Naziaufmarsch am 1.12. in Berlin verhindern!
Sonderseite zu Gegenaktionen zum geplanten Naziaufmarsch am 1.12.2001 in Berlin zur Eröffnung der Ausstellung über die Wehrmachtsverbrechen.
 Am 28.11.2001 wird die überarbeitete Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1945" in Berlin eröffnet. Gegen diese Ausstellung wollen am 1. Dezember NPD und unabhängige Kameradschaften mit über 3000 Nazis durch Berlin-Mitte demonstrieren. Ihr Motto: "Unsere Väter waren keine Mörder!" Damit wollen sie an einen ihrer größten Erfolge der letzten Jahre anknüpfen, bei dem es ihnen gelang, im Bündnis mit Konservativen und Rechtsnationalen eine vorläufige Schliessung der Ausstellung zu bewirken.
Auf dieser Sonderseite zum 1.12. wollen wir Euch aktuelle Infos und Termine zusammenstellen, damit wir gemeinsam diesen Naziaufmarsch verhindern können! Wir sehen uns am Samstag auf der Strasse!!!
Die Ausstellung ist von Mittwoch, 28. November 2001 bis zum 13. Januar 2001 täglich (außer montags) von 10-18 Uhr im KunstWerk, Auguststraße 69, Berlin-Mitte, zu besichtigen.
Aktuelles
NPD darf laut Zeitung nicht durch das jüdische Viertel ziehen
Laut Berliner Zeitung wird die Nazidemo an der Auguststrasse und an der jüdischen Synagoge vorbeigeführt. Die genaue Route will die Berliner Innenverwaltung geheim halten und damit antifaschistischen Protest erschweren. Was nicht alles getan wird, um die Nazis in Ruhe und Sicherheit ihren Müll verbreiten zu lassen... siehe weiter unten bei Nachrichtenticker-Meldungen...
Info Nr. 5 vom Antifa-Info-Telefon Berlin:
[Stand: 30.11.2001]
Naziaufmarsch am 1.12. stören - blockieren - verhindern
Der Zentralrat der Juden kündigt Sitzblockaden an.
Genauere Angaben zu 5 genehmigten Gegenkundgebungen des Bundes der AntifaschistInnen, die auch als Infopunkte nutzbar sein sollten:
1. Friedrichstraße südlich des S-Bhf.
2. Tucholsky / Johannisstraße
3. Tucholskystraße oberhalb der Oranienburger Str.
4. Große Hamburger am ehemaligen jüdischen Waisenhaus
5. Alexanderplatz - Richtung Rotes Rathaus
Alle von 12-18 Uhr!
Seid phantasievoll und widerständig und ruft mal an:
0177-477 03 86 oder 030-4434 1001
Nachrichten-Ticker
Route der NPD-Demonstration weiter unklar Die umstrittene Route der für heute angekündigten NPD-Demonstration in Berlin ist offenbar geändert worden. Aus der Senatsinnenverwaltung verlautete, der Aufmarsch werde voraussichtlich nicht an der Synagoge in der Oranienburger Straße vorbeiführen. Die genaue Route ist nicht bekannt. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" hat die Versammlungs-Behörde beschlossen, die Rechtsextremisten komplett an der Spandauer Vorstadt vorbeizuleiten. Der NPD-Aufmarsch richtet sich gegen die neue Ausstellung über Verbrechen der Wehrmacht, die in dieser Woche in Berlin-Mitte eröffnet wurde. Ein breites Bündnis von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen hat zu Protestveranstaltungen gegen den NPD-Marsch durch das traditionelle jüdische Viertel aufgerufen. Quelle: InfoRadio Berlin 01.12.2001 - 08:16 Uhr
NPD will durch Berliner Innenstadt marschieren Berlin (dpa) - Mehrere tausend Rechtsextremisten wollen heute durch das historische jüdische Viertel Berlins marschieren. Anlass für den Neonazi Aufmarsch ist die Ausstellung zu den Wehrmachtsverbrechen im Zweiten Weltkrieg. Die Polizei will nach Medienberichten versuchen, den Demonstrationszug um das Viertel herumzulenken, um Konfrontationen mit Gegendemonstranten zu vermeiden. Der voraussichtlich bisher größte Neonazi-Aufmarsch seit Kriegsende in Berlin findet trotz heftiger Proteste aus dem In- und Ausland statt. Quelle: Yahoo! Schlagzeilen 01.12.2001 - 04:08 Uhr
Proteste gegen NPD-Aufmarsch in Berlin Berlin (ddp). Der für heute geplante Aufmarsch der rechtsextremistischen NPD in Berlin trifft auf breiten Widerstand. Ein Bündnis von Gewerkschaften, Kirchen, Parteien und Gruppen ruft zu Protestveranstaltungen auf. Führende Vertreter der Jüdischen Gemeinde kündigten an, sich dem Neonazi-Aufzug in den Weg zu stellen. Mit den Protesten soll verhindert werden, dass die NPD an der neu konzipierten Wehrmachtsausstellung im ehemaligen jüdischen Viertel in Mitte vorbeizieht. Die Polizei will wegen des NPD-Zuges und auf Grund zahlreicher Gegenkundgebungen 3.500 Beamte einsetzen. Quelle: BerlinOnline 01.12.2001 - 01:06 Uhr
NPD-Route geändert? Die Route der morgigen NPD-Demonstration in Berlin wird voraussichtlich so geändert, dass sie nicht an der Synagoge in der Oranienburger Straße vorbeiführt.
