Laster- & Hängerburg am Velodrom hat sich verteilt [squat.net] - 30.11.2000
28.11.00 Aktuelles zur Wagenplatz-Besetzung in Berlin [squat.net] - 29.11.2000
Rollheimer auf der Strasse Berliner Kurier - 28.11.2000
Rollheimer rollen wieder Tagesspiegel - 28.11.2000
Wagenburg auf Tour Rollheimer besetzen Fläche am Mauerpark. Doch auch hier duldet die Polizei keine Dauercamper. taz - 28.11.2000
Nachtrag zur Wagenplatz-Besetzung im Prenzelberg Wagenplatz mittlerweile geräumt - doch es geht weiter! [squat.net] - 28.11.2000
Wagen müssen Luxushotel platzmachen Berliner Kurier - 27.11.2000
Wagenburg zog zum Mauerpark Aufenthaltsfrist neben dem Filmtheater am Friedrichshain endet Mittwoch Morgenpost - 27.11.2000
Berlin: Schwedterstr./Gleimstr. Die erste Neubesetzung... [squat.net] - 26.11.2000
[squat.net] - 30.11.2000
Laster- & Hängerburg am Velodrom hat sich verteilt
30.11.2000 Nachdem wir zwei Tage am Velodrom waren und gestern ein Abschiedsfeuer am Friedrichshain machten, welches natürlich wieder mal nur im Dabeisein der Bullen stattfinden durfte, haben wir uns heute morgen aufgeteilt und einzeln in der Stadt abgeparkt. Wir wollten dies, da wir von der ständigen Überwachung und Anwesenheit der Bullen die Nase voll hatten. Sie werden uns zwar immer noch im Auge haben, aber ganz so einfach wollen wir es ihnen ja auch nicht machen.
Es gibt noch keinen innerstädtischen Ersatzstandort. Mehr gibt es zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht zu berichten. Wir bitten euch jedoch die Ohren und Augen offen zu halten, denn am Ende sind wir noch lange nicht.
Adam Purple
[squat.net] - 29.11.2000
28.11.00
Aktuelles zur Wagenplatz-Besetzung in Berlin
Die Bewohner/innen der Wagen treffen sich morgens an der Gleimstrasse, um die Wagen für die Abfahrt bereit zu machen. Die Polizei schiebt mit ca. 30 Leuten Wache und lässt nur Personen durch, deren Autos auf dem Gelände stehen. Wir entscheiden uns, in kleinen Gruppen von 2-3 Gespannen vom Gelände zu fahren und uns erstmal irgendwo verstreut abzuparken, dann um 15.00 Uhr aber zur Gleimstrasse zurückzukommen, da dort auch der gestrige runde Tisch stattfinden sollte.
Als wir um ca 13.00 Uhr starteten, bekam jede Gruppe von uns eine Eskorte, aus Mannschaftswagen, Motorrädern und Zivis. Wir parkten die Lkws also irgendwo an der Strasse ab. Wohlbewacht von Freund und Helfer. Egal wer gestern wohin fuhr, konnte sich sicher sein, mindestens einen Uniformierten mit Streifenwagen an seinem Arsch kleben zu haben.
3 Fahrzeuge wollten vorübergehend auf das alte Gelände Am Friedrichshain, wo aber auch schon die Büttel waren und jedes Auto kontrollieren wollten, ob es denn berechtigt sei, auf das Gelände zu fahren. Dabei wurde uns mehrfach damit gedroht, wenn wir die Autos nicht vorm Platz wegfahren, dann würden die Bullen sie abschleppen lassen. Eine Berechtigung hatte aber nur, wer auf einer Liste stand, welche irgendwann im August gemacht wurde, als noch nicht klar war, was überhaupt mit uns passieren sollte. Wie es also so sein soll, mussten wir eineinhalb Stunden diskutieren, Anwalt anrufen und bla bla, bis alle drei Autos auf dem Gelände waren.
