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Nazistrukturen zerschlagen in Lichtenberg und anderswo
Am 13.10.2001 rufen wir zur einer antifaschistischen Demonstration durch Berlin-Lichtenberg auf. Mit dieser Demonstration wollen wir einige Nazistrukturen im Bezirk öffentlich machen und den Faschisten ihre "sicheren Rückzugsgebiete" streitig machen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass breites antifaschistisches Engagement nötig ist, um die Entwicklung sogenannter "National Befreiter Zonen" zu verhindern.
Gerade der Bezirk Lichtenberg ist traditionell ein Schwerpunktgebiet der Berliner Naziszene. Nach der "Wiedervereinigung" wurden in der Weitlingstrasse mehrere Häuser von Nazis besetzt und als Schaltzentrale für den Aufbau von Nazistrukturen in Ostdeutschland genutzt.
Nach einer breiten antifaschistischen Kampagne mussten die Nazis schließlich die Häuser aufgeben. Einige Jahre später eröffnete in der Normannenstrasse das Cafe Germania als Treffpunkt von Nazis für Nazis. Auch dieses musste nach einer breiten antifaschistischen Kampagne schließlich dicht machen. Doch andere Nazitreffpunkte blieben.
So wird in der Fanningerstrasse nach wie vor der Tattoo-Shop Utgard von Nazis betrieben und im Prozenthouse in Alt-Fiedrichsfelde können sich Nazigruppen treffen. Außerdem haben zahlreiche Berliner Nazikader ihren Wohnsitz nach Lichtenberg verlegt.
Gründe genug, um auf die Strasse zu gehen. Am 13. Oktober demonstrieren wir gegen den Bezirksvorsitzenden der Berliner NPD, Georg-Wilhelm Magnus, und die Nazikneipe Prozentehouse.
Georg Magnus ist seit vielen Jahren führender Funktionär in der Berliner NPD. Momentan ist er Bezirksvorsitzender von Berlin und Vorsitzender des Kreisverband Nord. Von der Bürgerheimstrasse in Lichtenberg aus organisiert er NPD-Veranstaltungen und Wahlkampfaktionen. Gerade in Wahlkampfzeiten wollen wir ihn deshalb nicht ungestört seine faschistische und rassistische [menschenverachtende] Hetze verbreiten lassen.
Das Prozentehouse in Alt-Friedrichsfelde dient als ein wichtiger Nazitreffpunkt in Berlin. So gilt es, neben dem Johannisthaler Stübel in Schöneweide, als neue Stammkneipe der neonazistischen Kameradschaft Germania. Nachdem ihr Gründungstreffpunkt, das Cafe Germania, dicht gemacht wurde, gilt es nun der Kameradschaft Germania an ihren neuen Treffpunkten auf die Pelle zu rücken.
Doch nicht nur die Kameradschaft Germania trifft sich in diesen Kneipen. Das wurde am 17. März 2001 deutlich. Die NPD/JN hatte an diesem Tag wieder mal eine Nazi[groß]veranstaltung in Berlin organisiert. Auf dieser wollten die jungen NPD-Anhänger dem SS-Kommandanten Kurt Eggers gedenken und dem Geklimper des NPD-Liedermachers Jörg Hähnel lauschen.
Doch dieses mal kam alles anders: Die Treptower Antifa Gruppe machte die "konspirative" Veranstaltung durch eine Presseerklärung öffentlich und mobilisierte zu dem "Schleusungspunkt" der Nazis am Busbahnhof Schöneweide. Hier hatte die PDS-Treptow-Köpenick und der Bund der Antifaschisten Kundgebungen angemeldet. Die Jungen Nationaldemokraten (JN) sahen sich daher gezwungen ihren "Schleusungspunkt" am Bahnhof Schöneweide aufzugeben und nur noch wenige Nazis fanden sich am 17. März am eigentlichen Treffpunkt, dem "Johannisthaler Stübel", ein. Dem kläglichen Haufen Nazis standen etwa 400 AntifaschistInnen gegenüber.
Unabhängig von den Kundgebungen gelang es anderen Antifaschisten den Veranstaltungsort der NPD-Jugend im Prozentehouse Lichtenberg ausfindig zu machen. Etwa 100 Nazis hatten sich hier zu ihrer SS-Gedenkfeier versammelt, als sie von einigen AntifaschistInnen gestört wurden.
Daraufhin griff eine Gruppe von NPD-Anhängern die AntifaschistInnen mit Billiard-Queues und Barhockern an. Im Laufe der Auseinandersetzungen wurden zwei Nazi-Autos und die Nazi-Kneipe beschädigt.
Die Veranstaltung musste abgebrochen werden und das Nazikonzert fiel aus. Nach den Auseinandersetzungen veranstalteten 140 eilig erst jetzt herbeigeeilte Polizeibeamte und Nazis faktisch Hand in Hand Hetzjagden auf AntifaschistInnen, und es wurden im gesamten Bezirk Lichtenberg 38 vermeintliche "Linke" und 35 Nazis von 140 Polizisten wegen des Verdachtes auf Landfriedensbruch festgenommen. Die AntifaschistInnen wurden teilweise bis zum nächsten Abend von der Polizei festgehalten. Diese [AntifaschistInnen] waren auch im Gegensatz zu den Nazis von Hausdurchsuchungen und Haftbefehlen betroffen. Die Ermittlungsverfahren gegen die Nazis wurden mittlerweile eingestellt, während die AntifaschistInnen weiterhin mit Anklagen rechnen müssen.
Für die kriminalisierten AntifaschistInnen findet nach unserer Demonstration um 21 Uhr in der Linse in Lichtenberg eine Soli-Party mit diversen HipHopActs statt.
Wer keine Zeit hat kann auf das Konto
KNR :7189590600
BLZ : 100 200 00
Berliner Bank
Stichwort "17.3. - Nazis raus"
spenden.
Demo-Facts:
13.10. 14 Uhr U-Bhf. Magdalenenstraße
Party-Facts:
HipHop-Soli-Party
21 Uhr Linse (Alt Friedrichsfelde 70)
mit, Q-Roy, MC Steiner, Lou Weed(Ragga) und Special-HipHop-Acts
Aufrufer:
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.) (Tel: 0173 10 70 626)
Antifa Hohenschönhausen
Betroffenentreffen 17.3.
Antifaschistische Initiative Moabit
KW'er Antifa Offensive (KAO)
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