Termine | Adressen | Volxküchen | Themen | Links | Kontakt | Startseite

[Quelle: Flugblatt vom Berliner Bündnis gegen IG Farben]

Kein "Neuanfang" für IG Farben!

Solidarität mit den Überlebenden der NS-Zwangsarbeit!

IG Farben-Aktionärsversammlung verhindern!
Donnerstag, 25. März 1999, 8.30 Uhr
vor der Stadthalle Bergen, Marktstr. 15
Frankfurt Bergen-Enkheim

Am 25. März 1999 soll die Aktionärsversammlung der IG Farbenindustrie AG "in Abwicklung" (IG Farben) in Frankfurt/Main stattfinden. Dort soll beschlossen werden, die Liquidatoren - so heißen die Vorstandsmitglieder von IG Farben - zu beauftragen, die Gründung einer Stiftung zur Entschädigung der Opfer von IG Farben und zur Erforschung der Geschichte des Unternehmens vorzubereiten. Diese Ankündigung ist nichts neues: Als sie Anfang der neunziger Jahre noch auf die Rückgabe des IG Farben-Vermögens in der ehemaligen DDR hofften, kündigten sie schon einmal eine Stiftung an. Dieses Mal erhoffen sich die Liquidatoren die Rückgabe von Vermögen aus der Schweiz - ein Versuch, der schon vor 16 Jahren fehlgeschlagen ist.

Im vergangenen Jahr mußte die Hauptversammlung des während des deutschen Faschismus weltweit größten Konzerns, der für die Vernichtung von zehntausenden Sklavenarbeitern im konzerneigenen Konzentratinslager Auschwitz III verantwortlich ist, mehrfach verschoben werden und konnte schließlich nicht mehr stattfinden: Aufgrund von Protesten, die seit über zehn Jahren von einem bundesweiten Bündnis ehemaliger ZwangsarbeiterInnen, AntifaschistInnen und kritischer AktionärInnen organisiert werden, fand sich in Frankfurt niemand mehr, der den IG Farben Räume zur Verfügung stellte.

IG Farben hat mit der Durchführung der Aktionärsversammlung so lange gewartet, bis die Entschädigung der Überlebenden der NS-Zwangsarbeit im Sinne der deutschen Unternehmen geregelt war. Jener Entschädigungsfonds, wie er jetzt unter Vermittlung der Bundesregierung und ohne Verhandlungen mit den Betroffenen präsentiert wurde, entlastet nur die Unternehmen und schafft für die Überlebenden neues Unrecht. Nicht nur, daß sie je nach Wohnort ungleich behandelt werden, nicht nur, daß sie im Gegenzug für Entschädigungszahlungen auf weitere Rechtsansprüche verzichten sollen: Sie werden vor die Alternative gestellt, entweder diese Regelung zu akzeptieren oder auf eine Entschädigung zu verzichten. Vor dem Hintergrund der schlechten sozialen Lage vieler Überlebender - nicht nur in Osteuropa - und ihres hohen Alters entpuppt sich die scheinbare Großzügigkeit der Unternehmen als Erpressung.

Gemäß der vom Chef der Deutschen Bank, Breuer, vorgegebenen Linie, mit dem Entschädigungsfonds der deutschen Wirtschaft solle ein Schlußstrich gezogen werden, wittert IG Farben-Liquidator Pollehn im Zuge der angekündigten Regelung jetzt die Möglichkeit für einen "Neuanfang für IG Farben". Das ist eine klare Absage an die Forderung der Überlebenden, IG Farben endlich zu liquidieren - von der im vergangenen Jahr angekündigten schnellen Abwicklung der seit über 40 Jahren bestehenden Abwicklungsgesellschaft soll auf der Aktionärsversammlung keine Rede sein.

Wir fordern die sofortige Auflösung der IG Farbenindustrie AG "in Abwicklung" und die Verwendung des gesamten Firmenvermögens zur Entschädigung der Opfer von IG Farben und zum Erhalt der KZ-Gedenkstätte Auschwitz.

Nach über zehn Jahren sind die Proteste gegen die Aktionärsversammlungen der IG Farben zu einem Symbol des Kampfes um Entschädigung und gegen die Verleugnung des Verbrechens der Zwangsarbeit geworden. In Solidarität mit allen ehemaligen ZwangsarbeiterInnen rufen wir deswegen dazu auf, die IG Farben Aktionärsversammlung am 25. März zu verhindern. Sollte es uns im Vorfeld nicht gelingen, die Kündigung des Mietvertrages durchzusetzen, werden wir die Aktionärsversammlung mit Protestaktionen inner- und außerhalb des Tagungsortes undurchführbar machen.

Veranstaltung: "Die Profiteure der Zwangsarbeit müssen zahlen" - Es sprechen Peter Gingold (VVN, ehem. Resistance) und Tjark Kunstreich (Auschwitz-Komitee), Di., 16.3.99, 19°° im Kato (U-Bhf. Schlesisches Tor)

Mobilisierungsveranstaltung am 22.3.99 um 19°° im Ex.

Busfahrkarten kosten 25,- Mark und sind auf den Veranstaltungen, im Ex, M99 und bei Schwarze Risse zu erwerben.

IG Farben auflösen - ZwangsarbeiterInnen entschädigen!

Das Berliner Bündnis gegen IG Farben:
FelS Antifa/Antira AG, Gruppe Venceremos, Antifaschistische Aktion Berlin/BO, Auschwitz-Komitee, Junge Linke/JungdemokratInnen Lv Berlin, Antifa Initiative Moabit, GewerkschafterInnen gegen Rassismus, Lagergemeinschaft Ravensbrück.

E-Mail an Stressfaktor
E-Mail an den Stressfaktor
Termine | Adressen | Volxküchen | Links | Kontakt | Startseite | Anfang dieser Seite