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[Quelle: infopool - 2.1.2001
Aufruf zur Demo am 10.2.2001 in Magdeburg
"Wut und Trauer zu Widerstand! Gemeinsam gegen Nazi-Terror und staatlichen Rassismus!!!"
In der Nacht vom 7. zum 8.2.1997 wurde der Punk Frank Böttcher in Neu-Olvenstedt, einem Stadtteil der weit über Magdeburg hinaus als "National Befreite Zone" gilt, brutal von Faschisten ermordet. Seine Mörder lauerten ihm an einer Straßenbahnhaltestelle, vor dem Krankenhaus, in dem sich Frank behandeln ließ, auf. Die Nazis traten ihm die Schädeldecke ein (mehrere Schädelbasisbrüche) und stachen, obwohl er seinen Verletzungen schon erlag, noch 7 mal mit einem Messer auf ihn ein.
Frank ist nicht das einzige Opfer rassistisch motivierter Gewalt in Magdeburg. 1992 überfallen 60 Faschisten, bewaffnet mit Stahlrohren und Baseballschlägern eine Geburtstagsfeier und erschlagen den Punk Torsten Lamprecht. Am Herrentag 1994 jagen Nazi-Hools und Faschos farbige Menschen durch die Innenstadt und verletzen viele davon schwer. Die Polizei schaut zu und verhaftet später auch die Opfer. In den Jahren 1998 und 1999 werden mehrere Wohnungen von Punks und Linken überfallen und diese zum Teil lebensgefährlich verletzt. Die Zahl der Opfer wächst!
Während der kontinuierliche Abbau der radikalen Linken in Magdeburg ab 1997 erst zur Jahrtausendwende mit dem "heranwachsen einer neuen Generation" gestoppt werden konnte, haben die Faschisten ihre Aktivitäten massiv verstärkt. Übergriffe auf MigrantInnen, Punks, Linke, Obdachlose und alles "Undeutsche" gehören hier zum Alltag. Doch die Nazis beschränken sich auch in Magdeburg schon lang nicht mehr auf Terror, sondern versuchen sich durch massive
Öffentlichkeitsarbeit zu etablieren.
Der Ortsverband der NPD und "freie" Nationalisten führen regelmäßig Flugblatt- und Plakataktionen, Infostände (vor allem in den Neubaugebiete), Kundgebungen und Aufmärsche in Magdeburg und Umland durch. Für die schön organisierten Nazis werden Schulungsveranstaltungen (unter anderem mit dem Nazi-Terroristen Peter Naumann) organisiert. Regionale Presse und Politik verhalten sich bisher absolut fahrlässig den erstarkenden Nazi-Gruppierungen gegenüber. Rassistische Übergriffe und Nazi-Terror werden wie fast überall in Deutschland ignoriert, heruntergespielt und als unpolitische Einzeltaten hingestellt.
Dies verwundert jedoch nicht, da dieser Staat genau so rassistisch ist. Auch in Magdeburg werden mehrmals monatlich Menschen in ihr Elend abgeschoben, wie z.b. die derzeitigen Massenabschiebungen von KosovoalbanerInnen, die laut Oberbürgermeister Willi Polte "alle samt Wirtschaftsflüchtlinge sind". Medienhetze gegen "Ausländerkriminalität und Asylantenschwemme", gegen "linke Chaoten" oder gegen Punks, BettlerInnen
und sozialschwache Menschen, die als Sozialschmarotzer hingestellt werden, fördert und erzeugt rassistisches Denken. So bereiten Staat und Medien den Boden, auf dem die Nazis ihre Menschenverachtene Ideologie verbreiten.
Antirassistische Aktionstage!!!
Im letzen Jahr hat sich die radikale Linke in Magdeburg ein Stück weit stabilisiert und gewinnt allmählich wieder an "Stärke". Dies spiegelt sich im Entstehen neuer Gruppen, Haus- und Zeitungsprojekten wieder. Es gelingt uns teilweise linke Inhalte und unsere Positionen öffentlich wahrnehmbar zu machen. Auch hat sich gezeigt, dass wir wieder in der Lage sind, die Faschisten in ihren Aktivitäten zu stören oder diese zu verhindern. Um weiter aus der Defensive zu kommen organisieren wir (Punks und autonome Gruppen) Anfang Februar Antirassistische Aktionstage.
In Flugblatt-Aktionen soll staatlicher Rassismus am Beispiel Magdeburg thematisiert werden. Außerdem sind eine Kranzniederlegung an Franks Grab und Informationsveranstaltungen über den Mord an Frank und über Faschostrukturen im Osten geplant.
Abschluss der Aktionstage soll eine kraftvolle(!!!) Demo am 10.2.2001 nach Olvenstedt werden. Aus Erfahrungen ist damit zu rechnen, dass die Faschisten versuchen werden die Demo in Olvenstedt zu stören oder anzugreifen wir vertrauen auf eure Antifaschistische Solidarität!!!
Demo am 10.2.2001 in Magdeburg!
Treffpunkt 14.00 Uhr Bahnhofsvorplatz!
WUT UND TRAUER ZU WIDERSTAND!
GEMEINSAM GEGEN NAZI-TERROR UND STAATLICHEN RASSISMUS!!!
autonome Gruppen
Überregionales Vorbereitungstreffen ist am 20.1.2001, 15.00 Uhr im AJZ (Große Diesdorfer Str.15) Magdeburg.
Falls ihr noch Informationen haben möchtet:
Wir sind erreichbar unter: azmagdeburg@hotmail.com
www.az-md.exit.mytoday.de
Tel. 0177/6133938
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