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[Quelle: Gruppe Internationale InfoDienst - 18.9.2000]

Polizei durchsuchte Neonazi-Clubhaus "Vandalen" in Weissensee

17.09.00, 13:13 Uhr

Berlin (ddp-bln). Mit einer Großrazzia ist die Polizei am Samstagabend gegen das Clubhaus der Neonazigruppe "Die Vandalen" im Bezirk Weißensee vorgegangen. Dabei wurden in der Liebermannstraße insgesamt 237 Personen und 30 Fahrzeuge überprüft, wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte. Zwölf Männer und eine Frau seien zeitweilig festgenommen worden. Die Beamten hätten bei der Durchsuchung auf Grund eines Gerichtsbeschlusses nach dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG) diverse verfassungswidrige Gegenstände, darunter Nazi-Literatur, gefunden.


Erklärung der Antifa Weißensee

Zum wiederholten Mal versammelte sich die braune Prominez bei der jährlichen Geburtstagfeier der Vandalen. Die am 18. September 1982 gegründete Nazirockercombo entwickelte sich kontinuierlich zu einer wichtigen Kadergruppe im braunen Netzwerk. Ihre Verbindungen zu zahlreichen Naziterroristen und die Einbettung in das internationale Blood & Honour Netzwerk zeigte sich auch am Samstag. Neben dem "ehemaligen" Anführer von der Blood & Honour - Deutschland Division Stefan Lange, waren auch Nazis aus Kanada und Schweden zur Party angereist.

Die "Geburtstagfeier" der Vandalen zieht nicht nur die NaziKader an, auch viele Jugendliche aus Berlin und Brandenburg waren dabei, sie wollten sich das Konzert nicht entgehen lassen. Doch alles kam anders ihre, letzte Party im Clubhaus Weißensee, der Vermieter hat nach massiven Druck von AntifaschistInnen den Vandalen gekündigt [der Vertrag läuft Ende September 2000 aus],wurde wieder von der Polizei unterbrochen. 4 Stunden mußten die über 200 Nazis die Kontrollen der Polizisten über sich ergehen lassen.

Der staatliche Antifaschist schlug zu, doch wer jetzt denkt das endlich die Polizei auf "unserer Seite", sprich auf der Seite der seit Jahren aktiven Antifa, ist, der hat sich gründlich geirrt. Einige Stunden zuvor waren die Beamten damit beschäftigt eine antifaschistische Demonstration grundlos anzugreifen. Die Gedenkdemonstration vom Antifaschistischen Aktionsbündnis III für den von Nazis ermordeten Dieter Eich wurde zweimal Opfer der berüchtigten Berliner Polizeieinheit 23.

Wir verurteilen das Vorgehen der Beamten der Polizeieinheit 23 gegen die Gedenkdemonstration aufs Schärfste, auch wissen wir das das Vorgehen der Polizei gegen die Vandalen uns nicht voranbringt im Ringen um eine emanzipatorische Zukunft.

Für die autonome Initiative!
Antifa Weißensee

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