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Hängematten
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Wir veranstalten am Samstag, den 18. 11. und Sonntag, den 19.11.2000 unsere
2. Armutskonferenz von unten
Am 18. und 19. November 2000 im Blauen Salon, Altes ND Gebäude, Franz Mehring Platz, Berlin Friedrichshain
Es finden viele Armutskonferenzen statt. Wir wollen eine andere Betrachtungsweise:
die der Betroffenen!
Deshalb veranstalteten wir am 17. Dezember 1999 unsere 1. Armutskonferenz von unten. Mehr als 200 Menschen nahmen an dieser Konferenz teil. Erstmals saßen Arme auf dem Podium und zahlreiche PolitikerInnen, darunter der Bürgermeister von Kreuzberg, Franz Schulz, sowie der Sozialstadtrat aus Friedrichshain, Lorenz Postler im Publikum.
Themen waren Leben in Armut, Familien in Armut, Obdachlosigkeit, Verdrängung und "soziale" Stadtentwicklung, Sozialberatung und ihre Grenzen, Erwerbslosigkeit, Beschäftigungsprogramme, working poor sowie die Drogenproblematik.
Abschließend verabschiedeten die Teilnehmer der Konferenz einen Forderungskatalog. Zudem gibt es einen Reader zur 1. Konferenz.
Die große Resonanz in der Öffentlichkeit, bei den Betroffenen und in den Medien hat uns darin bestärkt, eine zweite Armutskonferenz zu veranstalten - mit anderen Schwerpunkten.
Bereits im Vorfeld der Konferenz tagen einige Arbeitsgruppen. Die Ergebnisse werden auf der Konferenz vorgestellt.
AG Armutsgroßbezirk Friedrichshain/Kreuzberg
Die beiden ärmsten Bezirke Berlins werden zusammengelegt, eine Potenzierung der Armutsproblematik ist vorprogrammiert. Wir wollen als Betroffene Gegenstrategien entwickeln.
AG Armut und Repression
Sozialpolitik zielt tendenziell darauf ab, nicht privat reproduktionsfähige Individuen in die herrschende Gesellschaftlichkeit zu intergrieren. Hilfprozesse jeglicher Art sind mit den Kategorien "Macht" und "soziale Kontrolle" verknüpft; also ist die Behandlung der Armenfrage nicht der Kampf gegen die Armut, sondern ein Kampf gegen die Armen, der mit allen gesetzlichen und administrativen Maßnahmen durch ein Heer von Bürokraten, Psychologen und Sozialarbeitern realisiert wird. Art und Umfang dieser alltäglichen Erfahrung von Armen sollen in der AG dargestellt werden.
AG MigrantInnen
Die ganze Welt spricht von der notwendigen Globalisierung und den sich daraus ergebenden Abstrichen. In der AG wollen wir hinterfragen, wie ist denn die Lage der Menschen, die aus der ganzen Welt zu uns gekommen sind und mit uns leben. Besonders wichtig ist uns die Sicht der Betroffenen selbst, um im Dialog neue Horizonte auszumachen. Viele kleine Schritte aufeinander zugehen, dass ist es, was wir können und müssen, denn es soll nicht ewig Armut sein.
AG Alter und Armut
Eines der größten Rätsel der gegenwärtigen Armutspolitik ist die Frage, warum insbesondere ältere Menschen ihre Ansprüche auf Sozialhilfe nicht einfordern. In der AG wird versucht werden, Antwort auf diese Frage zu geben und das Rätsel zu lösen, indem über die Zuammenhänge "Alter und Gesellschaft" und "Armut und Gesellschaft" diskutiert wird.
AG Selbstorganisiertes Überleben
1. Darstellung von Initiativen und Organisationsformen in der Dritten Welt und in Deutschland und Europa, die Menschen ermöglichen, im Zustand äußerster Armut bzw. durch die Entwicklung eigener Lebensformen zu überleben. Beispiele sind SEWA und SEWU, aber auch Modelle wie SSM aus Köln und weitere.