Das verlautete aus der Senatsinnenverwaltung. Einzelheiten wollte man aber nicht bekannt geben. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Spiegel, und der SPD-Innenexperte Wiefelspütz hatten im SFB-Hörfunk scharf gegen die Demonstration im historischen jüdischen Viertel protestiert. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde hatte Sitzblockaden angekündigt.
Offenbar soll der Neonazi-Aufmarsch aber wie geplant zur Auguststraße führen, wo die Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht wiedereröffnet wurde.
Ein breites Bündnis von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen hat für morgen Gegendemonstrationen angekündigt. Quelle: InfoRadio Berlin 30.11.2001 - 20:07 Uhr
NPD darf laut Zeitung nicht durch das jüdische Viertel ziehen Berlin (AP) Die Proteste gegen den für Samstag geplanten NPD-Aufzug durch das jüdische Viertel in Berlin haben nach Informationen der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe) Wirkung gezeigt. Die etwa 4.000 Rechtsextremisten, die gegen die Wehrmachtsausstellung demonstrieren wollen, dürfen nicht durch die Spandauer Vorstadt und das Scheunenviertel ziehen, wie die Zeitung berichtete.
Die Versammlungsbehörde lenke ihre Route an dem traditionellen jüdischen Viertel vorbei. Gegen einen Marsch durch diesen Stadtteil hatten die Jüdische Gemeinde und zahlreiche andere Organisationen protestiert. Lediglich der Antreteplatz der Neonazis am S-Bahnhof Friedrichstraße solle bleiben. Näheres über den aktuell geplanten Routenverlauf sei noch nicht bekannt. Die Polizeiführung schloss laut "Berliner Zeitung" weitere Routenänderungen nicht aus. Wie schon am 3. Oktober wollen Veranstalter und Polizei die wirkliche Route geheim halten, um Gegendemonstranten fern zu halten. Quelle: BerlinOnline 30.11.2001 - 19:36 Uhr
Spiegel warnt vor Einsatz der Polizei gegen Juden Berlin (AFP) - Unmittelbar vor der für Samstag geplanten Demonstration der rechtsextremen NPD in Berlin hat der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, vor einem Einsatz der Polizei gegen Juden gewarnt. «Ein unerträglicher Gedanke, dass wir da wieder an Bilder erinnert werden, an die wir gar nicht erinnert werden möchten und die uns unvorstellbar sind, dass Polizei Juden wegträgt,» sagte Spiegel am Freitag im Inforadio Berlin-Brandenburg. Er forderte erneut eine Verlegung der NPD-Route und kritisierte die Entscheidung der Berliner Behörden, eine rechtsextreme Demonstration im Zentrum des jüdischen Lebens in der Hauptstadt zuzulassen. Quelle: BerlinOnline 30.11.2001 - 17:09 Uhr
Die vorherigen Meldungen von den Nachrichtentickern findet Ihr hier.
