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[Quelle: Antifaschistisches Aktionsbündnis III [A3] - 1.9.2000]
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Antifaschistisches Aktionsbündnis III [A3]
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Tel.: 0171-74 21 922
Berlin den 1.9.2000
Im Pankower Stadtteil Buch wurde am 25. Mai 2000 ein Obdachloser von Rechtsextremen getötet. Aufruf zur Demonstration am 16. September 2000, 14 Uhr, S-Bhf. Karow
Erneut hat der faschistische Terror in Deutschland ein Todesopfer gefunden. Am 25. Mai töteten vier Neonazis in Pankow den Obdachlosen Dieter E (60). Die Tat ereignete sich in einer Wohnung in der Pankower Walter-Friedrich-Straße. Das Haus gehört zu einer Plattenbausiedlung im Stadtteil Buch, die Jugendlichen in diesen Wohnblöcken sind nicht selten rechtsextrem eingestellt. So mag es nicht verwundern, daß am 20. April dieses Jahres - dem Tag des sogenannten "Führergeburtstages" - in Buch ein türkischer Imbiß in Flammen steht und nahezu vollständig zerstört wird. Zum Alltagsbild Buchs gehören Nazischmierereien ebenso wie Verbreitung von Propagandamitteln durch aktive Neonazistrukturen.
Die Tat ereignete sich am Abend des 25. Mai in der Wohnung der Lebensgefährtin des Opfers. Die vier Täter sind, so argumentiert selbst die Staatsanwaltschaft, dem rechten Kameradschaftspektrum zuzuzählen. Die 17-21jährigen Neonazis sollen sich, bevor sie in die Wohnung, in der sich Dieter E. aufhielt, eindrangen, in einer Wohnung im gleichen Haus aufgehalten haben. Darin sollen sie, so berichtet der ermittelnde Staatsanwalt, "rechte Sprüche geklopft und gesoffen" haben. Mit der Absicht, Dieter E. umzubringen, schafften sie sich problemlos Zutritt in die Wohnung und ermordeten Dieter E. mit einem Messerstich ins Herz.
Warum diese Tat erst jetzt bekannt wurde? Scheinbar schien seitens der Ermittlungsbehören nicht das geringste Interesse daran bestanden zu haben, ihre geschönten Statistiken über rechtsextreme Übergriffe zu vervollständigen. Während Recherchen von AntifaschistInnen zu dem Schluß kommen, daß seit dem Ende der DDR mindestens hundert Menschen in der Bundesrepublik neofaschistischen Morden zum Opfer fielen, sieht die Statistik der Behörden ganz anders aus. Die hier ermittelte Zahl befindet sich noch nicht einmal im zweistelligen Bereich. Ohne eine klare Kaderfunktion rechter Mörder wird das wahre Motiv einfach verschwiegen, wird ein Mord hierzulande nicht als Tat mit rechtsextremistischen Motiv registriert.
Bekannt wurde dieser Mord erst durch Informationen, die an die Presse herangetragen wurden. Mit der Begründung, "Die Staatsanwaltschaft ist nicht so schnell dabei mit Presseerklärungen." versucht man jetzt, diese skandalöse Vertuschung des Falles zu rechtfertigen.
Anläßlich dieses Mordes wird das Antifaschistische Aktionsbündnis III [A3] am Samstag, dem 16. September in Berlin-Buch eine Demonstration durchführen. Die Demonstration startet um 14 Uhr am S-Bahnhof Karow und wird am S-Bhf. Buch enden.
Wir rufen Alle auf, ihre WUT und Trauer mit uns gemeinsam auf die Straße zu tragen.
GEMEINSAM DEN NAZITERROR STOPPEN!
An die Telefonnummer 0171-7421922 kann mensch sich wegen organisatorischen Fragen wenden.
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