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[Quelle: Yahoo! Schlagzeilen (AP) - 29.7.2000 20:28 Uhr]
Morddrohungen in Berlin und Potsdam nach Düsseldorfer Anschlag
Verdächtiger Berliner Polizist festgenommen - Rechtes Material in Wohnung gefunden.
Berlin (AP) Wenige Stunden nach dem Sprengstoffanschlag in Düsseldorf, bei dem zehn Menschen verletzt wurden, sind bei der Polizei in Berlin und Potsdam Terroranrufe eingegangen. Das berichtete der Berliner «Tagesspiegel» (Sonntagausgabe) vorab. Bei der Potsdamer Polizei habe ein Anrufer gedroht, in Berlin werde es Tote geben. Bei dem Täter soll es sich um einen Berliner Polizisten handeln. Eine weitere Anruferin drohte dem Zeitungsbericht zufolge mit einem Anschlag auf das Bundeskanzleramt.
Die Polizei bestätigte auf Anfrage die beiden Fälle, wollte sich zum näheren Sachverhalt aber nicht äußern. Es handele sich hier um laufende Verfahren, hieß es. Doch wurde mitgeteilt, dass der festgenommene Polizist nicht geständig und bis auf weiteres vom Dienst suspendiert sei.
Laut «Tagesspiegel» hat während des Drohanrufs bei der Potsdamer Polizei am Donnerstagabend die Nummer des Anrufers im Display aufgeleuchtet. Daraufhin konnte der Verdächtige kurze Zeit später festgenommen werden. Der Täter habe gedroht, in Berlin werde es Tote geben, wie «im September 1980». Damals hatte ein Neonazi auf dem Münchner Oktoberfest eine Splitterbombe gezündet, 13 Menschen kamen ums Leben.
Bei der Festnahme des 30-jährigen Beamten in seiner Wohnung sollen CDs rechtsextremen Inhalts und überreichlich Munition für seine Dienstwaffe gefunden worden sein, hieß es weiter. Der Verdächtige bestreite aber, mit dem Drohanruf etwas zu tun zu haben. Während der Vernehmung habe er angegeben, dass möglicherweise an seinem Telefonanschluss manipuliert worden sei. Die Polizei erklärte lediglich, bisher sei nicht bekannt, dass sich der Beamte jemals auffällig verhalten habe.
Die Terrordrohung wurde dem Bericht zufolge verzerrt übersendet. Der Täter habe möglicherweise seine Nachricht vorher auf ein Diktiergerät gesprochen, die Abspielgeschwindigkeit verlangsamt und dann zum Telefonhörer gegriffen, hieß es. Obwohl der Anrufer den Düsseldorfer Sprengstoffanschlag nicht erwähnt habe, hielten die Beamten einen Zusammenhang auf Grund der zeitlichen Nähe für wahrscheinlich. Ein Düsseldorfer Polizeisprecher meinte allerdings, es könne sich auch um einen Trittbrettfahrer handeln.
Auch das Bundeskanzleramt erreichte am Donnerstagabend eine Attentatsdrohung. Der Zeitung zufolge drohte eine weibliche Stimme mit einem Anschlag auf das Amt und erwähnte dabei den Düsseldorfer Anschlag. Dieser Anruf habe im Bundeskanzleramt aber nicht aufgezeichnet werden können. Deshalb sei es schwierig, die Täterin zu ermitteln.
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