Nach einer kleinen Verschnaufpause trafen wir uns alle gegen 22.00 Uhr am Parkplatz vorm Velodrom, Conrad-Blenkle-Strasse. Schön begleitet von unseren Bewachern, fingen wir dort auch gleich an, eine Burg zu bilden und uns im Kreis aufzustellen. Nach ca. 2 Stunden kam dann wieder der Chef irgendeiner Einheit, welcher uns das Parken in Rundform verbieten wollte. Nach einer halbstündigen Diskussion war das Thema dann vom Tisch, bis eine Stunde später wieder zwei Wichtigmacher auftauchten und ein Problem mit uns hatten. Im Endeffekt konnten wir aber dort übernachten, wie wir waren und Weiteres wird der heutige Tag bringen.
Wir möchten uns auch beim Kinderbauernhof Mauerpark bedanken, die uns spontan Räume zur Verfügung gestellt haben, um dort nachmittags einen runden Tisch mit Herr Krätzer, Herr Hirsch, Frau Mersch (s.t.e.r.n.), Herr Retschke (Bauamt), uns und einigen Presseleuten abzuhalten. Leider kam dabei auch wieder nicht viel heraus. Zumindest konnte unser Anwalt Herrn Krätzer dazu bringen, Gelände zu prüfen, auf denen wir eine gewisse Übergangszeit parken können, um in Ruhe nach einem längerfristigen Gelände zu kucken und mit den entsprechenden Menschen verhandeln zu können. Darüber wird heute entschieden. Wir sind auch schon darauf gespannt, was dabei herauskommt. Bis jetzt dauert es an, es wird verhandelt. Es wird uns immer wieder vorgeworfen, wir hätten seit einem Jahr gewusst, dass wir da weg müssen, und uns hätten darum kümmern sollen, was wir danach machen.
Wir haben eine Liste mit 40 leeren Grundstücken bei Frau Dubrau (Baustadträtin) abgegeben, wurden aber überall abgewiegelt. Unserer einzigsten Forderung, die wir die ganze Zeit gestellt haben, ist bis jetzt noch nicht nachgekommen worden.
Also nochmal: wir wollen ein Ersatzgelände in der Innenstadt, wo wir zusammen in der Gruppe leben können. Und Innenstadt heisst für uns nicht Hellersdorf, Marzahn oder sonstige Bezirke im braunen Speckgürtel um Berlin.
Heute Party am Friedlhain
Berliner Kurier - 28.11.2000
Rollheimer auf der Strasse
PRENZLAUER BERG - Die Rollheimer stehen auf der Straße: Für die Bewohner der 20 "Laster & Hänger" vom Saalbau Friedrichshain ist weiter unklar, wo sie "parken" dürfen (KURIER berichtete). Ein Runder Tisch brachte keine Lösung. Gegen eine Abfindung von 100 000 Mark hatte die Wagenburg Sonntagnacht ihr altes "Quartier" Am Friedrichshain geräumt - ein Investor baut dort ein Hotel für 160 Millionen Mark. Daraufhin zogen die 30 Varieté-Tänzer Handwerker und Musiker zum Mauerpark (Eberswalder Straße). Die Polizei erteilte ein Auf-enthaltsverbot - bis heute, 17 Uhr, müssen die Wagen weg sein. "Das Grundstück steht - auch zeitweise nicht zur Verfügung", sagte Uwe Hacker vom Bundesvermögensamt. Das Areal soll an den Bezirk verkauft werden. Dort entsteht ein Park.
Tagesspiegel - 28.11.2000
Rollheimer rollen wieder
Wagenburg in Prenzlauer Berg findet kein Grundstück
Prenzlauer Berg. Die Bleibe der Rollheimer in der Schwedter Straße Ecke Gleimstraße neben dem Kinderbauernhof war nur von kurzer Dauer: Erst am Sonntag waren die 25 Wagenburgler mit ihren 18 Fahrzeugen vom ehemaligen Saalbaugelände neben dem Filmtheater Am Friedrichshain umgezogen. Dort standen sie seit 1996, nun will der Kölner Investor Ebertz & Partner, wie berichtet, auf dem 6600 Quadratmeter großen Areal ein Seniorenzentrum mit Hotel bauen. Doch auch für die Fläche neben dem Kinderbauernhof gibt es andere Pläne: Der Mauerpark soll erweitert werden, unter anderem sind Acker- und Weideflächen für den Kinderbauernhof sowie ein japanischer Garten geplant Deshalb mussten die Rollheimer am Montagabend ihre Fahrzeuge wegfahren. Denn bei der Besetzung handelt es sich juristisch um Hausfriedensbruch.
