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Quelle: junge Welt - 28.11.2001

Die Grundaussagen bleiben bestehen

Berlin: Macher der neugestalteten Wehrmachtsausstellung präsentieren umfangreiches Begleitprogramm

»Es ist alles neu an dieser Ausstellung – außer der These, daß die Wehrmacht an den Verbrechen des Krieges beteiligt war«, so Ulrike Jureit, die gemeinsam mit Jan Philipp Reemtsma für die Konzeption der Neuauflage der Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht zwischen 1941 und 1944 verantwortlich zeichnet, am Dienstag auf der Eröffnungspressekonferenz. Trotz der seinerzeitigen Kritik an formalen und inhaltlichen Mängeln der Erstauflage der Dokumentation, die zwischen 1995 und 1999 von über 800000 Menschen besucht wurde, gebe es »nichts zurückzunehmen« betonte auch Reemtsma, dessen Hamburger Institut für Sozialforschung Motor des Projektes war und ist. Für ihn habe es drei Gründe gegeben, nach der zeitweiligen Aussetzung der Ausstellung und ihrer Überprüfung durch eine Historikerkommission unbedingt erneut an die Öffentlichkeit zu treten. Zunächst einmal habe man den Verfechtern der These von der »sauberen Wehrmacht« nicht den Triumph gönnen wollen, als den sie die Aussetzung der alten Ausstellung empfunden hatten. Ferner sei es notwendig klarzustellen, daß die hohe Emotionalität auch der Ausstellungsmacher durch einige unbestreitbare Fehler keineswegs entwertet werde. Und schließlich gebe es ein ungebrochenes Interesse – »hier kann man sich umfassender zu diesem Thema informieren als irgendwo sonst«, so Reemtsma. Die Neuauflage sei eindeutig »umfassender und analytischer«.

Die neue Präsentation ist auch vom Medieneinsatz her deutlich aufwendiger ausgefallen: auf dem dreistöckigen Ausstellungsgelände in den Berliner »KunstWerken« gibt es mehrere Videoräume und viele kleine Sitzboxen mit Kopfhörern, wo Aussagen von Zeitzeugen vorgespielt werden. Für die Erarbeitung eines pädagogischen Begleitprogramms konnte die »Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz« gewonnen werden. Zum Begleitprogramm gehören eine Filmreihe im »Arsenal«-Kino und mehrere Vorträge und Diskussionsveranstaltungen zum Thema Wehrmachtsverbrechen. Als Kooperationspartner fungieren dabei u.a. das Centrum Judaicum und die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen.

Rainer Balcerowiak

* Kunst-Werke e. V., Berlin-Mitte, Auguststr. 69, täglich außer montags 10 – 18 Uhr; freitags bis sonntags 10 – 20 Uhr

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