|
Genua-News: 31.7.2001
Eine kleine Zusammenstellung von einigen Nachrichten zu Genua, die bei indymedia erschienen sind.
Demo: 7.8., italienisches Konsulat, Dortmund
Am Mittwoch, dem 08.08.2001 ist ein neuer Haftprüfungstermin in Genua. Am Montag hat sich ein breites Bündnis im Bahnhof Langendreer in Bochum getroffen, um Solidaritätsaktionen zu organisieren. Beschlossen wurde eine Demo am 07.08.2001 zum italienischen Konsulat in Dortmund. Treffpunkt: Dortmund Hauptbahnhof 08:30 Uhr (morgens)!
Genua ist überall – auch in Bochum
"Das Tor ging dauernd auf, aus den Lastwagen stiegen die Jugendlichen aus und wurden verprügelt. Sie haben sie an die Wand gestellt. Drinnen schlugen sie ihnen die Köpfe gegen die Wand. Einige haben sie angepisst.. . Ein kleines Mädchen erbrach Blut und die Chefs der GOM (Sondereinheit des Innenministeriums) schauten zu. Dem Mädchen drohten sie, sie mit den Knüppeln zu vergewaltigen."
Italienischer Polizist in einem Interview der Zeitung "La Republica"
Die massiven polizeilichen Übergriffe während des G8-Gipfels in Genua verdeutlichen, dass massenhafte Proteste gegen die Politik der führenden Industriestaaten notfalls mit aller Gewalt auf der Straße und Folter von Gefangenen unterbunden werden sollen.
Insgesamt sind noch 48 Personen in unterschiedlichen Gefängnissen in Genua inhaftiert. 22 Menschen besitzen davon einen deutschen Pass. Fünf dieser Menschen kommen aus dem Ruhrgebiet, darunter ein 33 jähriger Krankenpfleger aus Bochum. Alle fünf wurden bei der Abreise festgenommen. Haftgrund: Überwiegend schwarze Kleidung, der daraus resultierende Tatvorwurf: Bildung einer terroristischen Vereinigung.
Am Mittwoch, dem 08.08.2001 ist ein neuer Haftprüfungstermin in Genua, deshalb hat sich gestern ein breites Bündnis von Initiativen und Einzelpersonen im Bahnhof Langendreer getroffen, um Solidaritätsaktionen zu organisieren. Beschlossen wurde eine Demo am 07.08.2001 zum italienischen Konsulat in Dortmund.
Treffpunkt: Dortmund Hauptbahnhof 08:30 Uhr (morgens)!
Die Unterstützung der Gefangenen kostet Geld. Für Anwaltskosten, sowie die Betreuung vor Ort brauchen wir eure Spenden.
Auf folgendes Konto könnt ihr die Spenden überweisen:
Wolf: Kto-Nr:: 885367435, BLZ: 360 100 43, Postbank Essen, Stichwort: Genua 2001
Homepage: http://www.bo-alternativ.de/Konsulat.htm
indymedia.de 31.7.2001 - 22:32 Uhr
SPD-Büro in Frankfurt/Main besetzt
SPD-Büro in Frankfurt/Main besetzt - Sofortige Freilassung der Gefangenen in Genua gefordert.
Heute, am 31.07.01 ca 14:30 Uhr wurde für ca. 1h von 100 leuten das spd-büro in Frankfurt am main besetzt. 250 Leute ausserhalb der Räumlichkeiten unterstützen die Forderung der sofortigen Freilassung der 49 noch Inhaftierten menschen die während und nach den Protesten gegen den G8-Gipfel festgenommen wurden. Unter ihnen befindet sich auch das international besetzte Theater-Ensemble PublixTheatre, welches auf dem Weg zum Grenzcamp nach Frankfurt festgenommen wurde. Es wurde ein Fax an die SPD-Zentrale in Berlin und zu den Verantwortlichen nach Italien geschickt.
Im Zuge des Antirassistischen Grenzcamps am Frankfurter Flughafen fanden heute wie auch in den vergangenen Tagen mehrere Demonstrationen und Aktionen in der Stadt statt. Weitere Initiativen sind angekündigt.
indymedia.de 31.7.2001 - 21:56 Uhr
Genua: Demo in Ingolstadt
Zwei Wochen nach dem Mord an Carlo Giuliani: Kein Vergeben, kein Vergessen! Demonstration am Freitag, 3.August 2001. Auftakt: 20.30 Uhr im Klenzepark, Elefantenbrunnen.
