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Quelle: indymedia - 6.12.2001

Nehmen wir uns die StadtMitte

Wir sind viele in Berlin.

Und es ist Zeit, daß die verschiedenen sozial und politisch Bewegten ihre Anschauungsweisen, ihre eigenen Lebensweisen auch in dieser Stadt zusammenbringen, offen legen, sich mit eigenen Vorstellungen den "global players", den Regierungen, dem Militär, der medialen Macht, auch dem uns allen innewohnenden Patriarchat und Rassismus entgegenstellen.

Es sind noch andere unterwegs in die gleiche Richtung. Wenn auch nicht alle mit demselben Ziel. Manche haben den Plan für die Revolution fertig in der Tasche. Einige wissen nicht, was morgen sein wird. Andere wollen ihre Wut herausschreien. Viele suchen trotz alledem nach dem richtigen Leben im falschen. Etliche sind mit allem unzufrieden, das ihnen angeboten wird. Nicht wenige wollen selbst etwas anbieten. Ein paar zweifeln an der Realität und suchen nach dem Anlaß. Die meisten wollen lieber tanzen als ackern. Alle können sich etwas besseres vorstellen als das, was ist. Wir sind viele in Berlin.

Wo kommen wir zusammen?

Viele Wege kreuzen sich, aber es gibt kaum einen Ort, an dem sich Kräfte bündeln - im Politischen wie auch im alltäglich Sozialen. Politische Gruppen haben ihren Laden, ihre Kneipe, ihren Raum in ihrem jeweiligen Dorf. Linke Kunst und Kultur berühren sich kaum mit politischen Initiativen. Neu dazugekommene Menschen suchen mühsam, oft vergeblich nach Anschluß. Alte, die den Kontakt verloren haben, finden ihn nicht wieder. Der Alltag wird isoliert organisiert und ist weitestgehend entpolitisiert. Austausch und Kommunikation verlagern sich in die Mediennetze, wo sie zunehmend beliebig werden. Stop!

  • Wir wollen einen Ort, an dem sich Politik und Alltag, Kunst und Soziales, Medien und Menschen treffen.
  • Einen Ort, der offen ist für Versuche, Veränderungen, Projekte. An dem es Konflikte, aber keine Kleinkriege gibt.
  • Wo linke Politik gemacht, aber nicht Machtpolitik verlinkt wird.
  • Wo auch die gerne hingehen, die keinen Szene-Code beherrschen.
  • Wo die einen neues ausprobieren und die anderen ihnen von den alten Erfahrungen erzählen können.
  • Wo auch die ihren Platz finden, die viel arbeiten oder Kinder haben.
  • Wo vor allem die Platz haben, die sonst keinen haben.
  • Wo Wissen weitergegeben wird und wo wir uns gegenseitig beraten.
  • Wo Infrastrukturen aus der Vereinzelung heraustreten, sich an einem Ort stärker vernetzen und aufeinander beziehen können.
  • Wo es Adorno ebenso gibt wie No Means No, Marx ebenso wie Sub Marc, Partys und Patriarchatskritik, Videokunst und Vollversammlungen.

Die Liste der vorstellbaren Projekte ist lang. Uns, die wir uns seit einiger Zeit mit dieser Idee beschäftigen, ist schon vieles eingefallen. Viel mehr, als wir jemals allein auf die Beine stellen könnten. Euch wird noch viel mehr einfallen. Wir brauchen ein großes Haus mit reichlich Platz dafür. Es gibt in Berlin massenhaft Platz. Er muß nur noch erobert werden. Wir können ihn zusammen erobern!

Kommt am Freitag 7.12.2001 um 19 Uhr
ins KATO im U-Bahnhof Schlesisches Tor.
Bereitet euch darauf vor, daß bald etwas passiert!

Nehmen wir uns die StadtMitte!
Gegen Umstrumstrurierung und Vertreibung am Spreeufer!
Für freien Zugang zum Wasser! Yuppies raus!

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