Geplant ist, das bundeseigene Grundstück an der Gleimstraße an die Deutsche Bahn zu verkaufen. Die wiederum will es dem Bezirk abtreten, als Ausgleichsfläche für eigene Bauprojekte auf als Grünfläche ausgewiesenen Grundstücken. "Die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss", sagt Bezirksbürgermeister Reinhard Kraetzer (SPD), "bei allem Verständnis für die Rollheimer - das lassen wir uns nicht kaputt machen."
Der Bezirk habe seit vier Jahren Solidarität bekundet, nun sei er ratlos. "Wir haben kein anderes Grundstück für die Rollheimer", sagt Kraetzer. Allerdings frage er sich auch, warum die Wagenburg unbedingt in der Innenstadt stehen muss. Und wer es vorziehe, im Wagen zu leben, müsse sich das dann auch selbst organisieren.
"Das sind Leute, denen Mobilität und eine alternative Lebensform wichtig sind". erklärt der Anwalt Moritz Heusinger, der die im Verein "Menschen im Augenblick äußerster Erregung" zusammengeschlossenen Wagenburgler vertritt. Sie verstehen sich als Teil der Stadt." Keiner der Rollheimer, darunter Studenten und überzeugte Arbeitslose, aber auch ganz "normale" Angestellte, beziehe Sozialhilfe - dafür wäre eine meldefähige Anschrift erforderlich. Nach der Räumung des Geländes Am Friedrichshain haben die Rollheimer vom Investor und dem Land Berlin 100000 Mark erhalten. Doch das Geld soll an die "Krötenkasse" gespendet werden, eine Vereinigung deutscher Wagenburgen.
Was nun aus den Rollheimern wird, ist ungewiss: Das Übernachten in Fahrzeugen auf Straßenland ist verboten und wird höchstens eine Nacht lang geduldet. "Eigentlich war beabsichtigt, die Wagen auf Freiflächen des Bezirksamts an der Fröbelstraße abzustellen, um freundlichen politischen Druck auszuüben", sagt Heusinger. Doch der Bürgermeister hat so etwas geahnt: "Die Tore sind zu, da kommt man nur zu Fuß drauf." kört
taz - 28.11.2000
Wagenburg auf Tour
Rollheimer besetzen Fläche am Mauerpark. Doch auch hier duldet die Polizei keine Dauercamper
von OLIVER VOSS
18 Anhänger stehen verlassen auf der Freifläche oberhalb des Gleimtunnels in Prenzlauer Berg. Die Wagenburg, die seit 1996 neben dem Filmtheater am Friedrichshain stand, ist Sonntagnachmittag umgezogen. Die Bewohner besetzten die Brache an der Schwedter Straße, zwischen Mauerpark und dem Kinderbauernhof Prenzlauer Berg.
"Die waren ganz höflich, haben sich hier vorgestellt und gefragt, wem der Platz gehört", erzählen Mitarbeiter des Kinderbauernhofs. Doch das gemütliche Kaffeetrinken fand bald ein Ende. 80 behelmte Beamte erleuchteten das Gelände taghell, nahmen die Personalien von 12 Wagenbewohnern auf und forderten sie auf, das Gelände zu verlassen. "Eine Höllenaufregung für nix", meint Anke Hallstein, die ehrenamtlich im Kinderbauernhof arbeitet. Sie meint, die Wagenbewohner sollten bleiben: "Die tun niemandem was und stören nicht."
Doch darüber kann nur der Eigentümer der Fläche befinden. Die Rollheimer hatten gehört, die Fläche sei billig an den Bezirk verkauft worden, erklärt Wagenburgler Arne. Sie wollen die geplante Grünflächennutzung nicht behindern, doch überwintern, solange in dieser Hinsicht sowieso nichts passiert. Nach Auskunft des Kinderbauernhofs ist die Fläche im Moment "Niemandsland".