Links
http://www.verbrechen-der-wehrmacht.de Informationen zur Ausstellung »Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944«. Diese Website befindet sich zur Zeit im Aufbau.
http://www.his-online.de/presse/kw_begleitprogramm.pdf Das Begleitprogramm zur Ausstellung als PDF-Datei. Diskussionen, Vorträge und Filme vom 28.11.2001 bis zum 11.1.2002.
http://www.kw-berlin.de Kunst-Werke Berlin e.V., Auguststr. 69, 10117 Berlin. Dort findet die Ausstellung vom 28. November 2001 bis zum 13. Januar 2002 statt.
http://www.wehrmachtausstellung-bi.de Die Ausstellung vom 27. Januar 2002 bis 17. März 2002 im Historischen Museum der Stadt Bielefeld.
Aktuelle Infos am 1.12.
Infotelefon der unabhängigen Antifa Mobil: 0177 - 477 03 86 Festnetz: 030 - 4434 1001
Das Infotelefon der AAB 030 - 2756 0756 [ist den ganzen Tag besetzt]
Antifa-Radio Wenn die Nazis durch Mitte laufen, gibt es am 1.12. gute Musik zum beschallen der Nazis und aktuelle Infos auf UKW 95,1
Termine
30.11.2001 - 19.00 Uhr In der Humboldt-Uni (Unter den Linden, Raum: 30/94, 2.OG, Westflügel) findet die Veranstaltung "Das Pommerland ist abgebrannt" über deutsche Geschichtspolitik und die Ausstellung "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht" statt.
1.12.2001 - 9.00 Uhr Im Subversiv gibt's jetzt jeden ersten Samstag im Monat Frühstück! Diesmal wegen Naziaufmarsch schon um 9.00 Uhr (sonst 12.00 Uhr)
1.12.2001 - 10.00-16.00 Uhr Genehmigte Kundgebung des Humboldt-RefRat am Bebelplatz.
1.12.2001 - 10.30 Uhr Antifa-Demo vom Hackeschen Markt zum S-Bhf. Friedrichstraße. Danach: Nazi-Aufmarsch verhindern! Zur Zeit ist die Demo nur bis 50m vor der Auguststraße erlaubt und muss bis 14.00 Uhr beendet sein
1.12.2001 - 11.00 Uhr Die Nazis sammeln sich ab 11.00 Uhr am S-Bhf. Buch (Norden) und am S-Bhf. Wannsee (Süden).
1.12.2001 - 12.00-18.00 Uhr Genehmigte Kundgebungen des 'Bund der AntifaschistInnen' (BdA): Friedrichstraße (südlich des S-Bahnhofes - am Hotel) Tucholskystraße (südlich der Oranienburger) Alexanderplatz (Richtung Rotes Rathaus)
1.12.2001 - 13.00 Uhr Genehmigte Kundgebung des DGB ab 13.00 Uhr Auguststraße 69 (direkt vor der Ausstellung).
1.12.2001 - 13.00 Uhr Die Nazis wollen ihre Demo vom S-Bahnhof Friedrichstrasse starten.
Anlaufstellen
Bandito Rosso (Lottumstr. 10a) Das Bandito Rosso ist an diesem Tag von 10 bis 17 Uhr als Infostelle geöffnet, d.h. es gibt ausnahmsweise heißen Kaffee/Tee und aktuelle Infos.
Krähenfuss (Humboldt-Uni) Dort gibt es ebenfalls Infos und warme Getränke.
 Hier ein Ausschnitt aus dem Stadtplan von Berlin-Mitte mit der eingezeichneten (bisher geplanten) Route der Nazi-Demo und den Anlaufstellen für Gegenaktionen. Die Karte ist noch nicht ganz vollständig. Weitere Gegenaktivitäten werden noch aktualisiert. Die Karte passt etwa auf DIN A4 (Querformat) und die Datei hat 279 Kilobyte (leider nur eine Auflösung von 72 Pixel/Inch). Vielleicht geht das ja einigermassen mit dem Ausdrucken.
Die Nazi-Demo
Die bisher geplante Route der Nazi-Demo (13.00 bis 18.00 Uhr) soll vom S-Bahnhof Friedrichstrasse über die Oranienburger Strasse zum Kulturhaus in der Auguststrasse (dort ist die Ausstellung) und dann weiter über Rosenthaler Strasse, Torstrasse und Karl-Liebknecht-Strasse zum Alexanderplatz gehen. Zur Zeit verhandelt die Innenverwaltung mit den Nazis über eine Ausweichroute, da auf der bisherigen Strecke viele Gegenkundgebungen angemeldet wurden und am Alexanderplatz aufgrund des Weihnachtsmarktes die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. Mit einer Entscheidung über die Demoroute ist am Donnerstag oder Freitag zu rechnen.
