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[Quelle: Flugblatt zur Demo]

Nazi-Morde
...nicht mehr der Rede wert?!

Am Montag, den 26.7.99 wird der Punk Christian von vier Naziglatzen am S-Bahnhof Greifswalder Straße (Prenzlauer Berg) vor die Bahn gestoßen. Er liegt im Koma, hat einen Arm und ein Bein verloren und schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Die Polizei ignoriert bewußt die politische Motivation dieses versuchten Mordes. Die Presse verdreht den Sachverhalt und sucht die Schuld bei den Punks.

Anfang Juli wird Justus F. am Alexanderplatz nach einem Wortgefecht von Naziglatzen verprügelt. Am nächsten Morgen ist er tot. Offizielle Todesursache ist Herzstillstand. Seine Mutter hat auf den Übergriff hingewiesen, ihr wird jedoch geraten, hier keinen Zusammenhang zu suchen.

Am Montag, den 26.7.99 wird der Punk Peter in der Proskauer Straße von Faschos zusammengeschlagen. Möglicherweise wird er querschnittsgelähmt bleiben. Auch in diesem Fall bemüht sich die Polizei nicht um Aufklärung.

Wir wollen uns nicht in die panische und unqualifizierte Diskussion um die "gefährdete Innere Sicherheit" einreihen. Wir fordern keine härteren Strafen oder verschärfte Bullenpräsenz, vielmehr geht es uns darum, diese Vorfälle in den Kontext des in Deutschland vorherrschenden nationalistischen und rassistischen Konsens zu stellen.
Wir wollen der Verschleierungstaktik der deutschen Behörden entgegenwirken, die Teil der Entpolitisierung faschistischer Morde ist.
Faschos, die Punker zusammenschlagen oder ermorden, sind und waren niemals "orientierungslose Einzeltäter", und das Problem sind auch keine "rivalisierenden Jugendbanden".

Wider den nationalen Konsens!
Nie wieder Deutschland!
Wut und Trauer mit den drei Opfern der letzten Übergriffe!




Was die Presse verdreht und was uns Augenzeugen erzählt haben...

Am vergangenen Montag, den 26.7. um ca. 21°° Uhr, steigt eine Gruppe von fünf Punks am S-Bahnhof Schönhauser Allee in die Bahn.

Kaum sind sie im Zug, begegnen ihnen vier Glatzen, die sie mit "Steigt mal aus, Scheiß Zecken!" begrüßen und Ratschen (Werkzeuge zum Festschrauben von Gerüsten) ziehen. Eine Schaffnerin kommt vorbei und fragt die Punx, ob sie Streß haben, worauf die Glatzen aussteigen und die Punx eine Station zur Bornholmer Straße zurückfahren.

Dort am Bahnhof werden sie prompt von den Bullen kontrolliert. Nach einer Weile fahren sie über die Schönhauser mit dem Schienenersatzverkehr zurück zur Greifswalder Straße. Obern auf dem Bahnsteig begegnen sie drei von den Faschos, mit denen sie vorher schon Bekanntschaft machen mußten. Die Faschos pöbeln und die Punx pöbeln zurück. Nach kurzem hinundher fangen zwei an, sich zu prügeln. Während sie S-Bahn einfährt, schubst der Fascho Christian auf die Schienen.

Christian schafft es nicht mehr rechtzeitig, den Bahnsteig wieder hochzuklettern und verliert einen Arm und ein Bein.

Kurze Zeit später kommen die Bullen und führen die Punx ab, zwei davon in Handschellen. Auch die Faschos werden noch an Ort und Stelle festgenommen. Der Täter versucht abzuhauen, was aber nicht klappt. Die Faschos werden relativ schonend behandelt und nach kurzer Zeit wieder freigelassen, während die Punx 4 Stunden bei den Bullen rumsitzen müssen.

Die Bullen erstatten Anzeige gegen die Faschos, diese erstatten wiederum eine Gegenanzeige wegen Körperverletzung.

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