außerdem ist es bei diesen Transporten nicht unrealistisch, daß der Transporttermin rechtzeitig bekannt wird. Interessant und phantasieanregend dürfte dabei sein, daß der LKW-Transport vom Bahnhof in Nordhorn (Niedersachsen, Kreis Grafschaft Bentheim - 25km nördlich von Gronau) zur UAA in der Vergangenheit in mehreren Etappen stattfand. Für entschlossene Blockaden und andere schöne Dinge gibt es. Dementsprechend 2,3 oder gar 4 Versuche! Wenn das nix ist... Zudem ist ein Gleisanschluß zur UAA Gronau geplant. Es wird damit gerechnet, daß mit dem Bau im März begonnen wird und diese innerhalb eines Tages ab geschlossen sein werden.

wanderblockade  
Im Rahmen der vorgeschlagenen Wanderblockade soll Uran nicht nur in Gronau (als Blockadepunkt), sondern während der gesamten Zeit (an allen Standorten) thematisiert werden. AnsprechpartnerInnen für diese Idee findet ihr beim AntiAtomNetzwerk Sachsen, Bernhard
-Göring-Str. 152, 04277 Leipzig, Telefon 03425-817765, www.anti-atom-sachsen.de

wenn ahaus, dann gronau  
Den nächsten Castortransport nach Ahaus betreffend wird ja die Idee diskutiert, sich direkt im Anschluß an diesen Transport (d.h., nachdem die Castoren in die süddeutschen AKWs zurückgeschickt wurden) auf den Weg ins 30km entfernte Gronau zu machen, um die dortige UAA
zu dekonstruieren. Wir finden: eine hervorragende Idee, zumal hier die oben genannten Zweifel an der Verstopfungsstrategie nicht auftauchen. Innerhalb ein und derselben Mobilisierung wären Ende und Anfang der Brennstoffspirale thematisiert. Ein Bezug wäre hergestellt zum globalen Schweinesystem, d.h. zur global stattfindenden Ausbeutung und Unterdrückung. Toll, wenn dies klappt. Dafür muß jedoch massiv eingefordert werden, daß diese Idee nicht nur Anhängsel der Kein-Castor-nach-Ahaus-Kampagne wird, sondern von Beginn an ein von der gesamten Bewegung getragener Teil der Mobilisierung. Was die Praxis betrifft, können wir uns einen großen bunten Konvoi mit Sack, Pack, Schaufel, Schraubenschlüssel und Vokü von Ahaus zur Blockade nach Gronau gut vorstellen. Dort sind dann - wer das riiiesige Gelände der UAA mit dem hübschen Maschendrahtzaun kennt, - weiß das - verschiedenste Sachen denkbar (Spiele ohne Grenzen ... ).

Soweit erstmal zu den spukenden Ideen. Wenn es bei Euch auch manchmal spukt, sagt uns unbedingt Bescheid. Bleibt in Bewegung!

sofortige stillegung aller atomanlagen weltweit!!!
alles andere is' quark das uran bleibt in der erde!!! freiheit und kuchen
- für alle!!!  

Kontakt über: uran ag, c/o AntiAtomPlenum-Berlin, Kurfürstenstr. 14, 10785, Berlin, Tel.:030/2616252, Fax.:030/2619812, Mail: aap-berlin@gmx.net