Kurzmeldungen

Mai

3. Mai
- Morgens wurden elf Scheiben des Kreiswehrersatzamtes in Potsdam eingeworfen und das Gebäude mit Anti-NATO-Parolen verschönert.

1. Mai
- In Berlin kamen über 15.000 Menschen zur revolutionären Mai-Demo. Kurz vor Schluß knüppelten die Bullen die Demo brutal auseinander und verletzten viele Menschen. Eine Frau wurde so stark auf den Kopf geschlagen, daß der Knüppel brach. Auch gegen PassantInnen und JournalistInnen wurde aggressiv vorgegangen. Die Bullenstatistik sprach von 130 Festnahmen, 160 verletzten Bullen und über 20 Haftbefehlen.

April

29. April
- In Berlin wurde das Polizeigesetz (ASOG) verschärft. Gegen die Stimmen von PDS und Grüne wurden verdachtsunabhängige Kontrollen beschlossen.

28. April
- Rund 1.600 Kurden demonstrierten in Hagen (Nordrhein-Westfalen) für einen fairen Prozeß gegen den inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan.
- In Greifswald wurden in der Nacht drei ausländische Studenten in einem Imbißrestaurant mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft und tätlich angegriffen. Ein 27jähriger Angreifer habe einen Stuhl in Richtung der Studenten geworfen und dabei einen 25jährigen Syrer leicht verletzt. Der Täter wurde vorläufig festgenommen und gegen ihn ein Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet, teilte die Polizei weiter mit.

23. April
- In Magdeburg wurden wieder linke Jugendliche von Nazis überfallen. Drei Punks wurden verletzt, einer lebensgefährlich.

20. April
- Die türkische Staatsanwaltschaft forderte die Todesstrafe für Abdullah Öcalan.
- Wie jedes Jahr zu Hitlers Geburtstag traten auch diesmal wieder die Fascho-Ärsche in Aktion. In Berlin-Pankow wurde gegen 22 Uhr ein türkischer Imbißstand angezündet. An einem See bei Schönefeld (südlich von Berlin) feierten rund 30 Nazis.

19. April
- In Wandlitz (Brandenburg) wurde ein 16jähriger vietnamesischer Schüler von vier jungen Männern mit rassistischen Sprüchen beschimpft und geschlagen.

17. April
- In Bonn demonstrierten über 80.000 kurdische Menschen aus ganz Europa für die Freiheit Kurdistans und die Freilassung von Öcalan.
- In New York demonstrierten 15.000 Menschen gegen den NATO-Krieg.
- Im Londoner Stadtteil Brixton explodierte ein Bombe. Vier Personen wurden von den umherfliegenden Nägeln verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich die Naziterrorgruppe Combat 18.

13. April
- Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin wies eine Klage der 1952 gegründeten rechtsextremen Wiking-Jugend gegen ein Verbot ab, das das Bundesinnenministerium 1994 verhängt hatte. Die Richter begründeten dies mit der Nähe zum Nationalsozialismus.

12. April
- Etwa 30 Autonome besetzten aus Protest gegen den Krieg gegen Jugoslawien die Landesgeschäftsstelle der Grünen in Berlin. Dort wollten sie ein "Gegen-Informations-Büro" eröffnen, um "der herrschenden Kriegspropaganda aktiv etwas entgegenzusetzen". Am Tag darauf liessen die Grünen die BesetzerInnen von den Bullen räumen.

10. April
- Die NPD verlegte ihren in Berlin-Weißensee geplanten Aufmarsch gegen die doppelte Staatsbürgerschaft nach Marzahn (ca. 150 Nazis). In Weißensee demonstrierten etwa 500 Menschen gegen die Nazis.

5. April
- Zwischen 15.000 und 20.000 Menschen nahmen im Rahmen der Osterspaziergänge an einer Antikriegsdemo in Berlin teil.

4. April
- In Neuruppin demonstrierten etwa 250 Menschen gegen Rechtsextremismus. Ein geplanter Aufmarsch der NPD wurde kurz vorher verboten.

März

28. März
- Ein 19jähriger Deutscher verletzte in Schwedt einen libanesischen Asylbewerber schwer. Der Täter stand auf seinem Balkon, als zwei "ausländisch aussehende Menschen" die Straße vorbeigingen. "Die Türken stech ich ab", rief er, griff sich ein 25 Zentimeter langes Küchenmesser und rammte das Messer einem der beiden Passanten so heftig in den Rücken, daß es abbrach. Der Libanese befand sich wenige Tage später außer Lebensgefahr.

- In Potsdam bedrohte ein Mann eine 31jährige Brandenburgerin, weil sie mit ihrem afrikanischen Mann in die Nachbarschaft ziehen wollte.

