|
Mai 1991
|
Land Berlin stellt Antrag auf Rückübereignung des Saalbau-Grundstücks bei der Treuhand (TLG)
|
|
August 1991
|
1.Bauvoranfrage für ein Bürohotel durch Ebertz&Partner GmbH&Co KgG (Tochter der Kölner Dorinthgruppe!!)
|
|
Juni 1992
|
TLG "verkauft" für 8,4 Mio das Grundstück an E&P. Im Vertrag: "Rückübereignungsansprüche sind nicht bekannt." Verkehrswert des Grundstücks ca. 28 Mio.
|
|
August 1992
|
Abriß des Saalbaus, Bauvorbescheid wurde nicht erteilt!!
|
|
September 1992
|
Kaufvertrag wird "nachgebessert", das Land Berlin wird entschädigt
|
|
Oktober 1992
|
Erneute Bauvoranfrage durch E&P, wird jedoch zurückgestellt, um Eigentumsverhältnissse erneut zu prüfen.
|
|
Dezember 1993
|
Nach Rechstreit wird das Gelände dem Land Berlin zugesprochen. E&P klagen auf Schadenersatz.
|
|
Mai 1996
|
Besetzung des noch immer ungenutzen Grundstücks.
|
|
Ende Mai 1996
|
CDU-Antrag auf sofortige Räumung der Wagenburg wird durch Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mehrheitlich abgelehnt.
|
|
August 1998
|
Duldung der Wagenburg durch das Bezirksamt als Vertreterin des Landes.
|
|
September 1999
|
Endgültige Einigung betreffs "Kaufvertrag": E&P wird Eigentümer, Land Berlin bekommt 12 Mio, TLG ist nicht schadenersatzpflichtig. - Bauvoranfrage der E&P für eine "Seniorenanlage mit Hotel und Läden"
|
|
Oktober 1999
|
Aufforderung des Bezirksamts an die Wagenburg das Gelände zu räumen. (baurechtliche Begründung)
|
|
November 1999
|
Eigenmächtige Genehmigung der Bauvoranfrage durch Baustadträtin Fr.Dubrau (ohne Zustimmung der BVV)
|
|
April 2000
|
Große Wagen-Demonstration für Erhalt autonomer Freiräume
|
|
Juli 2000
|
Zwangsfeststellung der Personalien aller Wagenplatz-BewohnerInnen kann verhindert werden ("Dufte Sause Teil 1")
|
|
Anfang September 2000
|
1.Runder Tisch zur konstruktiven Auseinandersetzung mit Bezirksamt, Investor und Wagenplatz-BewohnerInnen. Investor bleibt fern.
|
|
Mitte September 2000
|
Vermessungsarbeiten können phantassievoll vereitelt werden.
|
|
15. September 2000
|
Schriftliche Nutzungsvereinbarung zwischen Investor und Verein des Wagenplatzes soll regeln: Wenn das Gelände bis zum 27.10 2000 beräumt ist, erhält der Verein "Menschen im Augenblick äußerster Erregung e.V." 45.000 DM (pachtgebunden).
|
|
22.-28. September 2000
|
Neubesetzung eines weiteren Geländes wird nach sechs Tagen beendet (Holzmarktstr. 25-30 - Logos Grundstückstreuhand GmbH)
|
|
Oktober 2000
|
Baufirma Oevermann versucht Baubeginn.
|
|
Ende Oktober 2000
|
Begehung des Grundstücks zur Baumbegutachtung. Wegen schützenswertem Baumbestand kann vorerst keine Baumfällgenehmigung erteilt werden.
Druck einer möglichen illegalen polizeilichen Zwangsräumung verstärkt sich zunehmend.