Geplant ist ein Kauf des Areals durch die Bahn von der Oberfinanzdirektion Berlin, um es dann wieder dem Land zu überlassen. Doch ist unklar, ob das Gelände durch Altlasten verseucht ist und wer deren Beseitigung zahlen müsste. So verschiebt sich die Umsetzung der seit 1994 geplanten Baumaßnahmen. Nach Auskunft von Herrn Klappka, Projektleiter der verantwortlichen Grün Berlin Park und Garten GmbH, steht man in den Startlöchern, doch "noch wird fleißig verhandelt".
Das taten gestern auch Vertreter der Wagenburg, Baustadträtin Dorothee Dubrau (Grüne), Bezirksbürgermeister Reinhard Kraetzer (SPD) und die Grün Berlin GmbH. Doch das Treffen blieb ohne Ergebnis, erklärte Kraetzer. Nach seinen Angaben steht das Grundstücksgeschäft mit der Oberfinanzdirektion und Bahn AG kurz vor dem Abschluss und wäre durch eine Besetzung gefährdet. Die Wagenburg könne daher nicht geduldet werden; bis morgen muss der Platz verlassen werden.
Noch könnten die Rollheimer auf ihren alten Platz am Friedrichshain. Doch nur bis 29. November. Denn dort will die Iserlohe KG einen Hotelkomplex samt Seniorenresidenz errichten. Die Kölner Firma hatte den Wagenburglern nach Verhandlungen 45.000 Mark für deren Abzug geboten. Das Geld für Pacht oder Miete einer potenziellen Ersatzfläche wurde durch das Land Berlin und die Treuhandliegenschaftsgesellschaft gar auf 100.000 Mark aufgestockt. Allein es fehlt an alternativen Flächen. Angeboten wurde neben einem Stellplatz in Hellersdorf ein Gutshof in Waßmannsdorf. Das Dorf in der Einflugschneise des Flughafens Schönefeld wird jedoch dessen Ausbau zum Opfer fallen. Heute sind weitere Gespräche angesetzt, doch momentan ist alles wie immer - absolut unklar.
taz Berlin lokal Nr. 6308 vom 28.11.2000, Seite 23, 105 Zeilen, TAZ-Bericht OLIVER VOSS
[squat.net] - 28.11.2000
Nachtrag zur Wagenplatz-Besetzung im Prenzelberg
Wagenplatz mittlerweile geräumt - doch es geht weiter!
26.11.00
Nachdem die Polizei sich stundenlang beraten hatte, sind sie mit ca. 10 Wannen, einem Unimog mit Schieber, Tieflader mit Radlader darauf und Gerätewagen für Licht am Gelände in der Schwedterstr. aufgetaucht. Die Einfahrt zum Gelände war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon mit 5 oder 6 Lkws so zu zugemacht, dass man das Gelände nur noch zu Fuß betreten konnte. Dann kamen Bezirksbürgermeister Krätzer und Ralf Hirsch (Senat) auf das Gelände, um uns klar zu machen, dass die Polizei uns von dem Gelände runterwirft. Sie beide könnten jedoch noch eine Stunde mehr für uns rausschlagen. Nach erneuten Beratungen mit der Polizei kamen die beiden wieder zurück, diesmal mit Verstärkung von Herr Knage (Direktionsleiter der Direktion 7), der uns versuchte deutlich zu machen, wir sollten doch zum Friedrichshain zurückfahren, da dies der rechtlich sicherste Platz für uns sei. Wie wir später erfahren haben, wurde das Gelände an der Bötzowstr. zeitgleich von Bullen umstellt. Angeblich damit der Investor dort keinen Graben ziehen kann, um uns die Möglichkeit zu nehmen, wieder dort zu parken (Sonntag abend um 22.00 Uhr :-) ).
