handverlesenes Spezialpublikum zu machen, sondern sie in den Zusammenhang mit dem politischen Kampf zu stellen, ist das Plakat ein entscheidendes Medium.

Allerdings sieht der übergroße Teil der politischen Szene in ihren Plakatprodukten keinesfalls Kunst, was sich im Umgang mit Plakaten, vor allem ihrer Betrachtung und in der Güte der Produktionen augenfällig dokumentiert. KuK geht anders an Plakate heran, begreift Kunst als soziale Aufgabe. Dabei ist KuK mehr als bloße Agitation.

KuK-Plakate

KuK-Plakate verfolgen bestimmte Prinzipien, deren Umsetzung bei jeder Arbeit angestrebt wird. Das sind:

1. Entstehung im Zusammenhang mit der politischen Bewegung, Initiative, Aktion.

2. Bei den abgebildeten Illustrationen auf den Plakaten wird eine allgemeinverständliche Symbolik verwendet.

3. Es soll nicht nur ein politischer Sachverhalt festgestellt, sondern auch der Widerstand dagegen dargestellt und propagiert werden.

4. Auch ohne Schrift und dem unmittelbaren zeitlich/politischen Zusammenhang müssen die Plakatabbildungen verständlich sein, für sich sprechen. Das heißt, faktisch stellen sie eine Art Bildgeschichte dar beziehungsweise wird eine in Abbildungen kodifizierte Sprache verwendet.

So soll zumindest das Hauptanliegen von KuK-Plakaten auch Menschen verständlich sein, die mit Politik nichts zu tun haben. Die Plakate sind so angelegt, daß sie auch noch in späteren Jahren eine Definition der politischen Aktion und des politischen Standortes der Plakate ermöglichen.

5. Die Abbildungen stellen nicht nur das tagespolitische Ereignis dar, für welches das Plakat unmittelbar erstellt wird, sondern versuchen, ein möglichst umfassendes Bild der gesellschaftlichen/politischen Abläufe zu zeichnen.

6. Bei der Gestaltung der Plakate wird versucht, die Prinzipien eines agitatorisch wirksamen Plakates mit denen eines Kunstwerkes zu verbinden.

7. Die technische Ausführung ist möglichst sorgfältig und exakt.

Gibt es Kunst?
In der modernen kapitalistischen Gesellschaft wird als Kunst definiert, was sich als solche verkauft.

Demgegenüber verfolgt KuK einen Kunstbegriff, der davon ausgeht, daß Kunst als ein besonderes menschliches Medium, eine Art über geordnetes, nicht rationales Prinzip, existiert.

Dabei ist das Medium Kunst keiner Form verpflichtet. Das Problem, etwas zu malen, wird nicht dadurch gelöst, es möglichst naturalistisch oder abstrakt wiederzugeben, sondern das umzusetzen, was im Menschen das betreffende Gefühl erwecken kann. Kunst interpretiert Empfindungen und drückt sie aus!

Das Medium Kunst zu beherrschen, setzt deshalb voraus, daß das, was künstlerisch wiedergegeben werden soll, als Emotion begriffen wird. In der Konsequenz heißt Kunst, Dinge und Zusammenhänge von innen zu begreifen, sich in sie hineinzuversetzen. Das bedeutet, daß ein/e Künstler/in nur Dinge im Medium Kunst darstellen kann, die er/sie (zumindest bis zu einem bestimmten Grad) selber ist.

Revolutionäre Kunst

Kunst heißt Bewußtsein schaffen, Widersprüche entwickeln, Probleme aufzeigen, Lösungen provozieren. Kunst heißt, in individuelle und gesamt gesellschaftliche Prozesse eingreifen und immer wieder den Versuch der Klärung zu unternehmen, also Stellung zu beziehen. Nur diese Inhalte heben Kunst von billiger Propaganda ab. Propaganda und Produktwerbung unternehmen das Entgegengesetzte: Keine Widersprüche, keine Entwicklung von Bewußtsein, nur der Versuch, Tatsachen zu vertuschen, einfache Lösungen zu bieten, zum Kaufrausch abzurichten, zur Gedankenlosigkeit zu verführen.