2. Diese spezifischen Beispiele sollen eine Grundlage bieten, ihre Anwendung bezogen auf die lokale Situation, zu diskutieren. Angestrebt sind Lösungsmodelle, deren Leistungen in größerer Unabhängigkeit zum Sozialstaat stehen. (Existenzgelddebatte; Grundsicherungsmodelle)
a) welche analogen Initiativen gibt es vor Ort oder auch nicht
b) was muß zur Entstehung/Erhaltung beigetragen werden? (Aktionsformen benennen)
3. Diese Modelle beinhalten zu einem wesentlichen Teil die Integration in die Gesellschaft/gesellschaftliche Teilhabe sowie die Stärkung des Selbstwertgefühls und der persönlichen Fähigkeiten bei gewährleisteter materieller Existenzsicherung, gemessen am lokalen Standard. In diesem Punkt ist die Abstimmung mit der AG "Sozialer Widerstand" gewünscht.
AG Sozialer Widerstand
Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt. Wie können wir erfolgreich Widerstand leisten und bleiben und nicht beim Protest stehen? Dazu ein paar Beispiele aus der Geschichte. Darüber hinaus wollen wir diskutieren, wie wir selbst Widerstand leisten können. Angedacht ist dazu eine Aktionswoche im nächsten Jahr.
AG Familie und Jugend
Seit Jahren verschlechtert sich die Lebenssituation vieler Familien. Allein in Berlin leben mehr als hunderttausend Kinder von der Sozialhilfe. Die von der Regierung propagierte Förderung der Familien erweist sich bei genauerem Hinsehen als Mogelpackung. Dies nachzuweisen, hat sich die AG Familie und Jugend zum Ziel gesetzt.
AG Armut und Psychatrisierung
Armut ist mit Hoffnungslosigkeit verbunden, Krisen, Isolation, Streß und Druck verbunden. Das kann psychische Probleme erzeugen und letzlich den Weg in die Psychatrie ebnen. Die gemeindenahe Psychatrie ist entstanden aufgrund der Gewalt, die in der Psychatrie ausgeübt wurde und wird. Fakt ist jedoch, dass durch die Entstehung der gemeindenahen Psychatrie in den 80er und 90er Jahren das Kontrollnetz massiv ausgebaut wurde. Wir beobachten seit einiger Zeit, dass immer mehr SozialhilfebezieherInnen zum Sozialpsychiatrischen Dienst geschickt werden. Es gibt Zwangsbetreuungen, betreutes Wohnen, Zuverdienstfirmen usw. Unsere Kritik wollen wir in der AG und im Referat äußern.
JETZT HABT IHR EIN GROSSRASTER UNSERER KONFERENZ. EUCH FEHLT NOCH ETWAS?
JA, GENAU! WIR SETZEN AUF EUCH: BRINGT EUCH EIN!
BIS ZUM WIEDERSEHEN AUF DER KONFERENZ.
EURE HÄNGEMATTEN
Tagesordnung
Samstag, 18.11.2000
10.00 - 10.45 Uhr: Begrüßung mit Eingangsreferat
11.00 - 13.00 Uhr: Tagung der Arbeitsgruppen:
- Armutsgroßbezirk Friedrichshain/Kreuzberg
- Armut und Repression
- MigrantInnen; Altersarmut
- Selbstorganisiertes Überleben
- Sozialer Widerstand
13.00 - 14.00 Uhr: Essen
14.00 - 15.30 Uhr: Tagung der AG's
16.00 Uhr: Referate zu den Themen Jugend- und Familienarmut
- Diskussion
17.30 Uhr: Referat zum Thema Altersarmut
- Ergebnisse der Arbeitsgruppe MigrantInnen
- Diskussion
Ca. 19.30 Ende
Sonntag, 19.11.2000
10.00 Uhr: Ergebnisse der AG's "Armutsgroßbezirk Kreuzberg-Friedrichshain" und "Armut und Repression"
- Referat zum Thema"Armut und Psychatrisierung"
- Diskussion
13.00 Uhr: Essen
14.00 Uhr: Referate zum Thema "Reichtum" und "Existenzgeld"
- Diskussion und Pause
16.00 Uhr: Referate der AG's "Selbstorganisiertes Überleben" und "Sozialer Widerstand"
- Diskussion und Pause
17.30 Uhr: Offene Diskussion zu den Themen des Tages
19.30 Uhr: Abschluß
Es wird eine öffentliche Auswertung der Konferenz stattfinden. Die gesamte Konferenz wird in einem Reader dokumentiert.
"Hängematten" e.V.
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