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[Quelle: Berliner Morgenpost - 9.3.2000]

1. Mai: Polizei will Krawalle verhindern

Staatsbesuche, zahlreiche Demonstrationen, möglichweise Krawalle - die Polizei rechnet für Anfang Mai mit einer heißen Phase. Schon jetzt laufen deshalb die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit die Ereignisse am 1. und 2. Mai nicht eskalieren. Auf der Landespolizeischule wurde gestern mit zukünftigen Polizeiführern über mögliche Strategien bei solchen Großereignissen diskutiert.

Die Leitlinie für den 1. Mai werden Innensenator Eckart Werthebach und Polizeipräsident Hagen Saberschinsky zwar erst noch bestimmen. Der Trend indes ist schon jetzt klar ersichtlich: Die Polizei setzt auf Deeskalation. Dem Leitenden Polizeidirektor Otto Dreksler zufolge «muss es die Polizei in einem Rechtsstaat verkraften, wenn Steine fliegen oder Autos beschädigt werden. Natürlich müssen wir einschreiten, wenn Geschäfte geplündert oder Autos in Brand gesetzt werden.» Man werde aber alles dafür tun, Zusammenstöße zu verhindern. «Wasserwerfer und Schlagstöcke tragen dazu bei, dass sich die Lage verschärft.»

Im vergangenen Jahr war es bei den Maikrawallen, in deren Verlauf 50 Beamte verletzt und 130 Randalierer festgenommen worden waren, innerhalb der Polizeiführung zu einem Streit über die Deeskalationslinie gekommen. Die eingesetzten Beamten wussten ebenfalls nicht, wie sie sich verhalten sollten.

Damit sich das nicht wiederholt, wurde nun eine 14-köpfige Gruppe Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt, die für Transparenz sorgen soll.

banjo

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