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BZ-Schlagzeile

Während am 20. Juli 1999 über 1.000 Menschen gegen das "öffentliche" Gelöbnis im Berliner Bendlerblock demonstrierten, gelang es etwa 18 Personen trotz schärfster Sicherheitsvorkehrungen mitten in die Feierlichkeiten hereinzuplatzen.

Genau in dem Moment, als einige Soldaten ihren Eid auf die Fahne ablegten, sprangen sie von den Tribünen und liefen teilweise halbnackt oder mit Parolen auf Regenschirmen ("Tucholsky hat recht") kreuz und quer zwischen den ernst dreinblickenden Gelöbnixten herum. Es war richtig schön, das im Fernsehen oder in den Zeitungen zu sehen. Leider wurden sie dann etwas brutal von den Feldjägern eingefangen. Dabei soll es auch einige Verletzte gegeben haben.

Ballermann

Der Bundeskanzler tat sich mit der sexistischen Aussage hervor, "daß es nicht immer die Mädchen mit den besten Figuren sind, die sich ausziehen". Vielleicht hatte er im Eifer vergessen, daß er gerade doch nicht bei seinen Kumpels am Ballermann-Tresen saß. Dazu sagen wir: Es bestätigt, daß es nicht immer die Männer mit dem größten IQ sind, die ihr Maul am weitesten aufreißen! Für das Einsammeln von Demonstrationsgegenständen bekam er dann von den Gelöbnisgästen Applaus. In seiner Rede lobte er die Bundeswehr als erfolgreiche, "demokratische Institution eines demokratischen Staatswesens" und bezeichnete sie als wirkliche Friedens-Streitmacht (prust!).
"Ziege" Scharping versuchte die gelungene Aktion zuerst als "nicht so schwerwiegend" herunterzuspielen. "Protest sei in einer Demokratie absolut legitim", sagte er. Später kamen ihm dann doch wieder die Tränen, weil seiner lieben Truppe so böse mitgespielt wurde.
Die "Verteidigungsexpertin" der Grünen, Angelika Beer, fand die Störung "voll daneben". So sind sie eben heute, die damaligen KriegsgegnerInnen!

Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär

Die mehr als 1.000 DemonstrantInnen bekamen mal wieder die Berliner Polizei zu spüren. Wenn sie von schweren Ausschreitungen sprechen, dann sieht das meistens so aus: Die Bullen meinen, sie müßten in die Demo reinreiten, weil irgendwer 'ne Sonnenbrille und 'ne Kapuze aufhat. Und um diese Person zu bekommen, müssen natürlich die umstehenden DemonstrantInnen auf Seite geprügelt werden. Mensch, das ist vielleicht 'ne gewalttätige Demonstration, sage ich Dir! Aber so ist das hier in Berlin.
Diesmal (wie auch bei der letzten Anti-Gelöbnis-Demo am Roten Rathaus) stürmten die Bullen die Kundgebung, weil die Trillerpfeifen und die "Mörder, Mörder"-Rufe pünktlich zum Beginn der Zeremonie bis zum Antreteplatz zu hören waren. Und das darf ja nicht, auch wenn wir (laut Scharpig) in einer Demokratie leben.

Widerstandskämpferin wird abgeführt.

An einer anderen Stelle mußten die Bullen eine Wohnung stürmen, weil dort ein Transparent mit der Aufschrift "Soldaten sind Mörder" sichtbar für die Gelöbnisgäste raushing.

Letztendlich bleibt zu sagen, daß es weder ein "öffentliches" Gelöbnis noch ein störungsfreies war, trotz 1.160 Berliner Bullen und 300 Feldjäger. Und so wird es auch beim nächsten, übernächsten, überübernächsten usw. bleiben.
Da helfen auch keine "humanitären Hilfseinsätze" wie im Kosovo, oder Wehrmachtsoffiziere, die ihren Führer umbringen wollten, um ihr Land und ihre Haut zu retten.

Mittlerweile hat es in Berlin mehrere Hausdurchsuchungen bei Personen gegeben, die von den Bullen in Zusammenhang mit den Aktionen beim Gelöbnix gebracht wurden. Die Reiche wurde gleich zweimal "besucht". In den Büros der JungdemokratInnen/Junge Linke wurden Computer und Drucker beschlagnahmt; begründet wurde dies mit "Urkundenfälschung".

Määääääähhhhhhh!

Wir grüßen ganz herzlich alle "WiderstandskämpferInnen" vom 20. Juli 1999, die mit ihren phantasievollen Störaktionen gezeigt haben, daß noch einige Menschen kritisch dem Militär und dessen Befürwortern gegenüberstehen. Beim nächsten Mal sind wir doppelt so viele!!!



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