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Quelle: Berliner Zeitung - 01.12.2001
NPD darf nicht durch das jüdische Viertel
Versammlungsbehörde gibt Protesten nach
M. Emmerich und A. Kopietz
Die Proteste gegen den für den heutigen Sonnabend geplanten NPD-Aufzug durch den Bezirk Mitte haben Wirkung gezeigt. Die etwa 4 000 Rechtsextremen, die gegen die Wehrmachtsausstellung demonstrieren wollen, dürfen nicht durch die Spandauer Vorstadt und das Scheunenviertel ziehen. Die Versammlungsbehörde lenkt ihre Route jetzt an dem traditionellen jüdischen Viertel vorbei. Gegen einen Marsch durch dieses Viertel hatte unter anderem die Jüdische Gemeinde energisch protestiert. Mitglieder der Gemeinde und Rabbiner wollten sich notfalls dem NPD-Marsch in den Weg stellen.
"Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die alte Route bestehen bleibt. Die Polizei ist bis jetzt nicht an uns herangetreten", hieß es von Seiten der NPD. Nach Informationen aus Polizeikreisen bleibt jetzt lediglich der Antreteplatz am S-Bahnhof Friedrichstraße. Ob der Aufzug weiterhin über die Tor- und die Karl-Liebknecht-Straße verläuft, blieb bis zum Abend unklar. 3 500 Polizisten und rund 1 000 Bundesgrenzschützer sollen für Sicherheit sorgen.
Wie schon am 3. Oktober haben sich Veranstalter und Polizei auch dieses Mal darauf geeinigt, die wirkliche Route geheim zu halten, um Gegendemonstranten fern zu halten. Ein Polizeisprecher schloss weitere Routenänderungen nicht aus: "Das alles ist ein dynamischer Prozess."
Bei den Gegendemonstrationen soll es bleiben. So forderte die Initiative "Europa ohne Rassismus" alle Bürger nochmals auf, an der Kundgebung am Sonnabend um 13 Uhr in der Auguststraße teilzunehmen oder demonstrativ die Ausstellung über die Wehrmachtsverbrechen zu besuchen. Zusätzlich kündigt ein linkes Bündnis "Gemeinsam gegen Rechts" Aktionen an. Weitere angemeldete Treffpunkte sind von 12 bis 18 Uhr am S-Bahnhof Friedrichstraße, am Bebelplatz, am S-Bahnhof Oranienburger Straße und direkt an der Auguststraße.
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