| Die Revolution ist kulturfähig Revolution bedeutet mehr als ein "bloßer" Umbau der Staatsform, als die bloße Veränderung der ökonomischen Machtverhältnisse. Revolution bedeutet gesamtgesellschaftliche Veränderung, bedeutet Überwindung alter Werte-, Moral- und Kultur- Vorstellungen durch neue, fortschrittliche. Ein Bewußtseins- und Gefühlsprozeß ist Grundvoraussetzung für die Veränderung der ökonomischen Machtverhältnisse -und umgekehrt. Das eine kann nicht vom anderen getrennt werden. Der herrschende Machrapparat kann nicht zerschlagen werden, ohne daß dies Menschen tun, die die Welt schon anders interpretieren, ein anderes Lebensgefühl, andere Moral- und Kulturvorstellungen besitzen. Mehr noch: Ohne das Gefühl und das Wissen von einer besseren Welt sind für das menschliche Individuum die Entbehrungen, Opfer und Konsequenzen, die ein "revolutionärer" Kampf bedeutet, gar nicht durchzustehen. Positiv formuliert ist für das Individuum der Kampf für eine andere Gesellschaft völlig farblos, leer und unsinnig, wenn nicht schon während dieses Prozesses ein sehr intensives Lebensgefühl und eine Lebenspraxis/ -weise existiert, mit der mensch sich über die alten Normen hinwegsetzt. Ein revolutionärer Umbau der Gesellschaft beginnt daher nicht erst mit der Zerschlagung des alten Machtgefüges, sondern der Weg dorthin ist schon Teil dieses Prozesses. Kollektivität ist dabei die Triebfeder jedes revolutionären Handelns. |
Was bedeutet "kulturfähig"? Die alte Ordnung anzugreifen und in Frage zu stellen hat zur Bedingung, über Alternativen für eine neue Gesellschaft zu verfügen. Alternativen, die jeden Bereich der alten Gesellschaft umfassen und wirkliche Perspektiven aufWeisen. Eine Bewegung, die eine solch umfassende Perspektive nicht bieten kann und nicht die fundamentale Änderung der gesamten bestehenden Herrschaft zum Ziel hat, kann nicht revolutionär sein. |
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