Bericht zur Wagendemo am 20. Januar 2001 Der (eigentlich) offizielle Bericht zur Wagendemo... [squat.net] - 21.1.2001
Winterdemo unter dem Motto Berlin bleibt bunt Auf dem Programm stand die Demonstration gegen "Umstrukturierung, Vertreibung und Kriminalisierung", zu der seit Wochen im Internet, auf Vierfarbplakaten und in der "Szene" aufgerufen wurde. [squat.net] - 20.1.2001
Berlin: Bericht von der Wagendemo Stressfaktor (über infopool) - 20.1.2001
[squat.net] - 21.1.2001
Bericht zur Wagendemo am 20. Januar 2001
Der (eigentlich) offizielle Bericht zur Wagendemo...
Etwa 800-1000 Leute versammelten sich am 20. Januar zur Wagendemo am Frankfurter Tor. Nach den polizeiüblichen Eingangskontrollen setzte sich der Zug um ca.14.30 Uhr in Bewegung. Vorneweg der Lauti, gefolgt von den Demoteilnehmern und am Ende fuhren ein Wohnmobil der Lohmühle, ein LKW mit Soundsystem und köstlichen Karaokeeinlagen von der Kreuzberger Fraktion und der rundherum offene Bauwagen von Laster + Hänger, welcher mit Bett, Herd, Sofa und natürlich einem Fernseher bestückt war.
Alle Fahrzeuge waren mit roten Herzchenballons oder andersfarbigen Heliumballons geschmückt. Zwischendurch fanden sich auch noch einige Lastenräder und dergleichen, welche Essen, Tee oder Glühwein anboten.
Alles in allem war es ein richtig schöner bunter Zug. So bunt wie Berlin eigentlich sein sollte! Trotz einer ätzenden Kälte war die Stimmung bei allen sehr gut. Selbst die Cops hielten sich verdammt zurück. Eigentlich sah man auch kaum welche. Nur eben am Anfang und am Ende der Demo. Wir liefen zuerst Richtung Boxhagener Strasse, von wo aus wir in die Simon-Dach-Strasse einbogen. Dort war die Strasse dann auch von vorne bis hinten voll von der Demo. Zwischendurch gab es auch immer wieder kleinere Redebeiträge von Laster + Hänger, der Køpi oder Fips zum Thema Vertreibung und Umstrukturierung in der Berliner Innenstadt.
Über die Revalerstr. ging es zurück zur Warschauer und dann über die Oberbaumbrücke zur Schlesischen Strasse zog die Demo friedlich Richtung Kreuzberg. Dort wartete auch schon der LKW mit der Gulaschkanone, welcher sich dem Zug anschloss und durch das Karree Cuvry-, Wrangel-, Skalitzerstr. zum Schlesischen Tor noch mitfuhr. Dort war dann die Abschlusskundgebung.
Aber die meisten Leute waren schon damit beschäftigt sich eine warme Suppe zu genehmigen, sich am Glühwein zu vergreifen oder sie sprangen am jetzt hochfrequentierten Karaokewagen herum. Eigentlich war es am Schlesischen Tor ein sehr angenehmes rumhängen. Ein bisschen Smalltalk, ein wenig tanzen. Eigentlich hätte das dort noch Stunden so weitergehen können aber vielen war es dann doch zu kalt und langsam wurden es immer weniger Leute. Nach ca. 1 Stunde hat die Veranstalterin die Demo dann aufgelöst.
Ey Leute, es war echt super das ihr alle bei der Scheisskälte rausgekommen seit, um mit uns gegen die Politik des Berliner Senats zu demonstrieren. Die Organisatoren sind hellauf begeistert und ich glaub wenn's nicht so kalt gewesen wäre, dann wären wir bestimmt doppelt so viele gewesen.
Selbst die Bullen fanden die Demo gut. :-)??? Das heisst natürlich nicht das wir die Bullen auch gut finden.:-)) Vielleicht fanden sie es ja auch deshalb so toll, weil es keine Verhaftung gab und die ganze Demo ohne jeden Stress ablief.
Natürlich werden wir weiterhin versuchen verschiedene Aktionen zu machen, die darauf aufmerksam machen sollen, was hier in der Stadt los ist. Haltet Augen und Ohren offen und wir werden uns alle garantiert wieder sehen.
Ersatzgelände für Laster + Hängerburg inna Stadt und nicht inna Pampa!
Keine Versteigerung der Køpi 26.1 .... und auch sonst nicht!
Keine Vertreibung von Wagenburgen aus der Stadt!
Erhaltung von alternativen Lebensformen in Berlin anstatt
Totalausverkauf für den Profit einiger weniger!
[squat.net] - 20.1.2001
Winterdemo unter dem Motto Berlin bleibt bunt
Auf dem Programm stand die Demonstration gegen "Umstrukturierung, Vertreibung und Kriminalisierung", zu der seit Wochen im Internet, auf Vierfarbplakaten und in der "Szene" aufgerufen wurde.
Bereits gegen kurz vor zwei und trotz des eisigen Wetters sammelten sich erste Demonstrationsteilnehmer am Frankfurter Tor in Berlin. Durch einen Ring von Vorkontrollen der Berliner Polizei sickerten bis 14:30 Uhr noch etwa 500 weitere Demonstrationsteilnehmer. Nach einem Redebeitrag der "Laster und Hängerburg Berlin" begann die Demonstration - begleitet von etwa 4 Einsatzfahrzeugen der Polizei. Auf dem Weg durch das südliche Friedrichshain wurde die Demonstration wuchs die Demonstration noch auf etwa 1000 Teilnehmerinnen.