Die Besetzer jedenfalls ließen sich nicht darauf ein. Seit einem Jahr versuchen sie uns am Friedrichshain runterzudrängen. Jetzt gehn wir und dann passt es ihnen auch nicht....... Herr Krätzer tauchte zwar abends am Platz auf, ließ jedoch keine Zweifel daran, dass er uns auf keinen Fall helfen könnte, da ja die Bullen dafür zuständig wären. Diese machten sich jetzt daran, das Gelände zu umstellen, keine Personen mehr rauf oder runter zu lassen. Eine Unterstützer/innen-Gruppe von ca. 50 Personen wurde auch sofort abgehalten, das Gelände zu betreten. Die Menschen auf dem Gelände kletterten auf die Dächer der Autos, wo sie dann von den Bullen runtergezerrt wurden. Daraufhin wurden die Personalien der Leute festgestellt und sie wurden vom Gelände runtergeworfen. Die Autos konnten die Bullen allerdings nicht wegräumen, weil diese so ineinander eingeparkt waren, dass man hätte grossen Schaden an den Lkws anrichten müssen, um sie da raus zu kriegen. Die bullen sagten uns, wir könnten die Autos bis 28.11. 17.00 Uhr da abholen oder sie würden sichergestellt werden, und dann müssten wir sie auslösen. Gegen ca. 00.00 Uhr war die Räumung dann abgeschlossen. Zumindest für die Bullen. no justice no peace fuck the police!
27.11.00
Um 12.00 Uhr mittags begann im Bezirksamt P-berg ein runder Tisch mit dem Bürgermeister, der Baustadträtin Dubrau, Vertretern der BVV, einem Senatsvertreter, Herrn Hacker von der Oberfinanzdirektion (welche noch Besitzer des Geländes ist), einem Vertreter der Bürgervertretung, welche sich um das Gelände kümmert, Journalisten und natürlich uns Bewohnern. Herr Hacker von der OFD gab uns klar zu verstehen, dass er und sein "Dienstherr" auf keinen Fall dazu zu bewegen sind, uns bis Baubeginn auf dem Gelände zu dulden. Ebenso hat er es abgelehnt, uns ein anderes brachliegendes Grundstück zur befristeten Zwischennutzung, bis es einen Ersatzstandort gibt, anzubieten. Dies war nun schon der 6. oder 7. runde Tisch seit dem 15.09.00. Unsere zentrale Forderung war von Anfang an ein Ersatzgelände in der Innenstadt. Damit kann man uns aber nicht dienen. Angeblich gibt es weder bezirkseigene noch Privatgrundstücke in entsprechender Grösse, die zur Verfügung stehen. Morgen ist um 15.00 Uhr wieder ein Treffen mit den "Volksvertretern" geplant, bei welchem uns dann gesagt wird, ob es in Pankow eventuell Stellplätze gibt.
Als Fazit der bisherigen Verhandlungen kann man nur sagen, dass die Einen die Zuständigkeit auf die Anderen schieben, keiner mehr Schuld an der Situation ist als wir selbst, und dass das Leben im Wagen sowieso nicht erwünscht ist.
Fortsetzung folgt.......sicher
Vielen Dank an die Leute, die spontan dort am Sonntagabend aufgetaucht sind, um uns zu unterstützen.
29.11.00 große Abschiedsparty am Friedrichshain 16-18. bring tons of friends and dogs and drinks & usefull things. Heute ist nicht alle Tage, wir können auch anders - keine Frage :-)
adam purple
Berliner Kurier - 27.11.2000
Wagen müssen Luxushotel platzmachen
PRENZLAUER BERG - Vier Jahre lang lebten und parkten sie unauffällig Am Friedrichshain - gestern musste die Wagenburg "Laster & Hänger" ihren Platz wieder räumen. Ein großer Umzug mit Trecker und Anhänger kam ins Rollen. Jetzt soll ein Luxus-Hotel auf der Brachfläche entstehen.
Doch wo die Rollheimer. Varietétänzer, Handwerker und Musiker - künftig leben werden, ist offen: Trotz klarer Zusagen an einem extra einberufenen "Runden Tisch" bot das Bezirksamt Prenzlauer Berg den Bewohnern noch keinen dauerhaften Ersatz-Standort an.
Dagegen protestierten sie mit einem mehrere hundert Meter langen bunten Convoy in der City - und ließen sich dann übergangsweise am Mauerpark nieder. In den nächsten Tagen wollen sie mit dem Bezirk über einen neuen Platz verhandeln. So lange bauen die Aussteiger auf einen stillen Konsens mit Polizei und Politik.
