"No Wehrmacht - No Holocaust"
Eine Veranstaltung zu den ideologischen Prämissen des Bilderstreits
Seit ihrem Start vor nunmehr viereinhalb Jahren ist die vom Hamburger Institut für Sozialforschung präsentierte und erstellte Ausstellung "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944" mit starkem Widerstand konfrontiert.
In fast jeder der 33 Ausstellungsstädte mobilisierte die rechte Szene von CSU bis NPD und JN gegen die Ausstellungseröffnung. Die nationalkonservative, intellektuellen Kritiker aus FAZ und Focus bemängelten von Anfang an, die Ausstellung habe nichts wirklich Neues zu bieten und weise mangelnde historische Schärfe auf. Außerdem wurden den Verantwortlichen Emotionalisierung und polemische Absichten vorgeworfen. Als vor einigen Wochen festgestellt wurde, daß 9 der 1433 Fotos nicht Verbrechen der Wehrmacht, sondern des sowjetischen Geheimdienstes zeigen, entbrannte ein Bilderstreit. Die Grundaussage der Ausstellung, daß die Wehrmacht maßgeblich am Holocaust beteiligt und eine verbrecherische Organisation war, wird seitdem erneut in Frage gestellt; die Ausstellungsgegener konstruieren aus der Kritik an der Verwendung falschen Bildmaterials die erneute Entlastung der Wehrmacht.
In der Veranstaltung "No Wehrmacht - No Holocaust" werden der Historiker Wolfgang Wippermann, der Journalist Jochen Baumann und der Politologe Lars Rensmann den Weg der Ausstellung seit 1995, die Argumente der Kritiker und Befürworter und vor allem die ideologischen Prämissen des derzeitigen Bilderstreits beleuchten und so noch einmal gründlich aufräumen mit der Lüge von der sauberen Wehrmacht.
7. Dezember 1999, 18:00 Uhr
FU Berlin Garystraße 35
Henry-Ford-Bau Hörsaal D
Hochschulgruppe der Antifaschistischen Aktion Berlin [AAB]
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