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[Quelle: Flugblatt Demoaufruf]

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PATRICK AM 2.10.99 VON NAZIS ERMORDET!!!

In der Nacht zum 2.Oktober 1999 wurde der 17jährige Patrick in Oberlungwitz von Faschisten ermordet!

Er hatte am Abend des 1 .Oktober ein Punk-Konzert im Hohenstein-Ernstthaler Jugendhaus besucht. Dort war es schon gegen 22 Uhr zu Übergriffen durch Nazis auf KonzertbesucherInnen gekommen. Die von JugendhausmitarbeiterInnen gerufene Polizei erschien nicht! Die Angreifer hatten sich in die nahegelegene Discothek "La Belle" zurückgezogen. Als Reaktion auf den Nazi-Überfall zogen nach Mitternacht ca. 50 Punks zum "La Belle", um die Nazis zur Rede zu stellen. Dort kam es zu massiven Auseinandersetzungen mit der Security, bei denen es auf beiden Seiten zu Verletzten kam. Desweiteren wurden Fensterscheiben der Disco eingeworfen und Autos beschädigt. Erst zu diesem Zeitpunkt griff die Polizei ein und nahm mehrere der Punks in Gewahrsam. Auf der Straße vor dem Jugendhaus sammelte sich daraufhin eine Menge von ca. 150 Personen (Security, Nazis, Disco-Prolls etc.), die dem Jugendhaus einen weiteren "Besuch" abstatten wollten. Der Polizei fiel nichts besseres ein, als die verbliebenen Punks aus dem Jugendhaus in "Schutzhaft" zu nehmen.

Patrick hatte sich mit einem Freund zu Fuß auf den Heimweg nach Oelsnitz gemacht. In Oberlungwitz wurden sie dann von 4 Nazis überfallen und brutal zusammengeschlagen. Von Patricks Freund ließen die Nazis nur ab, weil er sich tot stellte. Patrick wurde vermutlich noch in den Kleintransporter der Angreifer gezerrt, weiter verprügelt und später wieder aus dem Auto geworfen. Mit schwersten Kopfverletzungen wurde er früh ins Zwickauer Krankenhaus gebracht, wo er wenig später starb.

Am Sonntagabend kam es daraufhin zu einer Spontan-Demo von ca. 150 AntifaschistInnen durch Hohenstein, bei der antifaschistische Parolen an Häuserwände gesprüht wurden.

In der Öffentlichkeit/Medien wurde versucht, den Mord als Folge einer "Massenschlägerei" zu verharmlosen und "ohne extremistischen Tathintergrund" zu entpolitisieren. Erst als sich nicht mehr- verheimlichen ließ, daß ein gezielter politischer Mord vorliegt, wurde am 6.10. die sächs. Sonderkommission "Rechtsextremismus" (SOKQ-REX) eingeschaltet.

Die Stimmungsmache unter der Bevölkerung ging soweit, die sogenannten "antifaschistischen Schmierereien" und die Spontandemo in den Mittelpunkt zu rücken und zu kriminalisieren. Sofort wurden Forderungen laut, das Jugendhaus zu schließen bzw. Punkkonzerte nicht mehr zu dulden... Um "ein Zeichen zu setzen" beteiligten sich alle Hohensteiner Jugendvereine an der Beseitigung der antifaschistischen Sprühereien an den Fassaden, die angeblich von "Anhängern der linken Szene aus Sachsen-Anhalt"(!) hinterlassen worden waren.

Diese Verdrehung der Wahrheit wollen wir nicht länger hinnehmen! Es ist sowieso schon viel zu lange geschwiegen worden! Die Faschisten und diejenigen, die verharmlosen und lügen, müssen zur Rechenschaft gezogen werden! Nach über 200 faschistischen und rassistischen Morden in der BRD in den letzten 10 Jahren ist das Maß längst voll!

Kein Vergeben - kein Vergessen!
Rache für den Mord an Patrick!

Kommt alle zum antifaschistischen Trauermarsch!
Am Samstag, 16.10.99
13.00 Uhr in Hohenstein-Ernstthal.

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