Historische Beziehungen

Wie die detaillierten Überlegungen zum Emblem "Antifaschistische Aktion" andeuten, interpretiert sich KuK im Zusammenhang mit einem historischen Prozeß.

Dabei geht es nicht darum, an überkommene Vorstellungen anzuknüpfen oder entsprechende Traditionen fortzuführen. Die Kämpfe der Vergangenheit haben für das hier und heute nur noch bedingt Bedeutung, direkte Verbindungslinien können kaum gezogen werden. Zu groß sind die unterschiedlichen gesellschaftlichen Voraussetzungen. Selbst Inhalte und Ziele vergangener Bewegungen sind selten übertragbar. Für KuK gibt es keine direkte Traditionslinie, aber Berührungspunkte zum emanzipatorischen Charakter vergangener Bewegungen. Daher spricht KuK nicht von einer eindimensionalen Kontinuität, interpretiert sich aber trotzdem im Kontext der Geschichte. Die frühesten historischen Bezugspunkte stellen sich für KuK mit der Zeit der Vorreformation und der Bauernkriege (1524 bis 1526) her.

Kodifizierte Sprache

KuK-Arbeiten erheben den Anspruch, in einer möglichst allgemeinverständlichen Formsprache nicht nur auf ein konkretes Thema zu verweisen, sondern darüber hinaus komplexe Zusammenhänge darzustellen. Daher arbeitet KuK oft mir Symbolen und bildlichen Metaphern. Diese Bildersprache von Farb- und Formsymbolik wird als kodifizierte Sprache bezeichnet.

Widerstandskunst oder sozialistischer Realismus

Besondere Bezugspunkte finden sich zur Kunst in der entstehenden Sowjetunion. Dort kann sich Kunst zum ersten Mal in der Geschichte nach einer siegreichen proletarischen Revolution entwickeln. Es entsteht eine Vielzahl von Experimenten und neuen Theorien. Zum entscheidenden Medium in den ersten Jahren der UdSSR wird das Plakat. Da der größte Teil der Bevölkerung weder lesen noch schreiben kann, wird Plakatagitation in jedem gesellschaftlichen Bereich eingesetzt.

Die Beschäftigung mit dieser historischen Phase ist für KuK besonders wichtig, insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen den in traditionalistischen und realistischen Formen schaffen den Künstler/innengruppen und neuen, in abstrakten Formen arbeitenden Strömungen wie den Konstruktivisten.

Die Phase freier linker Kunstentfaltung in der Sowjetunion währt nur wenige Jahre. Avantgardistische Experimente werden bald verboten und ein "realistischer" Kunststil mit dem Namen "Sozialistischer Realismus" kreiert. Zur Kunstauffassung des Sozialistischen Realismus hat KuK keine Bezugspunkre. Im sozialistischen Realismus ist die Funktionalisierung der Kunst auf den Höhepunkt getrieben. Es handelt sich um Kunst im staatlichen Auftrag, nicht um Widerstandskunst.

Die revolutionäre Kunstbewegung der Weimarer Republik Mit der Novemberrevolution 1918 im Deutschen Reich entstehen eine ganze Reihe revolutionärer Kunstansätze.