Es kommt vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Bauarbeitern und Bewohnern.
|
|
Anfang November 2000
|
Mehrheitliche Vertragsunterzeichnung bis 29.11.00 das Gelände zu verlassen, Strafanzeigen würden eingestellt und der Verein erhielte 100.000 DM.
|
|
26. November 2000
|
Über 300m langer Wagenkonvoi durch Berliner Innenstadt mit anschließender Neubesetzung (Gelände Gleimstr./Schwedter Str. gehört dem Bezirksamt Prenzlauer Berg).
|
|
26. November 2000
|
ca. 23.15h polizeiliche Räumung mit zwei Polizeihundertschaften, Räumpanzer, Tieflader mit Radlader und Gerätewagen für Flutlicht nach ASOG-Gesetzgebung, Bezirksbürgermeister Kraetzer vor Ort sieht keine Möglichkeit zur kurzzeitigen befristeten Zwischennutzung der Brache. BesetzerInnen haben überwiegend positive Resonanz bei Presse und Anwohnern. Gegen 00.00h ist die Räumung abgeschlossen, die Fahrzeuge sind vorerst "sichergestellt", alle BesetzerInnen nach ausgiebigen Personal- und Taschenkontrollen wieder auf freiem Fuß, es drohen Anzeigen, die Fahrzeuge sollen unter Auflagen bis 28.11.00 17.00h vom Gelände entfernt sein.
|
|
27. November 2000
|
12.00h "Runder Tisch" im Bezirksamt Prenzlauer Berg. Herr Hacker, Vertreter der Oberfinanzdirektion (OFD), lehnt jede Variante von Zwischennutzung ab. Die OFD verkauft gerade das Grundstück an die Deutsche Bahn, zum Zwecke einer vom Bezirksamt festgelegten "Ausgleichsbegrünung", danach wird die Bahn das Gelände dem Bezirksamt übereignen. Integrative Modelle, wie beispielsweise die Wagenburg am Kinderbauernhof in Kreuzberg, die in die Bebauung des Uferstreifens miteingeplante Wagenburg an der Lohmühlenstr. in Teptow und andere, werden abgelehnt.
|
|
28. November 2000
|
Im Konvoi verlassen die Wagenbewohner gegen Mittag das Gelände an der Gleimstr., um sich dann in kleinen Gruppen von der Polizei schwer eskortiert einzeln auf öffentlichem Straßenland zu parken.
15.00h erneut "Runder Tisch", diesmal im Kinderbauernhof, Nachbarn des Geländes Gleimstr./Schwedter, in Anbetracht der Sachlage werden erneut integrierende Konzepte diskutiert, es scheint jedoch eine grundsätzliche Senatsverordnungen modernisiert werden zu müssen. Das Bezirksamt wird eventuell trotzdem vorgeschlagene Grünflächen auf kurzzeitige vertraglich festgesetzte Zwischennutzung prüfen. Eventuell läßt sich dann auch in Pankow ein Gelände mit langfristiger Perspektive finden.
Abends finden sich die Bewohner des ehemaligen Saalbaugrundstücks mit ihren fahrbaren Behausungen auf dem Parkplatz vorm Velodrom ein und formieren dort ihre Wägen in der ihnen üblichen Weise, die Polizei stark vertreten läßt jedoch "Kreisparken", Feuer und Musik, sowie das anschließende Lagern und Nächtigen auf diesem öffentlichen Platz zu.
|
|
29. November 2000
|
Eine friedliche "Abschiedsparty" auf dem alten Gelände Am Friedrichshain 16-18 wird gegen Mitternacht von der Polizei aufgelöst.
|
|
30. November 2000
|
Nach mehrstündigen Diskussionen mit der Polizei und erneuten Kontrollen dürfen sich die Fahrzeuge vom Velodrom-Parkplatz wieder schwer eskortiert unter Angabe des "Verbringungsortes" einzeln im Innenstadtgebiet.
|
|
26. November bis 3. Dezember 2000
|
Eine Woche nun schon ohne festen Stellplatz drängt das "Problem" der WagenbewohnerInnen nach neuen Lösungsansätzen. Integration und Tolerierung von Alternativen Lebensformen im Allgemeinen könnte grundsätzlich das Bild Berlins als "moderne Metropole" und Hauptstadt aufbessern.
|