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Wir sind verantwortlich für die AKTION SPRINGTEUFEL in der Nacht
zum 6. 10. 85 in Bad Lauterberg.
Wir legten eine Bombe mit brisantem Zucker-Sand-Gemisch vor dem Denkmal
des Kolonialverbrechers Herrmann von Wißmann ab und entfernten die
Gedenktafel des Kolonialtruppenverbandes vom Bergfriedhof.
Ziele der Aktion waren:
Die empfindliche Störung des Treffen des "Traditionaverbandes
ehemaliger Schutz- und Uberseetruppen, Freunde der Deutschen Schutzgebiete
e.V." in Bad Lauterberg. Dort trifft sich der Verband seit über
10 Jahren, um reaktionäre und rassistische Hetze zu betreiben, Hand
in Hand mit der NPD, den alten Kameraden vom Afrikacorps und anderen Reaktionären
und Faschisten.
Und die Bloßstellung des Staatsapparates als hohles, plumpes Ungetüm,
das mit in unsere Planung einbezogen wurde, sie erst zur großen
Wirkung entwickelte und sich selbst dabei lächerlich machte.
Am Wißmann—Denkmal deponierten wir eine Feuerlöscherbombe,
die so gebaut war, daß sie von außen nicht von einer brisanten
zu unterscheiden war. Und bis zur Öffnung als echt gelten mußte.
Das Gelände um das Schandmal wurde mehrere Stunden weiträumig
abgesperrt, die Kranzniederlegung der alten Kameraden mit Kolonialfahne
und Ordensapangen fand erst am Nachmittag statt. Über hundert "Gäste"
des Verbandes zogen es wegen der Bombe und dem entstandenen Trubel vor,
sich nicht an der Hauptveranstaltung zu beteiligen. Unsere Bombe hat ihr
politisches Ziel, die Durchkreuzung der imperialistischen Propagandashow
mit Hetze gegen die Befreiungsbewegungen in Namibia und Südafrika,
erreicht. Wir sehen unsere Aktion nicht als spontaneistische Spaßguerilla-Aktion.
Im Polizeistaat BRD steht auf die Aktion Springteufel bis zu drei Jahre
Knast. Das sollte jeder wissen. Unsere Aktion steht für anti-imperialistische
Klassensolidarität mit den Befreiungsbewegungen in Namibia und Südafrika
und für den Hoffnungsschimmer hier, zu zeigen, daß wirksamer
Widerstand mit etwas Fantasie auch hier zu machen ist ... und vor
allem auch Spaß machen kann. Denn ohne Spaß ist das Leben
nur halb so schön.
Aktion Springteufel
Gruppe:
TRAUER UM UNSEREN GENOSSEN GÜNTER SARE
am 28. 9. 85 von den Bullen ermordet.
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Hinter dem Denkmal ist der Sprengtrupp der Polizei aufgefahren, auf
dem Sockel davor (weißer Pfeil) liegt die Bombe.
BAD LAUTERBERG sp - Keine Demonstrationen, sondern eine Bombendrohung
sollte die ehemaligen Mitglieder der Schutztruppen in diesem Jahr von
einer Kranzniederlegung am Wißmanndenkmal abhalten. Bei einer Besichtigung
des Denkmals vor der Veranstaltung durch die Polizei hatten Beamte einen
Feuerlöscher entdeckt. Als Vorsichtsmaßnahme riegelten sie
den Kurpark ab. Die für 11.30 Uhr angesetzte Feierstunde mußte
somit zunächst ausfallen, wurde aber um 15 Uhr nachgeholt.
Wann man den Feuerlöscher, den man für eine
Bombe hielt, entdeckte, wollte die Polizei nicht mitteilen. Lediglich
ein Sprecher gab an, man hätte sie ,erheblich vor Beginn der Veranstaltung
gefunden. Die Feuerwehr jedoch wurde erst gegen 11.30 Uhr angefordert
und rückte zur großräumigen Absperrung mit 21 Wehrmännern
an. Die Zahl der eingesetzten Wehrleute und Polizisten war von der Polizei
in Bad Lauterberg genausowenig zu erfahren, wie der Umstand, ob es sich
nun tatsächlich um eine Bombe oder nur um einen alten Feuerlöscher
handelte. Sie bedeckte sich mit Schweigen und verwies auf die Kripo in
Goslar, die erst am heutigen Montag Auskünfte erteilen wird. Um 13.24
Uhr meldete der aus Hannover herangerufene Feuerwerker der Polizei über
Funk: ,Der Feuerlöscher ist geöffnet, es besteht keine Gefahr.
Gegenüber dem BLT ließ er durchblicken, daß sich Sprengstoff
nicht darin befunden habe.
Der einzig wirklich Geschädigte des Vorganges ist
Kurhauspächter Raab. Etwa einhundert Essen weniger als an Sonntagen
üblich wurden verkauft, da die Gäste verunsichert waren. Außer
den dreißig Essen für die »Afrikaner« wurde fast
nichts verkauft.
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