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[Quelle: Flugblatt]
"Sozialhygiene" a la Strieder
"Green Cops" jetzt auch in der Warschauer Straße unterwegs. Ihr Auftrag: "Rücksichtslosen Minderheiten Grenzen setzen!"
Nach der Müllerstraße in Wedding und der Hermannstraße in Neukölln sollen demnächst auch in Friedrichshain "Green Cops" ("Umweltstreifen") eingesetzt werden. Im Rahmen des Stadtvertrags "Saubere Warschauer Strasse", der im April u.a. von Bezirksamt, Senat, Polizei und der Einzelhändlervereinigung "IG Warschauer Straße" unterschrieben werden soll, beginnt die nächste große Sauberkeitsoffensive von Strieder & Co. Es geht den Saubermännern seit der widerlichen "Berlin - Es ist Eure Stadt"-Aktion längst nicht mehr nur um die Glitzerwelten am Kudamm und um noble Einkaufszentren sondern vermehrt um durch den Einzelhandel geprägte Gebiete sogenannter "Problembezirke". Diese Strategie steht im Rahmen der CDU/SPD-Kampagne gegen die "Ghettoisierung" einzelner Stadtbezirke, die auch schon zur bevorstehenden Einrichtung eines "Quartiersmanagements" rund um den Boxhagener Platz geführt hat.
Den "KAMPF für mehr Sauberkeit" soll den Bewohnern "soziale Perspektiven in einem lebenswerten Umfeld geben", Perspektiven, die sie schon längst nicht mehr haben. Die Green Cops sollen "rücksichtslosen Minderheiten wie rasenden Radfahrern (!), Umweltverschmutzern oder Hundebesitzern" den Garaus machen, gegen "Graffitti-Kriminalität" und Vandalismus vorgehen: "Sie melden Schmutzecken und versuchen rücksichtslose Stadtbildverschmutzer von ihrem Tun abzubringen". (alle Zitate aus "FRIEDRICHSHAIN. Zeitschrift für Stadterneuerung." 1/99) Sowohl in Neukölln als auch im Wedding sind zur Zeit je 30 Green Cops unterwegs. Die Hilfspolizisten des Umweltsenators bilden die Vorhut einer neuartigen Version des Ökofaschismus. "Umwelt" heißt jetzt in erster Linie "sauber und ordentlich" - und da waren die Deutschen schon immer Vorreiter. So haben wir uns die Verknüpfung von Umweltschutz und sozialer Frage nicht vorgestellt!!!
Denn wer mit "Stadtbildverschrnutzer" in erster Linie gemeint ist, dürfte klar sein. Punks, Nicht-Deutsche, Obdachlose und Linke aller Art. Die Warschauer Straße soll zur "Pilotmeile" für die koordinierte Arbeit zwischen Verwaltung, Polizei, Einzelhändlern und Berliner Stadtreinigung (BSR) werden. Schmutz, Dreck und Gesindel sollen in Zukunft "prompt entfernt" werden. Bei Erfolg dann wohl auch in ganz Friedrichshain und in anderen "Problemkiezen".
Deshalb:
Zero Tolerance für Green Cops!
Schmutz, Schande und Gesindel für die Warschauer!!
Schmuddelberlin muß bleiben!!!
V.i.S.d.P.: Oskar a. d. Mülltonne, Sesamstraße 7, Berlin
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