Am Freitag vor zwei Wochen wurde der 23jährige Carlo Giuliani durch einen gezielten Kopfschuss ermordet. Er nahm an den Protesten gegen den G-8 Gipfel in Genua teil. Als er im Begriff war, einen Feuerlöscher auf einen gepanzerten Polizeiwagen zu werfen, richtete ein Insasse des Wagens seine Waffe auf Carlos Kopf und drückte ab. Danach überrollte der Polizeiwagen den leblosen Körper zweimal und fuhr davon ohne Erste Hilfe zu leisten.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag überfiel die Polizei in einer geplanten Aktion eine Schule in Genua, in der friedliche AktivistInnen übernachteten, sowie ein gegenüberliegendes Pressezentrum. Was danach passierte, sollte später von dem Bundestagsabgeordneten Christian Ströbele als "massakerartige Übergriffe" beschrieben werden. Ohne Warnung wurde auf die teilweise schon schlafenden Menschen eingeprügelt. Einer Frau wurden die Zähne ausgeschlagen, mehrere Menschen erlitten Knochenbrüche, riesige Blutlachen auf dem Boden und an den Wänden zeugten von der äußersten Brutalität, mit der die Polizisten vorgingen. Von 78 Personen, die sich in der Schule aufhielten, wurden über 50 so schwer verletzt, dass sie auf Bahren aus der Schule getragen werden mussten. Zwei Personen schwebten in der ersten Nacht nach ihrer Festnahme in Lebensgefahr. Gerade diese "chilenische Nacht", ist es, die inzwischen die italienische Regierung in arge Bedrängnis kommen lässt. Sowohl die OSZE wie auch amnesty international sprechen von einer Verletzung der Grund- und Menschenrechte durch die italienische Polizei.
Gleichzeitig werden Stimmen laut, die von einer schleichenden Umwandlung der Demokratie in einen faschistischen Staat sprechen und von Staatsterrorismus. Was hier stattfindet ist keine Umwandlung, sondern das wahre Gesicht der kapitalistischen Demokratie. Ein System, das sich nur etablieren konnte, indem es das Gewaltmonopol für sich beanspruchte und beansprucht, zeigt hier sehr deutlich, was es mit Menschen anstellt, die für eine gerechtere Gesellschaft und gegen den Kapitalismus kämpfen.
Der Versuch, jegliche Militanz und Gewalt auf den randalierenden Schwarzen Block zu projizieren ist gleichsam ein Versuch, die Sicht auf das eigentliche gewalttätige System, den Kapitalismus zu versperren. Dieser tötet täglich durch Kriege, durch Ausbeutung der sogenannten Dritten Welt und durch Abschiebungen von nicht der Verwertungslogik entsprechenden Menschen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Herrschaft der G8 über die gesamte restliche Welt ist eine Gewaltherrschaft. Egal ob die USA südamerikanischen Militärdiktaturen logistisch unterstützen, deutsche Kampfflugzeuge Belgrad oder amerikanische Marschflugkörper eine sudanesische "Giftgasfabrik" bombardieren, immer geschieht dies unter dem Vorwand, die Menschenrechte und die Demokratie zu schützen und zu verbreiten. Dabei werden in erster Linie aber immer nur die Machtansprüche der reichsten Industrienationen über die restliche Welt durchgesetzt. Aufgabe von G8, WTO, IWF usw. ist in erster Linie die Aufrechterhaltung des Gewaltverhältnisses der Nehmerländer der G8 über den Rest der Welt. Dem größten Teil der Weltbevölkerung bringen die G8 nicht Menschenrechte und Frieden, sondern Krieg, Hunger, Unterdrückung und Tod.
Capitalism kills! Er hat Carlo Giuliani getötet, der seine wütende Kritik an der Ungerechtigkeit der Verhältnisse radikal ausübte. Kein System darf seinen Gegnern Gewalt vorwerfen, wenn es sich selbst nur auf Gewalt stützt. Das Definitionsrecht von Gewalt liegt nicht beim System, sondern bei dessen Gegnern, die die Gewalttätigkeit und Ausbeutung der Herrschenden und deren Gewalt bekämpfen.
Kein Frieden mit dem Kapitalismus!
Für ein Ende der Gewalt!
Solidarität mit Gefangenen und Verletzten von Göteborg und Genua!
Zwei Wochen nach dem Mord an Carlo Giuliani: Kein Vergeben, kein Vergessen! Demonstration am Freitag, 3.August 2001. Auftakt: 20.30 Uhr im Klenzepark, Elefantenbrunnen.
Homepage: http://ag-a-in.antifa.net
indymedia.de 31.7.2001 - 20:44 Uhr
|