Bündnisaufruf gegen die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin-Schönefeld
Vom 6.-12. Juni 2000 findet die fünfte Luft-und Raumfahrtausstellung in Berlin-Schönefeld statt. Die ILA ist eine der größten Rüstungsmessen Europas. Seit 1992 hat sich die Ausstellungsfläche mehr als verdoppelt. Größter Aussteller ist der europäische Luft- und Raumfahrtskonzern EADS (European Aeronautic, Defense and Space Company), ein Zusammenschluss von Daimler-Chrysler Aerospace (Dasa) und der französischen Aerospatiale Matra. Neben führenden Unternehmen aus Westeuropa und Nordamerika ist die gesamte Luft-und Raumfahrtindustrie aus Osteuropa vertreten.
Neben den Ausstellungen und den Flugvorführungen ("Millennium Air & Space Festival") gibt es 50 messebegleitende Fachseminare in Berliner Hotels, von denen sich viele mit militärischen Themen beschäftigen.
Der militärische Anteil der ILA steigt ständig.
Im NATO-Krieg gegen Jugoslawien wurde klar, wie sich die NATO die zukünftigen Kriege vorstellt. Mit massiven Bombardements wird die Infrastruktur des Gegners zerstört. Dabei wird die Tötung von Zivilisten und die Verseuchung der Umwelt in Kauf genommen. Man will siegen, ohne eigene Menschenleben zu verlieren.
Hier in Schönefeld geht es auch um das neue Transportflugzeug der Bundeswehr, die mit ihren "Krisenreaktionskräften" (KRK) überall in Europa und womöglich in aller Welt eingesetzt werden sollen.
Die Militarisierung des Weltraumes schreitet voran. Schon im Golfkrieg und noch mehr im NATO-Krieg gegen Jugoslawien wurden Satelliten für die Navigation, Kommunikation, Wettervorhersage, Bildaufklärung und Raketenfrühwarnung eingesetzt. Durch ein Raketen-Abwehrsystem, wie es von den USA geplant wird, setzt sich dieser Trend fort.
Dazu schreibt die Dasa in ihrer Broschüre "Perspektiven der Luft- und Raumfahrtindustrie auf dem Wege ins 21. Jahrhundert": "In der Verteidigungstechnik wird die Luft- und Raumfahrt die Aufgabe haben, noch präzisere Mittel zu schaffen, die geeignet sind, entstehende Aggressionen schon im Keime zu verhindern. Es geht also um ein weiteres Fortschreiten der Früherkennung militärischer Konflikte sowie den nachhaltigen Ausbau des "electronic warfare", der als Aufklärungs-, Führungs-, und Informationssystem die Voraussetzung schafft, die klassischen militärischen Zerstörungsmittel nicht oder so wenig wie möglich, d.h. auch mit höchster Zielgenauigkeit, eingesetzt werden."
Gegen diese Entwicklung wollen wir gemeinsam mit möglichst vielen Bündnispartnern vorgehen. Die Militarisierung der ILA und Deutschlands überhaupt muß gestoppt werden.
Ein Jahr nach Ende der Bombardierung Jugoslawiens möchten wir mit phantasievollen gewaltfreien Aktionen 10.6.2000 (Pfingstsamstag) gegen die ILA vorgehen. Weitere Organisationen, die sich an dem Aktionstag beteiligen wollen oder diesen Aufruf mit unterstützen wollen, wenden sich bitte an die unten angegebene Adresse.
Bisherige Unterstützer:
Darmstädter Friedensforum; Deutscher Friedensrat e.V.; DFG-VK, Berlin; Ex-Reservistengruppe Illoyal; FREIeHEIDe, Gruppe Berlin; Friedens- und Begegnungsstätte Mutlangen; Global Network Against Weapons and Nuclear Power in Space; Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär Berlin; Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär Potsdam; Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär Bernau; Mit uns gegen die Wehrpflicht e.V.
Kontakt:
Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär; Michael Behrendt Tel: (030) 440 13 00, Fax: (030) 44 01 30 29 email: michab@kampagne.de
|