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[Pressemitteilung der Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.) vom 29.11.2000 - gefunden bei nadir aktuell]

Proteste gegen Nazitreffpunkte in Treptow

Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
c/o Infoladen Daneben
Liebigstr. 34
10247 Berlin
Tel: 0178/4094288
E-Mail: T.A.G.@firemail.de

PRESSEMITTEILUNG
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Betreff: Proteste gegen Nazitreffpunkte in Treptow

Mit anliegendem Flugblatt und Plakaten protestieren Mitglieder und Sympathisanten der Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.) gegen die Kneipen "Johannisstübel" und "Fliegerheim" in Treptow. Diese haben sich nach Informationen der AntifaschistInnen und nach Beschwerden von AnwohnerInnen zu gefährlichen Treffpunkten von Rechtsextremisten entwickelt. Hier kam es zu NPD-Veranstaltungen, zu rechtsextremen Stammtischtreffen und zu NPD-Wahlkampfeinsätzen. Verschärft hat sich die Situation seit ca. einem Jahr durch mehrere rechte Überfälle im Umfeld dieser Kneipen. Eine Anwohnerin berichtet: "Fast jedes Wochenende rotten sich hier die Nazis zusammen und suchen Ärger." Sylvia Kurz, Sprecherin der Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.), erklärt: " Wir finden es unerträglich, daß in Treptow Gegenden existieren, in denen nicht-rechte und nicht-deutsche Menschen um ihre Gesundheit fürchten müssen. Um diesen Zustand zu beenden müssen den Nazis ihre Treffpunkte und Rückzugsräume streitig gemacht werden." In dem Flugblätter werden die AnwohnerInnen im Umfeld der Kneipen dazu aufgefordert, Druck auf die Kneipenbetreiber auszuüben, sich bei den zuständigen Behörden zu beschweren und bei Überfällen einzugreifen.


Das verteilte Flugblatt:

Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
c/o Infoladen Daneben
Liebigstr. 34
10247 Berlin
Tel: 0178/4094288, E-Mail: T.A.G.@firemail.de

Betreff: Nazitreffpunkte "Johannisstübel" und "Fliegerheim"

Sehr geehrte Anwohnerinnen und Anwohner,

seit etwa einem Jahr beobachten wir mit großer Sorge, wie sich die Kneipen "Johannisstübel" am Busbahnhof Schöneweide und das "Fliegerheim" in der .... zu gefährlichen Nazitreffpunkten in unserem Bezirk entwickelt. Fast jedes Wochenende halten sich hier Angehörige der Neonazi-Szene auf. Vor allem das "Johannisstübel" dient wegen seiner fast unbeschränkten Öffnungszeiten als beliebter Treffpunkt für Rechtsextremisten aus Treptow und Köpenick. In Zeiten des Wahlkampfes zogen von hier aus Mitglieder der rechtsextremen NPD los, um ihre rassistischen Hetzplakate aufzuhängen. Auch wurden mehrfach Überfälle auf alternative Jugendliche bekannt, die direkt aus dem "Johannisstübel" heraus begangen wurden. Zu den Stammgästen des Johannisstübels zählen gewaltbereite Naziskinheads, Aktivisten der NPD, Mitglieder der verbotenen "Blood & Honour"-Bewegung und der Kameradschaftsszene. Rechte Jugendliche gelangen hier in Kontakt mit organisierten Nazistrukturen. Obwohl der Polizei das "Johannisstübel" als Treffpunkt gewaltbereiter Nazis bekannt ist, kommt es fast jedes Wochenende in der Umgebung des "Johannisstübels" zu Überfällen auf Menschen, die nicht in das beschränkte Weltbild der Nazis passen. Im "Fliegerheim" treffen sich vor allem organisierte Nazis aus Treptow und Köpenick. Am Wochenende sind hier u.a. Mitglieder der NPD und der Kameradschaft Treptow anzutreffen. Vom "Fliegerheim" aus kam es schon mehrfach zu Bedrohungen gegen BesucherInnen des nahegelegenen Jugendzentrum "Audio". Außerdem wurde im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Rathaus Köpenick bekannt, daß im "Fliegerheim" mindestens eine große Parteiveranstaltung der rechtsextremen NPD stattfinden konnte.

Wir finden es unerträglich, daß in Treptow Gegenden existieren, in denen nicht-rechte und nicht-deutsche Menschen um ihre Gesundheit fürchten müssen. Um diesen Zustand zu beenden müssen den Nazis ihre Treffpunkte und Rückzugsräume streitig gemacht werden.

Deshalb:
- Üben Sie Druck auf die Betreiber der Kneipen aus.
- Beschweren Sie sich bei ......
- Greifen Sie bei rechten Überfällen, Pöbeleien oder Zusammenrottungen ein oder informieren Sie zumindestens die Polizei (Infotelefon Rechtsextremismus: 030-6911183)
- Helfen Sie uns den rechtsextremen Terror entgegenzutreten.

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