Spackparade
30.11.1999 in Berlin
Berlin: Spackparade ein Erfolg
Die sogenannte "Spackparade" ging erst um 23 Uhr 15 zu Ende! Die TeilnehmerInnen hatten viel Spass, trotz kaltem Wetter. Die Parade wies auf ungewöhnliche Art auf die Folgen der neoliberalen Politik und Globalisierung auf lokaler Ebene (die Umstrukturierung im Stadtteil, "Kiez") hin, mit Sprechchören und Transparenten die nach mehr Ordnung, Sauberkeit, Polizei riefen. Sie forderten Trockenobst und "Wohlstand für Aale". "Eins, zwei, drei, mehr Polizei!" skandierten die ParadeteilnehmerInnen angesichts von zwei Wasserwerfern, Räumpanzern und allerhand anderem Geschütz, die aber traurigerweise nicht zum Einsatz kamen. Stattdessen schmissen die Demonstrierenden mit Pflastersteinen aus Styropor, mit Holzspänen und Sahne um sich. Unterwegs wurden parkierende Autos und die Bürgersteige blitzblank poliert. Die PolizistInnen guckten etwas verwirrt, bemühten sich aber trotzdem, alle Luxusfresstempel und Schickmicki-Läden zu schützen, an denen wir vorbeikamen und wunderten sich, warum diese nicht angegriffen wurden. Vermutlich hatten sie den Passus, es gehe nicht um Anti-BonzInnen-Kiez-Romantik, in den verschiedenen Aufrufen (siehe z.B. www.freespeech.org/inter/spack.htm) überlesen. Dias, die teilweise auf Häuserwände projeziert wurden ("Jam the WTO"), unterhielten mit Abenteuern von Dr. Spack und den Klingonen, und auf Demos seltene zu hörende Schlagermusik (Rex Gildo, aber auch Lieder wie "Heidi" und "Dschingis Khan") liessen die Teilnehmenden ausgelassen tanzen. (Bericht einer Teilnehmerin)
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