Als Redner auf der Abschlusskundgebung sind Udo Voigt, Friedhelm Busse und Herbert Schweiger, Wolfgang Narath geplant.
Die Schleusungspunkte der NPD sind ab 11.00 Uhr der S-Bahnhof Buch im Norden und der S-Bhf. Wannsee im Süden der Stadt. Der Treffpunkt am Flughafen Schönefeld wurde gestrichen - es kann aber sein, dass sich dort trotzdem noch einige Nasen einfinden.
Texte
Info Nr. 5 Der Zentralrat der Juden kündigt Sitzblockaden an. Fünf Gegenkundgebungen vom Bund der AntifaschistInnen von 12-18 Uhr. Text: AntifaInfoTelefonBerlin - 30.11.2001
Info Nr. 4 Routenänderung des Naziaufmarsches wird immer wahrscheinlicher. Weitere genehmigte Gegenkundgebungen. Text: AntifaInfoTelefonBerlin - 28.11.2001
Info Nr. 3 Geplante Kundgebungen und Demonstrationen gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch am 1. Dezember in Berlin. Text: AntifaInfoTelefonBerlin - 25.11.2001
Stören - Blockieren - Verhindern! Zum geplanten Nazi-Aufmarsch am 1. Dezember in Berlin und dezentrales Konzept gegen Naziaufmärsche. Text: unabhängige Gruppen
Etwas besseres als die Nation... Gegen Faschismus und Krieg - Naziaufmarsch verhindern! Text: Antifaschistische Aktion Berlin
Zeitungsberichte
NPD darf nicht durch das jüdische Viertel Versammlungsbehörde gibt Protesten nach. Quelle: Berliner Zeitung - 01.12.2001
Soldaten im Krieg, Nazis auf der Straße Berlin: Jüdische Gemeinde kündigt Sitzblockade im Scheunenviertel an. Quelle: junge Welt - 01.12.2001
Dissensgeschichte Der schwarze Kanal: Die Wehrmachtsaustellung und die »Werte der Nation«. Quelle: junge Welt - 01.12.2001
Unerträgliche Provokation Die NPD will heute gegen die Wehrmachtsausstellung marschieren - mitten durch das jüdische Viertel in der Spandauer Vorstadt. Bei den Anwohnern regt sich Protest. Ein Stimmungsbericht. Quelle: taz Berlin - 01.12.2001
NPD-Demo: Da hilft nur Masse Ein Kommentar von Sabine am Orde. Quelle: taz Berlin - 01.12.2001
Notfalls mit Sitzblockade Widerstand gegen die NPD-Demo am Samstag in der Spandauer Vorstadt wächst. Zahlreiche Demos geplant. Jüdische Gemeinde will sich Neonazis in den Weg stellen. Route weiter unter Verschluss. Quelle: taz Berlin - 30.11.2001
Vorsicht, Schulterschluss Mit Aufmärschen gegen die alte Wehrmachtsausstellung begann 1997 der Aufstieg der rechtsextremen NPD. Heute will sie verunsicherte Sympathisanten erneut mobilisieren. Quelle: taz Berlin - 30.11.2001
Rabbiner wollen sich der NPD in den Weg stellen Auch Kultursenatorin und viele Prominente rufen zum Protest auf. Quelle: Berliner Zeitung - 30.11.2001
Die Rechten, das Recht und die Bürger Kommentar Quelle: Berliner Zeitung - 30.11.2001
Angst vor brauner Gewalt Die Menschen in der Spandauer Vorstadt wappnen sich gegen die Rechtsradikalen. Quelle: Berliner Morgenpost - 30.11.2001
Sitzblockade gegen Neonazi-Aufmarsch NPD-Demo: Verbände, Politiker und Jüdische Gemeinde rufen zu Protestaktionen auf - Anwohner befürchten Eskalation. Quelle: Berliner Morgenpost - 30.11.2001
Übersicht der bisherigen Zeitungsberichte zur Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" und zu dem geplanten Naziaufmarsch.
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