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[Quelle: nadir aktuell - 16.9.2001]
Berlin: News vom Wissenschaftssommer
Wissenschaftssommer - "Dialog ist nicht erwünscht"
In der Darstellung des Berliner Wissenschaftssommers ist immer wieder von Dialog die Rede, zu den Mitveranstaltern gehört auch die Initiative "Wissenschaft im Dialog".
Samstag, der 15. September:
Mehrere Menschen stellen sich mit einem Transparent neben das Life-Science-Mobil der Bundesregierung. Auf dem Transparent steht: "Gentechnik = Selektion + Normierung". Nach wenigen Sekunden verweist uns einer der Veranstalter des Wissenschaftssommers des Platzes, da wir uns auf Privatgelände befinden würden. O-Ton: "Dialog ist nicht erwünscht". Zur Unterstützung wird sofort die Polizei herbeigerufen. Wir ziehen uns auf den Gehweg (öffentlicher Platz) zurück, ein zweites Transparent kommt dazu, ein Infotisch wird aufgebaut, Flugblätter werden verteilt. Viele tragen ein T-Shirt auf dem das erste Life-Science-Mobil nach einem Brandanschlag zu sehen ist: "lifesience ... interessiert mich brennend!". Die Polizei verlangt nun die Benennung eines Verantwortlichen, dann wäre alles kein Problem. Als wir das verweigern, droht die Polizei mit der Auflösung unserer Aktion, die Personalien aller würden aufgenommen, Verstärkung wird herbeigerufen. Es findet sich eine Anmelderin. Nachdem sie ihre Personalien angegeben hat, wird sie darüber informiert, das sie eine Strafanzeige, wegen Verstoßes gegen des Versammlungsgesetzes erhält, da es sich bei unserer Aktion um eine Kundgebung handele, die 48 Stunden vorher anzumelden sei. Eine Spontankundgebung könne es schon deswegen nicht sein, da dazu ein spontaner Anlaß vorliegen muß und die Gentechnik gibt es ja nun schon seit 20 Jahren. Eine Spontandemonstration für Versammlungsfreiheit wird von der Polizei verboten, da Spontandemonstrationen gegen Polizeimaßnahmen generell nicht zulässig seien.
So sieht er also aus, der von Bundesregierung, Gentechnikindustrie und Gentechnikwissenschaftlern initiierte Dialog. Trotzdem haben wir 2 Stunden lang Gegenöffentlichkeit geschaffen. Wir lassen uns nicht verbieten. Spucken wir den Gentechnologen auch weiterhin in ihre Suppe.
einige GentechnikgegnerInnen
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