1918 formieren sich Gruppen wie die "Novembergruppe" und der "Arbeiterrat für Kunst". 1924 gründet sich mit der "Roten Gruppe" die erste kommunistische Künstlervereinigung in Deutschland, deren Mitglieder sich zuerst als Kommunist/in und dann als Künstler/in begreifen. Sie verstehen sich als "Werkzeuge... im Dienste des Klassenkampfes" ("Rote Fahne", Nr. 55/1924). Zu den führenden Mitgliedern der "Roten Gruppe" gehören George Grosz und John Heartfield. Für die sich entwickelnde "proletarische Kultur" schafft die KPD im gleichen Zeitraum den Begriff "Kampfkultur".

Zu einem der wichtigsten Texte aus diesem Zusammenhang zählt ,Die Kunst ist in Gefahr', ein Versuch, die Gedanken der politisierten Kunstschaffenden auf den Punkt zu bringen.

"Ma/e brauchbar Wem die revolutionäre Sache der Arbeiterschaft keine Redensart oder ,schöne, aber /eider nicht zu verwirk/ichende Idee, ist, der kann sich nicht damit zufriedengeben' harmlos oder formproblematisch drauflos zu arbeiten.

Er wird sich bemühen, der Kampfidee des Arbeiters Ausdruck zu verleihen, wird den Wert seiner Arbeit an ihrer sozia/en Brauchbarkeit und Wirksamkeit messen, nicht an unkontrollierbaren individuellen Kunstprinzipien oder am öffentlichen Erfolg" (George Grosz und Wieland Herzfelde. Die Kunst ist in Gefahr. Ein Orientierungsversuch, 1925).

Die politischen Künstler/innen-Gruppen zerfallen genauso schnell, wie sie gegründet werden. 1927 beschließt der elfte Parteitag der KPD in Essen die Bildung einer ,roten Kulturkampffront". Daraufhin gründet sich im März 1928 in Berlin die ,Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands' (ARBKD); 1931 umbenannt in BRBKD (Bund Revolutionärer Bildender Künstler Deutschland).

Der ARBKD wird zu einer Massenorganisation, die unter Parolen wie "Kunst ist Waffe" eine politische Klassenkampfkunst propagiert. Es beginnt eine breit gefächerte Kulturarbeit mit Ausstellungen, Theatervorführungen und anderen Aktionen.

Damit entsteht in Deutschland die erste große revolutionäre Kunstbewegung, die in Verbindung mit einer politischen Bewegung agiert. Ihre Aktivist/innen werden schon bei der ersten Verhaftungswelle der Nationalsozialisten im Frühjahr 1933 in die Gefängnisse und Konzentrationslager verschleppt, ihre Kunst als "entartet" diffamiert.

So grundlegend die Ansätze der zwanziger Jahre sind, weisen sie doch ein grundsätzliches Defizit auf:

Kunst funktionalisieren zu wollen, führt zu einem reduzierten Kunstbegriff, der Kunst zur Propaganda degradiert.

Im Gegensatz zu einer solchen Auffassung interpretiert KuK Kunst nicht als eine der Politik untergeordnete Funktion.