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[Quelle: Flugblatt vom Berliner Bündnis gegen Rechts - BGR]
Hässlichen Deutschen die passende Antwort geben!
Sonntag, der 12. März 2000 - Ein ganz normaler Sonntag in Berlin - Strasse frei für Antisemiten und Neonazis?
Zeigt Zivilcourage gegen Neonazis!
Die Nazis der NPD/JN entdecken die Solidarität. Unter dem Motto "Wir sind ein Volk - Solidarität mit Österreich" haben sich 1.000 brauen Marschierer angekündigt, um auf historischem Terrain für Volk und Rasse zu hetzen. Und im Windschatten des österreichischen Neonationalsozialisten Haider ist ihrem "Marsch auf Berlin" ein breites Medienecho gewiss.
Neonazis brechen keine "Tabus" - sie sind Rassisten und Antisemiten!
Die Wunschmarschroute der Neonazis führt von der Jannowitzbrücke über den Potsdamer Platz mit Zwischenstop am Holocaust-Mahnmal durchs Brandenburger Tor zum Pariser Platz. Auch das Datum ist von tiefbrauner Symbolik. Der 12. März ist der Jahrestag des Anschluss Österreichs an Nazideutschland im Jahre 1938.
Klaus Beier, der Pressesprecher der NPD tönt: "Für uns darf es keine Tabuzonen, weder räumlich noch zeitlich, in Deutschland mehr geben." Dieses Selbstbewusstsein verwundert nicht, schliesslich gelangen den Nazis im letzten Jahr zahlreiche Aufmärsche in der Berliner Innenstadt.
Der letzte Aufmarsch am 29. Januar, der grösste seit 10 Jahren, brach dann auch gleich zwei "zeitliche und räumliche Tabus". Am Vorabend des Jahrestages der Machtübertragung an die Nationalsozialisten marschierte die NPD am Bauplatz des Holocaust-Mahnmals auf, um am historischen Ort die Opfer des Holocaust zu verhöhnen und zum Abschluss im Triumph durchdas Brandenburger Tor zu marschieren. Auch hier fühlten sie sich in guter GEsellschaft, schliesslich sind viele rechte und konservative Politiker, allen voran der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, entschiedene Gegner des geplanten Mahnmals.
Die Berliner Polizei ermöglicht die Naziaufmärsche!
Das Einreissen der Tabuzonen ermöglichte der Berliner Innensenat. Mit einem riesigen Polizeiaufgebot wurden am 29. Januar AntifaschistInnen aber auch sämtliche PassantInnen, die ihren Unmut über diese Naziprovokation kundtun wollten, handgreiflich von den braunen Marschierern ferngehalten. Sie wurden verprügelt und verhaftet, während Nazis mit "Ruhm und Ehre der Waffen SS"-Sprechchören durch das Brandenburger Tor marschierten.
Glaubt man dem Medienecho am Tag danach, hat es davor in Berlin noch keine Naziaufmärsche gegeben. Doch das Gegenteil ist der Fall - Naziaufmärsche wurden genehmigt, antifaschistische Proteste wurden "im Interesse der Sicherheit" behindert und unterbunden.
Faschismus und Antisemitismus sind kein "Imageproblem"!
Das eigentliche Problem besteht darin, dass die politischen Verantwortlichen in Berlin Neonazis und ihre Propagandaaufmärsche verharmlosen und im Gegenzug die Möglichkeiten antifaschistischen Protestes immer mehr einschränken.
In der jetzt einsetzenden Verbotsdebatte geht es dann auch nicht um die rassistischen und faschistischen Inhalte und Taten der aufmarschierenden braunen Brandschatzer und Totschläger, sondern um den "Imageschaden" für Berlin. Die Opfer der Neonazis werden verschwiegen und gleichzeitig werden die Opfer des Nationalsozialismus verhöhnt. Antisemitismus und Rassismus werden zum blossen "Tabubruch" erklärt.
Die Nazimarschierer sind die Mörder und Schläger von Guben und Rathenow!
Aufmärsche sind wichtige Mittel zur Selbstbestätigung und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls der Nazis. Hier holt sich der Jungnazi die Rechtfertigung und das Selbstbewusstsein zur rassistischen Tat.
Stellt euch mit allen Mitteln den Neonazis entgegen!
Deshalb ist es unbedingt notwendig, sich den Nazimarschierern direkt entgegenzustellen - und zwar mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Das ist das Gebot der Solidarität mit den Opfern der Faschisten!
Ob Verbot oder nicht, wann und wo die Nazis marschieren, wird sich wahrscheinlich erst sehr kurzfristig herausstellen. Alle AntifaschistInnen sind aufgerufen, sich am 12. März an den verschiedenen Aktionen zu beteiligen und sich vor allen Dingen eigene Aktionen einfallen zu lassen.
Zeigt den Nazis auf ihrer Demo, dass ihr sie nicht wollt! Protestiert, stört und blockiert! Lasst euch nicht von der Polizei und den Nazis diktieren, was ihr zu tun habt!
Infoveranstaltung: Samstag, 11.3.2000, 20.00 Uhr, SfE (Mehringhof)
Infotelefone (was tun/wo sind die Nazis!): 0177-3638242 und 030-61074401 (geschaltet ab Sonntag, 12. März)
Antifademo: 12. März, 12.00 Uhr, Rosa-Luxemburg-Platz
Berliner Bündnis gegen Rechts - BGR
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