Bewegung braucht ein Symbol

Es entstehen eine ganze Reihe von Plakaten und Ölgemälden, die den Widerstand in den Vordergrund stellen und sich immer mehr dem inhaltlichen Konzept von KuK nähern.

Die wesentliche Neuerung in dieser base ist die Neugestaltung des historischen Zeichens der "Antifaschistischen Aktion".

- - kommt aus dem antifaschistischen Widerstand, der ein Schwerpunkt der Arbeit bleibt.

Schon zu Beginn der achtziger Jahre stellt sich das Problem, welches Emblem bei antifaschistischen Aktionen verwendet werden soll. Zunächst unbewußt wird das von K-Gruppen aufgegriffene Abzeichen "Antifaschistische Aktion" benutzt. sprünglich stammt dieses Symbol aus dem 1932. Im Juli dieses Jahres initiiert die KPD die "Einheitsfront Aktion". Damit verabschiedet sich die Partei von der Sozialfaschismustheorie, welche die SPD zum Hauptfeind erklärt und nicht die Faschisten. Es wird zum gemeinsamen Handeln von KPD, SPD und Unorganisierten gegen den drohenden Faschismus aufgefordert. Diese Einheitsfrontpolitik verabschiedet sich von Klassenkampfdoktrinen. Explizit sollen auch Kleinunternehmer und andere bürgerliche Schichten in diese politische Initiative miteinbezogen werden. Einheitsfront meint aber nicht Volksfront. Die Einheitsfront will linke Arbeiterparteien zusammenschließen und darüber hinaus politisch bewußte Menschen erreichen. Auch wenn bei der Einheitsfront der Klassenkampfgedanke nicht im Vordergrund steht, ist doch eine politische Ausrichtung gegen das kapitalistische System Voraussetzung. Die Volksfront kennt diese Ausrichtung nicht mehr, es bündelt sämtliche Kräfte, die gegen den Faschismus sind.

Die "Einheitsfront Aktion" wird nach kurzer Zeit in "Antifaschistische Aktion" umbenannt. Mit der Antifaschistischen Aktion entsteht keine Organisation, sondern ein Aktionsbündnis. Es handelt sich um eine Idee des praktischen Zusammenwirkens. Es ist nicht möglich, Mitglied der Antifaschistischen Aktion zu werden, es ist nur möglich, sie aktiv mitzugestalten.

 

Das Emblem "Antifaschistische Aktion" wird in den siebziger Jahren von K-Gruppen benutzt und später von Autonomen aufgegriffen. Die historischen Hintergründe sind dabei weitgehend unbekannt. Das Zeichen wird übernommen, weil es sich deutlich von dem der VVN/BdA unterscheidet und für militante Praxis steht.

Das Originalabzeichen zeigt zwei rote Fahnen in einem roten Kreis. Die Fahnen symbolisieren KPD und SPD, der Kreis einen Rettungsring. Dabei wehen die Fahnen von rechts nach links. Diese Bewegungstichtung soll zeigen, daß die Fahnen im "linken" Wind flattern. Schon in den siebziger Jahren werden die Fahnen, die im ursprünglichen Zeichen eher schlapp am Mast hängen, durch zwei zeitgemäßere und schwungvollere ersetzt. In der Entstehungsphase von KuK spielt die Auseinandersetzung mir diesem Symbol eine große Rolle. Einige der mit der Entstehung dieses Zeichens verbundenen Gedanken sind durchaus noch für die antifaschistische Bewegung in den achtziger Jahren relevant. Dennoch ist das Zeichen so nicht weiter verwendbar. Autonome sehen sich weder in der politischen Nachfolge der KPD, noch wollen sie einen Schulterschluß mit der SPD erreichen. So entstehen Embleme, die eine schwarze und eine rote Fahne zeigen, um damit die anarchistischen und kommunistischen Strömungen in der autonomen Bewegung auszudrücken. Die rote Fahne wird dabei als historischer Bezugspunkt zum antifaschistischen Widerstandskampf in der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus gesehen. Zusätzlich werden die Fahnen gedreht und leicht schräg gestellt. Das gibt dem Emblem einen offensiveren Charakter. Die Bewegungsrichtung verläuft von links gegen rechts. Die imaginäre Menschenmenge unter den Fahnen geht gegen rechts vor. Anfänglich werden beide Varianten, rote auf schwarzer bzw. schwarze auf roter Fahne benutzt. KuK verwendet ab 1987 ausschließlich die rote auf der schwarzen Fahne.