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Quelle: indymedia - 2.11.2002

Brotfabrik in Moabit zum zweiten Mal besetzt!

Seit 18 Stunden ist die ehemalige Paechbrotfabrik in Moabit, steht seit 10 Jahren leer, zum 2. Mal besetzt worden. Stand jetzt: Transpas am Gebäude, einige UnterstützerInnen vor der Fabrik, bisher keine cops!!! Kommt alle nach Moabit! Birken- Ecke Stephanstr., U9 Birkenstr. oder S Westhafen, U9 und Ringbahn fahren durch!!!
Die erste Besetzung war am 6.7., die erste Demo am 14.7., dann noch ne Demo am 5.10., und jetzt die zweite Besetzung. Wir sind in Vorverhandlungen mit dem Bezirk für Verträge, nachdem sämtliche kommerziellen Nutzungskonzepte gescheitert sind.
Moabit ist einer der ärmsten Kieze in (West)- Berlin, hier gibts kein Kino, Kein Krankenhaus, Das Freibad haben sie auch dichtgemacht, also höchste Zeit für ein soziokulturelles, selbstverwaltetes Zentrum in der Brotfabrik.
Kommt lautstark und Massenhaft, bring your own drinks and lotsa friends!!!


Am Freitag, den 1. November, hat eine Gruppe von uns die seit zehn Jahren leer stehende Paech-Brot-Fabrik in Moabit erneut besetzt. In den Abendstunden des 2. November ist eine weitere Gruppe zusammen mit Freundinnen und Freunden auf das Gelände gekommen, und wir haben die Besetzung öffentlich gemacht. Nun rechnen wir wie bei der Besetzung im Juli dieses Jahres mit der Räumung durch die Polizei. Trotzdem werden wir versuchen, so lange wie möglich auf dem Gelände zu bleiben.

Seit der ersten Besetzung hat sich in Bezug auf die Brotfabrik nichts geändert. Das Konzept, das der Anwalt der Eigentümergruppe, Lammek, im Juli vorstellte, ist, wie wir jetzt recherchiert haben, bereits fünf Jahre alt. Es wurden keine Investoren gefunden, die bereit gewesen wären, zig Millionen Euro in die Umsetzung zu stecken.

Auch an der Situation hier im Stadtteil hat sich nichts verändert. Das Sterben der kleinen Läden setzt sich fort. Auch zwei Läden, die unser Projekt unterstützten - das Café Insel in der Gotzkowskystrasse und "Food and Pens" in der Birkenstrasse - haben mittlerweile dicht gemacht.

Moabit verödet und verarmt immer mehr. Während die oberen Zehntausend rauschende Feste feiern - und dafür ist auch in Zeiten leerer Kassen immer Geld da - und sich auf Vernissagen, im Theater und teuren Restaurants amüsieren, bleibt für uns da unten immer weniger übrig. Für uns sollen ein paar Eckkneipen, Imbisse und Videotheken genug sein.

Dieser Zustand, der uns traurig und wütend macht, wird von uns nicht widerstandslos hingenommen werden.

Wir wollen auf dem nutzlos hinrottenden Gelände ein soziokulturelles Zentrum mit Räumen für Konzerte und Veranstaltungen, Café und Kneipe, Initiativen und Projekte aufbauen. Noch sind die Räume in einem Zustand, der eine rasche Umsetzung dieser Konzeption möglich machen würde.

Die viele Unterstützung, die wir von AnwohnerInnen und Gewerbetreibenden, sowie auch von Menschen ausserhalb Moabits erfahren haben, ist für uns auch eine Verpflichtung, den Kampf um ein soziokulturelles Zentrum fort zu setzen.

Wir wollen nicht nur das Stück Brot, wir wollen die ganze Fabrik!

Die FabrikbesetzerInnen

Adresse: Birkenstr. 24

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