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Quelle: nadir aktuell - 14.11.2001
Bernsdorf: 9.12. "Das war Gegengewalt gegen Rassismus"
Gegengewalt gegen die rassistische Gemeinschaft
Demonstration in Bernsdorf am 9.12.2001 unter dem
Motto: "Das war Gegengewalt gegen Rassismus"
Der 9.12. ist in Bernsdorf kein unbekanntes Datum. Am 9.12.2000 hatte sich Tung bei einer rassistischen Attacke gegen Neonazis gewehrt. Einer der Neonazis, Matthias Förster, erlag seinen Verletzungen. Tung sitzt derzeit immer noch in Haft, eine Revision wurde kürzlich abgelehnt.
Wir wollen am 9.12 in Bernsdorf nicht vordergründig gegen die eventuell stattfindende Neonazidemo demonstrieren, sondern hauptsächlich gegen die dort ansässige Bevölkerung. Bernsdorf steht hier beispielhaft für das ungestörte Ausleben deutscher Normalität. So ist es nicht verwunderlich, dass der Bernsdorfer Bürgermeister E. Menzel (PDS) den letztjährigen Trauermarsch mit 300 Neonazis "anführte" (er lief vorneweg).
Derselbe Bürgermeister, der unlängst auf einer Veranstaltung zur Aufklärung über Rechtsextremismus ein von einem Journalisten als "wandelnde Reichskriegsflagge" beschriebenen Bernsdorfer väterlich in den Arm nahm und als seinen besten Mann in der freiwilligen Feuerwehr vorstellte. Im März diesen Jahres versuchten zehn Bernsdorfer Neonazis einen Angolaner aus einem fahrenden Zug zu stoßen, was nur durch einen Freund von ihm verhindert wurde. Niemand störte sich an den sich damit brüstenden
Neonazis, selbst die als "nichtrechts" geltenden Jungendlichen fanden dies nicht als erwähnenswertes Ereignis in Bernsdorf.
Wir setzen wenig Hoffnung auf den guten Willen der BernsdorferInnen, nicht rassistisch sein zu wollen, wenn ihnen nur jemand sagen würde, was denn Rassismus sei. Die BernsdorferInnen wissen gut genug um den rassistischen Normalzustand in ihrem Nest und es geht den meisten ganz gut dabei. - Zu gut. Wir wollen das ändern!
Es gibt nichts schlimmeres für ein kleines braunes Nest, als als ein kleines braunes Nest in die Schlagzeilen zu geraten.
morgenthau travels
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