Der Redebeitrag der "Laster und Hänger" prangerte die aktuelle Situation der Berliner Bauwagenplätze an - Zu wenig Raum im Innenstadtbereich für alternative Lebensformen und die Vertreibung von Wagenburgen und "Menschen die nicht in die deutsche Leitkultur passen".
Als ein wichtiger Markstein auf dem Weg zum sauberen Berlin wird immer noch der ehemalige Innensenator Berlins, Jörg Schönbohm, angeführt. Dessen Nachfolger Wertebach würde diese Politik weiterführen und jetzt aktiv die Vertreibung vorantreiben. Es wurde mehrfach zu mehr Toleranz gegenüber der sich entwickelnden Subkultur aufgerufen. Die Subkultur sei ein existenzieller Bestandteil Berlins und Berlin sei "schön dumm" wenn es diese Subkultur einfach vertreiben würde. Der Redebeitrag wurde mit einem Gedicht abgeschlossen und die Rednerin rief erneut zu "Toleranz" auf.
Nach einem Redebeitrag von FIPS (Selbsthilfewerkstätten im Friedrichshain) kommentierte noch die Rigaer Strasse 94 die aktuelle Lage der besetzten/ehemals besetzten Häuser in Berlin. Auch über die aktuellen Entwicklungen in der Rigaer Straße wurde berichtet - so über die Kündigung des gesammten Hauses ([squat!net] berichtete).
Versprochen wurden neben Inhalt auch noch "Spaß und viele Gimmicks" - Und alle gaben sich große Mühe diese hoch gesteckten Ziele zu erreichen.
So hatten viele Berliner Bauwagenplätze eigene Wagen für die Demonstration vorbereitet. Teeausschank, verteilen von Luftbalonen und ein eigens hergerichteter Karaokewagen lockerten die Stimmung auf. Zahlreiche Transparente, Redebeiträge versuchten trotz Spaß und Gimmicks auch ein wenig Inhalt zu transportieren.
Die Demonstration endete nach etwa 2 1/2 Stunden am Schlesischen Tor in Kreuzberg. Zum Ende wurden noch Bohnensuppe (Gerüchten zufolge mit Fleisch) und Buttertoast (Gerüchten zufolge mit Tierprodukten) gereicht. Auch wenn dieses Abschlussmahl nicht jeden Glücklich machen konnte: Der Wille zählt!
Alles in Allem war es eine gelungene Demonstration, die wie Versprochen viel Spaß bereiten konnte. Die Redebeiträge waren gut (auch wenn die vorgetragenen Gedichte nicht jeden überzeugen konnten) und den versprochenen "Spaß" und die "Gimmicks" waren mit viel Liebe und Eigeninitiative organisiert worden. Es bleibt abzuwarten, was von dieser Demonstration bleibt - Hoffentlich war die Demonstration mehr als "Spaß und Gimmicks" für die Demonstrationsteilnehmer.
Wir haben auch noch Bilder von der Demo, damit Ihr so einen kleinen Eindruck bekommt, wie es auf der Demo war.
Stressfaktor (über infopool) - 20.1.2001
Berlin: Bericht von der Wagendemo
Am heutigen Samstag (20.1.2001) fand eine gemeinsame Demonstration aller Berliner Wagenburgen statt. Unter dem Motto "Die Stadt sind wir alle!" versammelten sich um 14.00 Uhr etwa 600-700 Leute am Frankfurter Tor (Friedrichshain). Geschminkte Gesichter, bunte Luftballons, verkleidete Menschen auf Stelzen und natürlich einige Fahrzeuge der Wagenburgen.
Kurz vor 15.00 Uhr ging es dann los. Durch die Warschauer, Boxhagener, Simon-Dach-, Revaler Strasse, über Warschauer- und Oberbaumbrücke nach Kreuzberg, Falckenstein-, Cuvry-, Wrangel-, Skalitzer Strasse und zum Abschluss mit Feuerspuckern am Schlesischen Tor. Es gab jede Menge Redebeiträge zur Laster- und Hänger-Wagenburg, zur Köpi oder zur Rigaer 94. Neben mitgeführter Verpflegung (Tee - mit und ohne Rum, Suppe) gab es u.a. noch einen Hänger mit aufgebauter Wohnung (Bett, Fernseher, Sofa...).
In der Wrangelstrasse gab es beim Penny Markt noch mal kurzzeitigen Auflauf, weil ein Wachtrottel der 'Berliner Wache' immer nur drei Leute gleichzeitig in den Laden lassen wollte. Wohl aus Angst, dass der Supermarkt danach leergeräumt sein könnte. Bei dem Gerangel gingen dann zwei Eingangstüren kaputt, der Wachheini ging aber leer aus. Als dann eine Bullette dazwischen ging, zerstreute sich der Auflauf wieder. Ansonsten waren die Büttel zurückhaltend und nur am Anfang und Ende der Demo zu sehen.
Den Abend werden die vielen DemonstrantInnen dann wohl bestimmt fröhlich ausklingen lassen, z.B. bei der 'Soliparty für die Berliner Wagenplätze' in der Köpi, oder bei Cocktails in der Rigaer 94. Schön wars und Spass gemacht hat's auch!!!
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