"In einer modernen Weltstadt sollte auch Platz für alternative Lebensformen sein", fordert Wagenburgsprecher Till, der sich wie die meisten seit zehn Jahren in einem mobilen Haus eingerichtet hat. In ganz Berlin stehen heute noch etwa zehn Wagenburgen. tvh
Morgenpost - 27.11.2000
Wagenburg zog zum Mauerpark. Aufenthaltsfrist neben dem Filmtheater am Friedrichshain endet Mittwoch
hcs
Prenzlauer Berg - Die Wagenburg neben dem Filmtheater am Friedrichshain ist gestern umgezogen. Am Nachmittag drehten die 25 Bewohner die Schlüssel an ihren zwölf Gespannen um und führen in einer einhundert Meter langen Kolonne durch den ganzen Bezirk. Ihr Ziel: ein freies Areal an der Ecke Gleim- und Schwedter Straße auf dem ehemaligen Mauerstreifen.
Die Kolonne aus Lkw, Traktoren und Bussen verursachte keinen Stau. Einige Spaziergänger blieben erstaunt stehen und fragten: "Ist das ein Zirkus?" Doch Anwohner der Schwedter Straße alarmierten nach Ankunft der Rollheimer sofort die Polizei. Als sie eintraf, musste der Wachleiter des Abschnitts 76, Wolfgang Schröder, zunächst die Zuständigkeit klären. Denn das etwa 6000 Quadratmeter große Gelände liegt genau auf der Grenze zwischen Wedding und Prenzlauer Berg. Doch bald war klar: Prenzlauer Berg ist zuständig und damit Herr Schröder.
Unklar blieb allerdings, was zu tun sei. Die Polizei zog sich nach et-wa einer Stunde zurück, um den Eigentümer des Geländes herauszufinden. Nach Recherchen der Wagenburgler gehört es dem Bezirk, der dort den südlich gelegenen Mauerpark bis zum benachbarten Kinderbauernhof erweiten will.
Die als Verein "Menschen im Augenblick äußerster Erregung" eingetragene Rollheimer-Gruppe zog um, weil am 29. November die Aufenthaltsfrist neben dem Filmtheater abläuft. Um einer Räumung zu entgehen, entschlossen sie sich für den vorzeitigen Abzug. Der Termin wurde mit dem Investor, der Am Friedrichshain 16-18 einen sechsstöckigen Komplex mit Hotel und Senio-renwohnungen bauen will, vertraglich vereinbart.
Im Gegenzug erhält der Verein 100 000 Mark, um eine neue Fläche in Berlin zu pachten. Die Summe erbringen jeweils zu einem Drittel die Iserlohe KG, die Treuhandliegenschaftsgesellschaft und Berlin. Allerdings konnte in den vergangenen drei Monaten kein Ersatzstandort gefunden werden. Baustadträtin Dorothee Dubrau (für B90/Grüne) versicherte stets, keine Freiflächen im Bezirk zu haben. "Warum hat uns der Bezirk nicht dieses Gelände angeboten?", moniert Bewohnerin Elektra. Seit 1996 hatte der Bezirk die Wagenburg neben dem Kino geduldet.
Zu einer Räumung des neuen Geländes kam es bis Redaktionsschluss nicht, allerdings war die Polizei - ebenso wie Bezirkspolitiker vor Ort. Sie kündigte an, die Wagenburgler zurückzuschicken, wenn der Grundstückseigentümer nicht die Duldung der Besetzer erklärt.
[squat.net] - 26.11.2000
Berlin: Schwedterstr./Gleimstr.
Heute gegen 15.30 Uhr haben die Bewohner der Wagenburg Am Friedrichshain das Grundstück Schwedterstr./Gleimstr. besetzt, nachdem sie vorher mit einem ca. 300m langem Konvoi durch die Innenstadt gefahren sind. Die Bullen waren auch schon da, sind sich jedoch nicht sicher, was sie machen sollen. Es ist im Moment noch alles möglich. Über Unterstützer(innen) freuen wir uns herzlich.
Ausserdem gibt es am 29.11.00 Am Friedrichshain 16-18 unsere Abschiedsparty. Bring friends food dogs & fun.
Nachtrag von 19.42 Uhr:
Soeben kam die Nachricht, dass sich an der Polizeiwache Schönhauserallee etwa 30 Mannschaftswagen in voller Besetzung befinden, welche möglicherweise gleich bei der Neubesetzung auflaufen werden.
keep on squatting people
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