Platz da!
Festival zum Global Action Day
Am 30.4.00 fand im westlichen Ruhrpott eine Besetzung zum MayDay, zum Global Action Day statt. Diese Aktion ist einen Tag vorverlegt worden, weil am 1.Mai mehrere Antifa- und revolutionäre Mai-Demonstrationen stattfanden, wie z.B. in Wuppertal.
Die Besetzung fand statt im Zusammenhang mit all den anderen Aktionen weltweit, zu denen das Netzwerk Peoples Global Action aufgerufen hat. Peoples Global Action ruft auf zum Widerstand gegen die neoliberale Globalisierung, deren Auswirkungen sich auch auf lokaler Ebene zeigen. Die Global Action Days werden organisiert nach dem Motto Think globally - act locally!.
Nachmittags um 15 Uhr ist das Gelände des alten Güterbahnhofs im Duisburger Zentrum besetzt worden, um dort ein alternatives und unkommerzielles Fest zu feiern. Das Gelände ist ausgewählt worden, weil dort ein riesiges Einkaufszentrum entstehen soll, größer als das Oberhausener Centr. Das neue Gelände soll MultiCasa heißen, und wird unter Ausschluß der Öffentlichkeit durch einen Projektentwickler gestaltet. Die Entscheidung, ob das Projekt so gewünscht ist, wird ausschließlich unter kapitalistischem Gesichtspunkten getroffen. Genau so soll der Raum dann auch genutzt werden. Alles, was nicht im Zeichen von Konsum und Kommerz steht, soll hier keinen Platz haben, und wird ausgegrenzt, nach dem Motto $ervice, $icherheit und $auberkeit.
Mit der Besetzung wollten die Menschen auf die Umstrukturierung des öffentlichen Raumes aufmerksam machen und zeigen, dass es Alternativen gibt; dass es möglich ist, zusammen zu leben und zu feiern, ohne alles vom Gewinn abhängig zu machen.
Am Anfang der Aktion waren etwa 150 Menschen da; die Zahl erhöhte sich im Laufe des Tages auf 300-400. Vier verschiedene Gruppen haben Essenstände gemacht, es gab eine Bar, sechs live Bands (hiphop, ska, punk, pop und techno). Außerdem gab es Akrobatik, Feuershow und JongleurInnen, ein Videoprogramm mit Filmen über die Gipfel in Köln ’99, die Jubelparade gegen die Expo und über das antirassistische Grenzcamp '99. Die Polizei und der BGS haben sich relativ zurückgehalten. Ein Grund war sicherlich, dass sie ziemlich überrascht waren, und dass es für sie nicht so einfach möglich war, das Gelände zu räumen, weil sehr schnell so viele Leute da waren.
Aber heute ist nicht alle Tage - das war nur der Anfang! Es gibt genug leere Plätze, Gelände und Hallen, die darauf warten, dass wir uns sie nehmen! Und das nicht erst am nächsten Global Action Day. (Der ist am 26. September 2000 aus Anlaß der IWF/Weltbank – Tagung in Prag.)
Kontakt: tanzmayday@gmx.de