27. März
- Etwa 5.000 Menschen demonstrierten auf dem Berliner Alexanderplatz gegen den NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Am Rande kam es zu Rangeleien der Bullen.
- Am gleichen Tag demonstrierten in Berlin etwa 1.500 Menschen für die Freilassung von Abdullah Öcalan.

24. März
- Die NATO begann mit der Bombardierung Jugoslawiens. Deutsche Tornados waren daran ebenfalls beteiligt. Schröder und Scharping forderten die Bevölkerung auf, sich hinter die eingesetzten Bundeswehrsoldaten zu stellen.

9. März
- In Saarbrücken explodierte nachts ein Sprengsatz an dem Gebäude, in dem sich die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" befindet. Es entstand hoher Sachschaden. Die Ausstellung sollte aber weitergehen.

Februar

- Am 27.2. demonstrierten etwa 300 Antifas in Wurzen unter dem Motto "Weg mit dem Nazi-Spuk". Die Bullen nahmen 22 Rechte fest, die aus einem Haus die Demo mit Fäkalien und Bier beworfen hatten.

- Am 27.2. marschieren Neonazis in Magdeburg und Angermünde. In diesen Städten gibt es auch einige Gegendemonstrationen.

- Während am 20.2. etwa 17.000 KurdInnen in ganz Deutschland gegen die Festnahme Öcalans und gegen die Erschießung von KurdInnen in Berlin demonstrieren können, wird über Berlin ein Demonstrationsverbot verhängt.

- An einer bundesweiten Demonstration für Mumia Abu-Jamal am 20.2. in Hamburg nehmen etwa 7.000 Menschen teil.

- In Saarbrücken demonstrieren am 20.2. etwa 400 Neonazis gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht". Gegen die Nazis gehen etwa 1.000 Menschen auf die Straße.

- Bei einer versuchten Besetzung des israelischen Konsulats am 17.2. in Berlin werden drei KurdInnen vom Sicherheitspersonal erschossen und 15 verletzt. 230 Personen werden festgenommen. Die Identität der Toten und Verletzten wird von den Bullen 3 Tage lang nicht bekanntgegeben.

- Bei einem Brandanschlag am 14. Februar wird der Dienstwagen des Hamburger Innensenators Hartmuth Wrocklage (SPD) völlig zerstört.

- Am 13. Februar fand auf einer Burg in Budapest eine von den Behörden geduldete Waffen-SS-Gedenkfeier statt. Danach randalierten (unter anderem auch deutsche) Neonazis in einem Budapester Neonazis-Treff. In Berlin stoppten die Bullen zwei Reisebusse mit etwa 100 Neonazis, die auf dem Weg nach Budapest waren.
[Quelle: Frankfurter Rundschau, 18.2.99]

- Am 13. Februar demonstrieren in Berlin etwa 2.000 Leute gegen die geplante Versteigerung des Wohn- und Veranstaltungsprojektes Köpi.

- In der Nacht zum 13. Februar (Samstag) hetzen mehrere rechte Jugendliche drei ausländische Menschen durch Guben (Brandenburg). Dabei verletzt sich der 28jährige Algerier Omar Ben Noui so schwer an einer Glastüre, daß er verblutet und stirbt. Zehn Neonazis werden zum Teil vorübergehend festgenommen.

- In der Nacht zum 7. Februar (Sonntag) wurden auf dem U-Bahnhof Lichtenberg zwei Skinheads von einer Gruppe Antifas überfallen. Nach Bullenangaben schlugen mehrere Personen mit Baseballschlägern und Keulen auf den 20jährigen aus Marzahn und den 21jährigen aus Lichtenberg, die zur ambulanten Behandlung in eine Klinik kamen. Die Antifas konnten flüchten.
[Quelle: Berliner Zeitung, 8.2.99]

Januar

- In Berlin-Pankow versuchten Nazis am 30. Januar ein Skinheadkonzert abzuhalten. Die Bullen überprüften 300 Nazis.

- In Potsdam demolierten am 30. Januar drei Jugendliche einen CDU-Unterschriften-Stand und entkamen unerkannt. Ein CDU-Mitglied wurde mit Fäusten ins Gesicht geschlagen.

- Am 30. Januar gab es in Kiel einen gerichtlich genehmigten Nazi-Aufmarsch gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht". Mehrere hundert Antifas schafften es immer mal wieder die etwa 1.000 Nazis mit Flaschen, Steinen und brennenden Barrikaden aufzuhalten. Doch die Bullen schützten die Nazis mal wieder, änderten die Route leicht ab, setzten Wasserwerfer ein und nahmen über 50 linke Demonstranten fest.